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Mobilität

Bertone-Studie Jaguar B 99

Hübscher Konkurrent für BMW, Audi & Co.

Das italienische Designhaus Bertone stellt auf dem Autosalon in Genf die Studie B 99 vor. Und das ist nicht irgendein Phantasieauto, sondern ein recht konkreter Vorschlag, wie eine kompakte Jaguar-Limousine aussehen könnte. Nämlich ganz anders als die aktuellen Modelle.

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Donnerstag, 24.02.2011   12:08 Uhr

Seit die Briten den Mittelklassewagen Jaguar X-Type vor zwei Jahren eingestellt haben, hat die Traditionsmarke kein so genanntes Einstiegsmodell mehr. Und die beiden verbliebenen, großen Limousinen-Baureihen XF und XJ, wurden von Jaguar Chefdesigner Ian Callum radikal modernisiert und von jeglichem Retro-Tand befreit. Auf dem Autosalon in Genf erhält Jaguar vom 3. bis 13. März nun von unerwarteter Seite Unterstützung: Das italienische Designunternehmen Bertone stellt die Studie Jaguar B 99 vor, wobei B für Bertone steht und die Ziffer für die inzwischen 99-jährige Unternehmensgeschichte der Firma aus der Nähe von Turin.

Der Jaguar B 99 wird zweifellos einer der Messestars werden. Das liegt an seinem überzeugenden Design ebenso wie an der erfreulichen Perspektive, die mit jenem Konzeptauto verbunden ist. Denn die Marke Jaguar, inzwischen ein Teil des indischen Tata-Konzerns, könnte ein etwas billigeres, kleineres, häufiger verbreitetes Modell gut brauchen. Ein Auto in dem Segment also, in dem sich beispielsweise auch der BMW 3er, der Audi A4 oder die Mercedes C-Klasse tummeln. Rein formal passte der B 99 dort haargenau hinein: Die Studie ist 4,50 Meter lang, lediglich 1,35 Meter hoch und 1,95 Meter breit. Das ergibt einen selbstbewussten, stattlichen und zugleich sportlichen Auftritt.

Auf den ersten Blick sieht der B 99 aus wie ein Coupé, tatsächlich aber gibt es vier Türen. Die hinteren Pforten sind auch hinten angeschlagen, eine Lösung, wie sie auch der Rolls-Royce Phantom oder der Opel Meriva bieten. Die Formen des Autos sind reduziert, die Proportionen klassisch, die große Linie überaus elegant. Falls dieser Wagen alle nötigen Sicherheitsstandards erfüllt, wäre das Argument, dass die aktuellen EU-Regelungen zu Crashverhalten und Fußgängerschutz automatisch zu klobig-aufgedunsenen Karosseriekörpern führen, eindrucksvoll widerlegt.

Eleganz gepaart mit einem noch unbekannten Hybridantrieb

Auffällig sind neben der sauberen Stilistik der Studie, die ohne jede Traditionstümelei wohltuend an die Linien des ehemaligen XJ erinnert, die extrem schmalen Scheinwerfer und Rückleuchten. Im Innenraum herrscht eine gediegene Atomsphäre, die durch reichlich Leder, gebürstetes Aluminium und afrikanisches Walnussholz erzeugt wird. Unter der Motorhaube der Studie steckt nach Bertone-Angaben ein Hybridantrieb, zu dessen näheren Spezifikationen erst auf der Messe Auskunft gegeben werden soll. Neben der lässigen Limousine wird auf dem Bertone-Stand auch noch eine rasante GT2-Rennversion der B-99-Studie stehen, die auf die große sportliche Tradition der Marke Jaguar hinweisen soll.

