Schrift:
Ansicht Home:
Mobilität

Dieselskandal

Porsche muss 535 Millionen Euro Bußgeld zahlen

Porsche bekommt die Quittung für die Manipulationen an der Abgastechnik seiner Motoren. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verhängt ein Bußgeld von 535 Millionen Euro gegen den Autohersteller.

Sebastian Gollnow / DPA

Dienstag, 07.05.2019   15:41 Uhr

Porsche muss im Dieselskandal ein Bußgeld von 535 Millionen Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verhängte die Strafe gegen das Unternehmen wegen fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Schon im vergangenen Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Zuge der Dieselermittlungen ein Bußgeld von einer Milliarde Euro gegen Porsches Mutterkonzern Volkswagen verhängt. Im Herbst folgte die Behörde in München und brummte Audi ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro auf. Ein Verfahren läuft außerdem auch gegen den Zulieferer Bosch.

Volkswagen hatte bei der Verkündung seiner Quartalszahlen bereits Rückstellungen in Höhe von einer Milliarde Euro bekannt gegeben, rund 600 Millionen Euro davon aber nicht näher erklärt. Der Rest war der Marke Volkswagen zugeschrieben worden.

Porsche auf dem Prüfstand: Abgastricks beim Cayenne Diesel? (SPIEGEL TV vom 11.06.2017)

Foto: SPIEGEL TV

In der Porsche-Buße ist ein Betrag von vier Millionen Euro für den Regelverstoß enthalten. Die übrigen 531 Millionen Euro entsprechen dem Gewinn aus dem Verkauf der betroffenen Fahrzeuge. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um mit V6- und V8-Motoren von Audi ausgestattete Dieselfahrzeuge von Porsche. Gegen einen Teil der Fahrzeuge - etwa 99.000 Stück - lägen auch Bescheide des Kraftfahrtbundesamts vor.

Porsche hat keine Rechtsmittel eingelegt. Damit ist der Bußgeldbescheid wirksam. Abgeschlossen ist der Dieselskandal für Porsche damit nicht: Das im Juli 2017 angestoßene Ermittlungsverfahren gegen einzelne Mitarbeiter der Porsche AG laufe weiter.

mik/AFP

insgesamt 70 Beiträge
Referendumm 07.05.2019
1. Zahlen die aus der Portokasse
M.E. sind die dabei viel zu billig weggekommen. Schaut man sich einmal an, welche verantwortlichen Topmanager dort bei Porsche sich die Klinke in die Hand gegeben hatten - das liest sich wie das Who-is-Who des [...]
M.E. sind die dabei viel zu billig weggekommen. Schaut man sich einmal an, welche verantwortlichen Topmanager dort bei Porsche sich die Klinke in die Hand gegeben hatten - das liest sich wie das Who-is-Who des Dieselabgasskandals. Als da wären: Wolfgang Hatz, Heinz-Jakob Neußer, Stefan Knirsch, Jörg Kerner, Matthias Steiner und viele andere mehr. Und mit dem Spruch, dass Audi der Porsche AG die ollen Dreilitermotoren quasi untergejubelt hatten, kommen die doch nicht weiter, oder? Mal schaun, was bei BMW rumkommt.
Riodria 07.05.2019
2.
Na, das werden die sich aber eine Lehre sein lassen... *schmunzel*
Na, das werden die sich aber eine Lehre sein lassen... *schmunzel*
MissMorgan 07.05.2019
3. So und wenn jetzt
dieses Strafgeld auch tatsächlich in den Umweltschutz gesteckt werden würde, wäre der Bürger zufrieden. Stattdessen wird das Geld zweckentfremdet und dann für den Normalo eine CO2 Steuer eingeführt und die Wirtschaft - weil [...]
dieses Strafgeld auch tatsächlich in den Umweltschutz gesteckt werden würde, wäre der Bürger zufrieden. Stattdessen wird das Geld zweckentfremdet und dann für den Normalo eine CO2 Steuer eingeführt und die Wirtschaft - weil systemrelevant - davon entlastet.
Draw2001 07.05.2019
4. Es ist eigentlich wie im Straßenverkehr:
Derjenige der den Bußgeldbescheid bekommt, muss auch für den angerichteten Schaden bezahlen. Somit kann sich jeder Klagende auf dieses Urteil berufen - oder nicht. Solchen Konzernen würde ich nichtmal ein Elektroauto abkaufen. [...]
Derjenige der den Bußgeldbescheid bekommt, muss auch für den angerichteten Schaden bezahlen. Somit kann sich jeder Klagende auf dieses Urteil berufen - oder nicht. Solchen Konzernen würde ich nichtmal ein Elektroauto abkaufen. Mit der kriminellen Energie, die hier bewiesen wurde, muss man bezüglich verdeckter Schaltfunktionen mit sehr vielen Überraschungen rechnen. Stell man sich mal vor, was ein Kunde dann erlebt, wenn die Garantie vorbei ist und plötzlich verschiedene Betriebszustände den Kunden immer wieder in die Werkstatt bringen, damit er dort durch seine Zahlungen das Unternehmen subventioniert.
schamot 07.05.2019
5. Nönö
davon werden die Verluste bei Porsche steuerlich ausgeglichen oder fließen in die Abwrackprämie ala Euro6 Subvention oder als Subvention von neuen Technologien oder Standorte im Osten oder, oder, oder...
Zitat von MissMorgandieses Strafgeld auch tatsächlich in den Umweltschutz gesteckt werden würde, wäre der Bürger zufrieden. Stattdessen wird das Geld zweckentfremdet und dann für den Normalo eine CO2 Steuer eingeführt und die Wirtschaft - weil systemrelevant - davon entlastet.
davon werden die Verluste bei Porsche steuerlich ausgeglichen oder fließen in die Abwrackprämie ala Euro6 Subvention oder als Subvention von neuen Technologien oder Standorte im Osten oder, oder, oder...

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP