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Mobilität

Flugtaxi

Airbus testet elektrischen Viersitzer

Minihelikopter statt A380: Airbus hat ein elektrisches Fluggerät für vier Passagiere vorgestellt. Es wird bei Ingolstadt getestet - hebt aber mit Rückstand im Vergleich zur Konkurrenz ab.

Airbus
Montag, 11.03.2019   20:33 Uhr

Vier statt 853 Sitzplätze - so will der Flugzeughersteller Airbus nach dem Aus des Riesenfliegers A380 durchstarten. In Ingolstadt hat der Hersteller nun ein Gefährt vorgestellt, das verglichen mit den großen Maschinen ein Winzling ist: eine Art Flugtaxi.

Der elektrisch betriebene Cityairbus hat vier Doppelrotoren und eine Reichweite von etwa 50 Kilometern. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Er soll ohne Pilot fliegen und senkrecht starten sowie landen. Airbus sieht in kleinen Fluggeräten wie dem Cityairbus ein Fortbewegungsmittel der Zukunft. Insbesondere in Millionenstädten sollen Lufttaxis eine Alternative zum Auto, aber auch zu Bussen und U-Bahnen sein.

Vorerst keine Flüge über bebautem Gebiet

"Schaut ziemlich cool aus, jetzt muss er nur noch fliegen", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei der Präsentation des Cityairbus. Genau das schafft das Miniflugzeug jedoch noch nicht. Getestet werden soll das Fluggerät erst Mitte 2019.

Noch weiter entfernt ist das Flugzeug vom normalen Betrieb. Flüge über bebautem Gebiet seien noch nicht erlaubt, erklärte ein Airbus-Sprecher. Stattdessen werde das Miniflugzeug zunächst auf einem Testgelände im benachbarten Manching abheben.

Frühestens Mitte des kommenden Jahrzehnts wird es nach Einschätzung von Airbus europäische Gebrauchsvorschriften geben. Der Test bei Ingolstadt soll den Einsatz von Passagierdrohnen im städtischen Umfeld vorbereiten.

Flugtaxis der Konkurrenz sind bereits abgehoben

Airbus muss dabei einen Rückstand aufholen. So unternahm Konkurrent Boeing bereits im Januar in den USA einen Testflug mit dem Prototypen eines autonomen Elektro-Lufttaxis.

Foto: REUTERS

Auch die Autobranche mischt in der Entwicklung von Flugtaxis mit. So ist Daimler am Start-up Volocopter beteiligt, das sich ebenso wie Airbus einen regelmäßigen Flugnahverkehr von Stadtzentren zu außerhalb gelegenen Flughäfen vorstellt. Der Frankfurter Airport prüft derzeit mit Volocopter ein solches Projekt.

Zahlreiche Start-ups als Konkurrenz

Neben klassischen Industriefirmen wollen auch Start-ups durchstarten. Das Flugtaxi des Anbieters Lilium hat der ehemalige McLaren-Designer Frank Stephenson entworfen. Im Geschäft ist auch Google-Mitgründer Larry Page, der die Firma Kitty Hawk mitfinanziert. Sie plant ebenfalls eigene Kleinflugzeuge.

Die neuen Fluggeräte konkurrieren eher mit dem Autoverkehr oder dem öffentlichen Nahverkehr als mit dem klassischen Luftverkehr. "Solche Luftfahrzeuge werden wahrscheinlich nicht von Stadt zu Stadt fliegen", sagte ein Airbus-Sprecher.

Fotostrecke

Cityairbus: Fluggerät für den Stadtverkehr

Aber auch die Ähnlichkeit zum klassischen Taxi ist zunächst begrenzt. Der Cityairbus soll anfangs wie ein fliegender Expressbus nur auf festen Routen unterwegs sein. Individuell fliegen könne man damit nicht, erklärte der Airbus-Sprecher.

ene/dpa

insgesamt 56 Beiträge
emil_erpel8 11.03.2019
1.
Huch, normalerweise gehen Flugautos in den Meldungen doch seit Jahrzehnten immer "in zwei Jahren in Massenfertigung". Läßt isch bei autonomen, ki-gesteuerten, cloudbasierten [...]
Huch, normalerweise gehen Flugautos in den Meldungen doch seit Jahrzehnten immer "in zwei Jahren in Massenfertigung". Läßt isch bei autonomen, ki-gesteuerten, cloudbasierten Flug-Blockchain-Sharedeconomy-Killerapp-Taxi keine seriöre Schätzung abgeben, wann wir es alle benutzen werden?
PeterVietz 11.03.2019
2. Brennstoffzelle
Mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle ist die Reichweite deutlich höher als 50 km und das Gewicht wesentlich niedriger als nur mit Li-Ion-Akku. Hoffentlich haben unsere Ingenieure daran gedacht. In der deutschen [...]
Mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle ist die Reichweite deutlich höher als 50 km und das Gewicht wesentlich niedriger als nur mit Li-Ion-Akku. Hoffentlich haben unsere Ingenieure daran gedacht. In der deutschen Autoindustrie leider nicht, es ist nur ein einziges Brennstoffzellen-Auto lieferbar, der Mercedes GLC Fuel-Cell. Und in der Brennstoffzelle liegt die Zukunft der Automobilindustrie, nicht im 500 kg-Pack Li-Ion-Akku. PS: Wasserstoff für die Brennstoffzelle wird in Zukunft durch überschüssige regenerative Energie erzeugt.
rumpelstilzchen1980 11.03.2019
3.
Immer diese Nebelkerzen um am Boden nicht endlich für Ordnung sorgen zu müssen. Luftraum ist begrenzt, oftmals überlastet und die Dinger sind vom Lärm die Hölle. Und das wo unsere Städte heute schon zu laut sind...
Immer diese Nebelkerzen um am Boden nicht endlich für Ordnung sorgen zu müssen. Luftraum ist begrenzt, oftmals überlastet und die Dinger sind vom Lärm die Hölle. Und das wo unsere Städte heute schon zu laut sind...
johannesg???~ 11.03.2019
4.
Tolle Idee: lasst uns von den klimaschädlichen Autos auf Hubschrauber umsteigen. Manchmal hat man das Gefühl, dass irgendwelche bescheuerten Sachen vorgestellt werden die futuristisch aussehen und dann als Zukunftskonzept [...]
Tolle Idee: lasst uns von den klimaschädlichen Autos auf Hubschrauber umsteigen. Manchmal hat man das Gefühl, dass irgendwelche bescheuerten Sachen vorgestellt werden die futuristisch aussehen und dann als Zukunftskonzept dargestellt werden, obwohl ihre einzige Daseinsberechtigung ist, dass sie iwo in einem Film aufgetaucht sind.
taglöhner 11.03.2019
5.
Quellen?
Zitat von emil_erpel8Huch, normalerweise gehen Flugautos in den Meldungen doch seit Jahrzehnten immer "in zwei Jahren in Massenfertigung". Läßt isch bei autonomen, ki-gesteuerten, cloudbasierten Flug-Blockchain-Sharedeconomy-Killerapp-Taxi keine seriöre Schätzung abgeben, wann wir es alle benutzen werden?
Quellen?

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