Die britische Marke selbst feiert in Genf den 50. Geburtstag der Sportwagen-Ikone E-Type, die im Jahr 1961 an gleicher Stelle erstmals präsentiert wurde. Außerdem stellt Jaguar das Modell XKR-S vor, eines der stärksten Modell überhaupt in der Unternehmensgeschichte. Der Sportwagen tritt mit einem 5-Liter-V8-Kompressormotor an, der 550 PS leistet und ein Drehmoment von 680 Nm entwickelt. Damit sei eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 4,4 Sekunden möglich und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Darüber hinaus merken die Briten stolz an, dass der Wagen das einzige Modell seiner Art sei, das weniger als 300 Gramm CO2 je Kilometer ausstoße.

insgesamt 15 Beiträge
Michael KaiRo 24.02.2011
1. Blitzlicht kaputt?
Bischen unterbelichtet die Fotos. Das erste sieht ja nun mal wie ein Maserati aus. Meiner Ansicht nach sind italienische Designer für einen englischen Wagen eher kontraproduktiv. Nun ja....
Zitat von sysopDas italienische Designhaus Bertone stellt auf dem Autosalon in Genf die Studie B 99 vor. Und das ist nicht irgendein Phantasieauto, sondern ein recht konkreter Vorschlag, wie eine kompakte Jaguar-Limousine aussehen könnte. Nämlich ganz anders als die aktuellen Modelle. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,747215,00.html
Bischen unterbelichtet die Fotos. Das erste sieht ja nun mal wie ein Maserati aus. Meiner Ansicht nach sind italienische Designer für einen englischen Wagen eher kontraproduktiv. Nun ja....
mat76 24.02.2011
2. Vielleicht
Vielleicht sollen es LowKey Aufnahmen darstellen. Macht nur bei solchen Produktfotos gar keinen Sinn... Ansonsten wäre das Design wäre bis auf den Kühlergrill am Heck Klasse. Viel besser, als das was Jaguar aktuell zu [...]
Vielleicht sollen es LowKey Aufnahmen darstellen. Macht nur bei solchen Produktfotos gar keinen Sinn... Ansonsten wäre das Design wäre bis auf den Kühlergrill am Heck Klasse. Viel besser, als das was Jaguar aktuell zu verkaufen versucht.
Leser161 24.02.2011
3. Wenigsten ein Jaguar
Zwar nicht hübsch, sieht aber wenigstens nach Jaguar aus. Im Gegensatz zu den aktuellen Modellen, bei denen der Wiedererkennungswert äh Retrotand gründlichst entfernt wurde.
Zwar nicht hübsch, sieht aber wenigstens nach Jaguar aus. Im Gegensatz zu den aktuellen Modellen, bei denen der Wiedererkennungswert äh Retrotand gründlichst entfernt wurde.
barlog 24.02.2011
4.
Nur, weil ihnen die aktuellen Jaguarmodelle nicht gefallen, heißt das nicht, daß Jaguar sie zu "verkaufen versucht" - siehe hier [...]
Zitat von mat76Vielleicht sollen es LowKey Aufnahmen darstellen. Macht nur bei solchen Produktfotos gar keinen Sinn... Ansonsten wäre das Design wäre bis auf den Kühlergrill am Heck Klasse. Viel besser, als das was Jaguar aktuell zu verkaufen versucht.
Nur, weil ihnen die aktuellen Jaguarmodelle nicht gefallen, heißt das nicht, daß Jaguar sie zu "verkaufen versucht" - siehe hier (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/jaguar-gelingt-das-comeback/3650866.html) Natürlich sieht die abgebildete Studie beeindruckend aus, wie jedes Auto, das fast 2m breit und deutlich weniger als 1,5m hoch ist. Und, weil es wirklich vorn was von Maserati und seitlich von Alfa hat. Ich denke, es wird wegen zu hohen orthopädischen Ansprüchen an die Kundschaft, die es sich leisten könnte, nicht produziert werden.
Salatsauce 24.02.2011
5. .
Ich find das Modell ganz hübsch. Gelungene Mischung als dem traditionellen Jaguar Design und moderneren Zügen. Bin mal auf die Preise gespannt - würde mich erstaunen, wenn Jaguar sowas zu Audi-A4 Preisen auf den Markt bringt.
Ich find das Modell ganz hübsch. Gelungene Mischung als dem traditionellen Jaguar Design und moderneren Zügen. Bin mal auf die Preise gespannt - würde mich erstaunen, wenn Jaguar sowas zu Audi-A4 Preisen auf den Markt bringt.

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