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Wissenschaft

Raumstation ISS

Zwei Touristen sollen ins All fliegen

Interesse an einem Ausflug ins All? Die russische Raumfahrtbehörde hat zwei Plätze für Weltraumtouristen im Angebot - die Reise zur Internationalen Raumstation ISS ist allerdings kein Schnäppchen.

REUTERS

Start einer Sojus-Rakete zur Internationalen Raumstation (Dezember 2018)

Dienstag, 19.02.2019   12:16 Uhr

In den nächsten zwei Jahren sollen wieder Weltraumtouristen zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Zwei Plätze für den Ausflug ins All seien zu vergeben, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Der Flug sei bis Ende 2021 geplant. Ein genaues Datum wurde nicht genannt.

Einen entsprechenden Vertrag unterschrieben Roskosmos und das auf Weltraumtourismus spezialisierte US-Unternehmen Space Adventures. Derartige Reisen zur ISS gibt es seit 2001. Sie sind jedoch sehr teuer.

Bisher gab es sieben Weltraumtouristen

Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa zählte die seit 1998 bestehende Internationale Raumstation insgesamt schon fast 150 Besucher, meist professionelle Astronauten. Weltraumtouristen waren die absolute Ausnahme, insgesamt sieben von ihnen hat es bisher gegeben:

Als Erster flog 2001 der Amerikaner Dennis Tito für rund 20 Millionen Dollar (15 Millionen Euro) zur Raumstation. Ihm folgten der Südafrikaner Mark Shuttleworth (2002, 20 Millionen Dollar), der Amerikaner Gregory Olsen (2005, 20 Millionen Dollar), die in Iran geborene Amerikanerin Anousheh Ansari (2006, 20 Millionen Dollar). Richard Garriott, der die britische und amerikanische Staatsbürgerschaft hat, musste 2008 bereits 30 Millionen Dollar zahlen, der Kanadier Guy Laliberté dann ein Jahr später 35 Millionen Dollar. Der in Ungarn geborene Amerikaner Charles Simonyi (2007 und 2009, 25 bzw. 35 Millionen US-Dollar) flog sogar zweimal.

Russen haben Besatzungsstärke reduziert

Im Gegensatz zu Profi-Astronauten bleiben Weltraumtouristen für gewöhnlich deutlich kürzer auf der Station, normalerweise zwischen ein und zwei Wochen. Dass es jetzt wieder die Möglichkeit zu Mitflügen gibt, hat auch damit zu tun, dass Russland aus Kostengründen seine Besatzungsstärke auf der Internationalen Raumstation von drei auf zwei reduziert hat. Dadurch gibt es immer wieder einmal einen freien Sitz in einer Sojus-Kapsel, der im Prinzip auch von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) genutzt werden könnte.

Der Chef des privaten Raumfahrtunternehmens Virgin Galactic, Richard Branson, hat US-Medien zufolge angekündigt, im Sommer im eigenen Raumschiff ins Weltall starten zu wollen. Hier geht es im Gegensatz zu den geplanten Flügen zur ISS aber lediglich um einige Minuten der Schwerelosigkeit, die zahlende Gäste erleben können.

Flüge ins All wollen auch andere private Raumfahrtunternehmen anbieten. Das Unternehmen SpaceX will mit Touristen gar den Mond ansteuern. Für das Jahr 2023 ist ein Flug des japanischen Milliardärs Yusaku Maezawa in einem SpaceX-Raumschiff um den Mond geplant. Dabei soll ihn eine Gruppe von sechs bis acht Künstlern begleiten. "Wir werden dafür sorgen, dass es ein sicheres und zuverlässiges Fluggerät ist", hat SpaceX-Chefingenieur Hans Königsmann im SPIEGEL-Interview versprochen.

chs/dpa

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