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Mobilität

Unfälle im Straßenverkehr

Kassenarzt-Chef fordert Verbot von E-Scootern

"Aus medizinischer Sicht sind sie einfach zu gefährlich": Geht es nach dem Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, gehören Elektro-Tretroller in Deutschland verboten. Ein Unfallforscher widerspricht.

Sina Schuldt/ DPA

E-Scooter-Fahrer in Hannover: Die Debatte um ein Verbot hält an

Montag, 09.09.2019   06:54 Uhr

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat sich für ein Verbot von E-Scootern ausgesprochen. "E-Tretroller sollten komplett verboten werden. Nur das würde helfen, Verletzungen zu vermeiden", sagte Gassen der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Aus medizinischer Sicht sind sie einfach zu gefährlich, also weg damit."

Die "schlimmsten Befürchtungen" seien eingetreten, sagte Gassen. "Überall dort, wo diese Fahrzeuge inzwischen rumfahren, haben wir deutlich mehr Verletzte." Das beginne bei komplexen Brüchen von Armen und Beinen und reiche bis zu Kopfverletzungen und Todesfällen. Aus ärztlicher Perspektive sei es "unverantwortlich" gewesen, die E-Tretroller in Deutschland zuzulassen.

Video: Wenn E-Scooter zur Stolperfalle werden

Foto: SPIEGEL ONLINE

Der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Versicherer (GdV) widersprach Gassen: "Ein Verbot der E-Tretroller so kurz nach der Einführung zu fordern, ist Quatsch", sagte Brockmann derselben Zeitung. Es sei von vornherein klar gewesen, dass es nach der Zulassung dieses zusätzlichen Verkehrsmittels zu Unfällen kommen würde. "Wir stellen auch schwere Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern fest - aber es würde niemand auf die Idee kommen, sie im Straßenverkehr zu verbieten."

Nötig seien vielmehr strengere Kontrollen und höhere Bußgelder, sagte Brockmann. Es gebe zu viele Nutzer, "die zu zweit oder auf dem Gehweg fahren oder unter Alkoholeinfluss unterwegs sind". Aktuelle Unfallstatistiken zu E-Scootern liegen dem GdV laut Brockmann noch nicht vor.

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Die elektrischen Tretroller sind seit Mitte Juni in Deutschland erlaubt. Nutzer dürfen maximal 20 Stundenkilometer damit fahren und müssen Fahrradwege nutzen - wenn es diese nicht gibt, die Straße. Das Fahren auf Fußwegen und in Fußgängerzonen ist verboten. Der Unmut über die E-Scooter wächst derzeit. Die Kritik entzündet sich vor allem an wild abgestellten Rollern und rücksichtslosen Fahrern.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich am Wochenende gegen strengere Regeln für die elektrischen Tretroller ausgesprochen. Er sei für die "Freiheit im Straßenverkehr", sagte Altmaier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es gebe ohnehin schon "mehr als genug Verbote". Wichtig sei aber, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet bleibe.

aar/AFP

insgesamt 104 Beiträge
derdings123 09.09.2019
1.
Gleich wieder verbieten finde ich übereilt, man sollte der Sache eine echte Chance geben. Mir persönlich sind die Dinger aber zu gefährlich und ich fahre nicht damit. Das muss eben jeder für sich abwägen.
Gleich wieder verbieten finde ich übereilt, man sollte der Sache eine echte Chance geben. Mir persönlich sind die Dinger aber zu gefährlich und ich fahre nicht damit. Das muss eben jeder für sich abwägen.
dasfred 09.09.2019
2. Ich brauche zwar keinen Tretroller
Allerdings finde ich, lasst den Leuten den Spaß, bis sie selbst die Lust verlieren. Das Thema Inline Skates hat sich nach einem riesigen Hype auch von selbst erledigt. Erstmal Herbst und Winter abwarten. Natürlich gibt es [...]
Allerdings finde ich, lasst den Leuten den Spaß, bis sie selbst die Lust verlieren. Das Thema Inline Skates hat sich nach einem riesigen Hype auch von selbst erledigt. Erstmal Herbst und Winter abwarten. Natürlich gibt es Unfälle, aber die gehören nun mal zum allgemeinen Lebensrisiko, dass jeder für sich selbst eingeht. Im nächsten Jahr kann man dann besser beurteilen, ob es mehr Kontrolle und Regeln geben muss, oder ob sich eine Form von Normalität einstellt.
gedankenblitz 09.09.2019
3. Tretroller sind eine Gefahr
Wer glaubt, man könne auch zu zweit damit fahren, dem rufe ich zu zu es geht auch zu dritt. Wer glaubt, Tretroller fahren auf Radwegen, Strassen oder Fußweg, dem rufe ich zu, mit ein wenig Geschick kann man lässig zwischen [...]
Wer glaubt, man könne auch zu zweit damit fahren, dem rufe ich zu zu es geht auch zu dritt. Wer glaubt, Tretroller fahren auf Radwegen, Strassen oder Fußweg, dem rufe ich zu, mit ein wenig Geschick kann man lässig zwischen allen wechseln. Bordsteinabsenkungen für Rollstuhlfahrer, Einfahrten und Fussgaegerueberwege eignen sich besonders. Wer glaubt, diese genialen Fahrzeuge sind berechenbar, dem rufe ich zu, 11jaehrige befassen sich bereits mit Tuning und ich habe noch nie gesehen, dass ein Fahrtrichtungswechsel angezeigt wurde. Die sicherste Methode scheint mir, die Blickrichtung der Piloten zu beobachten. Ich empfehle Herrn Altmaier, diese wundervolle Technik selbst zu nutzen, vor seinem Ministerium stehen genug von den Dingern für ein paar Cent die Minute herum.
alpinium 09.09.2019
4. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
hat wohl ein bisschen zu viel vom Räucherstäbchen genascht! Wenn er die E-Scouter verbieten will, dann muss er auch alle anderen Kraftfahrzeuge verbieten. Alleine 3500 Menschen verlieren durch Pkw und Lkw im Jahr ihr Leben, [...]
hat wohl ein bisschen zu viel vom Räucherstäbchen genascht! Wenn er die E-Scouter verbieten will, dann muss er auch alle anderen Kraftfahrzeuge verbieten. Alleine 3500 Menschen verlieren durch Pkw und Lkw im Jahr ihr Leben, wieviele tausend mehr werden durch sie verletzt. Der Herr gibt hier dummes und populistisches Gesabbel von sich, wahrscheinlich auch nur, um mal wieder seinen unwichtigen Namen in der Presse wiederfinden zu können.
pit.duerr 09.09.2019
5. Ich mag die
Dinger nicht, sehe keinen Nutzen darin, auch nicht für den letzten Kilometer. Wenn ich vorher etliche Kilometer geradelt, geautofahrt oder gegangen bin, kann ich auch den letzten ,getrost so zurücklegen. Umwelttechnisch ist es [...]
Dinger nicht, sehe keinen Nutzen darin, auch nicht für den letzten Kilometer. Wenn ich vorher etliche Kilometer geradelt, geautofahrt oder gegangen bin, kann ich auch den letzten ,getrost so zurücklegen. Umwelttechnisch ist es eh Sperrmüll, siehe Paris. Jetzt gibt es sie halt und wenn die Dinger wegen Gesundheitsgefährdung weg sollen, sollten wir aber auch Ski fahren, Tauchen, Segelfliegen, Auto fahren ,ja sogar generelles Arbeiten, in die Waagschalle werfen.
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