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Mobilität

Höhere E-Auto-Prämie

Welche Elektroautos jetzt günstig werden

Die Bundesregierung will Elektroautos stärker bezuschussen. Dadurch werden vor allem kleine Fahrzeuge attraktiv. Ein Batterieauto rutscht dank der Rabatte jetzt sogar unter die 10.000-Euro-Marke.

DPA

Elektroautos werden mit der neuen Prämie jetzt deutlich günstiger

Von
Mittwoch, 06.11.2019   11:50 Uhr

Für den Kauf eines Elektroautos gibt es künftig deutlich höhere Zuschüsse. Darauf haben sich die Regierung und Autoindustrie geeinigt. Damit rücken Elektroautos preislich deutlich näher an Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Besonders aber profitieren elektrische Kleinwagen von der höheren Kaufprämie.

Denn künftig soll die Förderung vom Preis des Autos abhängig sein:

Die Kaufprämie soll bis Ende 2025 verlängert werden. Bisher war die vor mehr als drei Jahren eingeführte Prämie bis Ende 2020 befristet. Kunden sollen die höhere Prämie noch in diesem Monat in Anspruch nehmen können.

Die wichtigsten Fragen für Käufer im Überblick:

Wer zahlt was?

Die Automobilhersteller tragen die Kosten für den Umweltbonus zur Hälfte. Den anderen Teil schießt der Bund zu. Die Hersteller ziehen ihre Hälfte der Prämie bereits direkt im Kauf- oder Leasingvertrag ab. Dann müssen die Käufer den Antrag stellen.

Wo müssen E-Auto-Käufer den Antrag stellen?

Den Antrag müssen Käufer beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stellen. Das geht nur elektronisch auf der Website des Bundesamtes.

Wer kann einen Antrag stellen?

Es können Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine einen Antrag stellen.

Welche Unterlagen braucht man?

Im Online-Portal müssen Antragsteller den Kauf- beziehungsweise Leasingvertrag in Verbindung mit der verbindlichen Bestellung einreichen.

Wie geht es nach der Antragstellung weiter?

Wird der Antrag genehmigt, folgt der sogenannte Zuwendungsbescheid, also die Bestätigung. Spätestens neun Monate nach deren Erhalt müssen Kunden das Auto zugelassen haben. Dazu muss man beim Kauf die Rechnung und die Zulassungsbescheinigung Teil I und II elektronisch einreichen. Nach erfolgreicher Prüfung wird der Bundesanteil vom Umweltbonus auf das Konto des Käufers überwiesen.

Sind Elektroautos jetzt so teuer wie Verbrenner?

Durch die höhere Prämie sinkt der preisliche Abstand zwischen Verbrenner und Elektroauto zwar stark. Allerdings sind die E-Autos trotzdem meist noch deutlich teurer, mit einigen Ausnahmen. Viele Fahrzeuge kommen nun dank der erhöhten Zuschüsse trotzdem nah an die 20.000-Euro-Grenze heran. Ein Elektroauto schafft es unter Berücksichtigung des Bonus sogar unter die 10.000-Euro-Marke.

Wie teuer die Elektroautos nach Abzug der Prämie im Vergleich zu einem Auto mit konventionellem Antrieb sind, sehen Sie in der folgenden Übersicht. Dort sind einige aktuelle Elektroautos unter 40.000 Euro aufgelistet:

Die Autohersteller wollen in den kommenden Monaten und Jahren ihr Angebot von E-Autos deutlich ausbauen. Viele der neuen Modelle stammen allerdings von den sogenannten Premium-Herstellern und sind entsprechend teuer. Bisher wurden Elektroautos allerdings nur bis zu einem Netto-Listenpreises von 60.000 Euro gefördert. Die neue Deckelung der Förderung liegt nun bei 65.000 Euro.

Gleichzeitig sind auch einige Modelle zwischen 40.000 Euro und 65.000 Euro auf dem Markt. Darunter fallen beispielsweise der Nissan Leaf Plus, das Tesla Modell 3, der Mercedes EQC, der Jaguar I-Pace, sowie die Wasserstoffmodelle Hyundai Nexo und Toyota Mirai.

Einige Modelle sind für die neue Förderung trotzdem zu teuer. Dazu zählen beispielsweise das Tesla Model S und Model X. Auch das Wasserstoffmodell Mercedes GLC-F-Cell liegt preislich über dem Deckelungsbetrag von 65.000 Euro

Mit dem wachsenden Angebot an E-Autos steigen derzeit auch die Zulassungszahlen von E-Autos, aber auf einem immer noch niedrigen Niveau. Im August waren rund 220.000 Elektrofahrzeuge zugelassen. Mit der höheren Prämie will die Bundesregierung daher weitere 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeuge fördern.

Um die Klimaziele 2030 zu schaffen, müsste der Fahrzeugbestand an E-Autos bis dahin auf sieben bis zehn Millionen E-Autos in Deutschland angewachsen sein. Das geht aus dem "Masterplan Ladeinfrastruktur" der Bundesregierung hervor. Doch schon einmal hat sich die Regierung Ziele gesetzt, die sie dann später wieder einkassierte. Bis 2020 sollten bereits eine Million E-Autos auf den Straßen rollen, hieß es vor Jahren. Längst hat die Regierung eingeräumt, dass dieses Ziel verfehlt werden wird.

Ein flächendeckendes Ladenetz gilt zudem als zentrale Voraussetzung für den Erfolg der E-Mobilität. Derzeit gibt es rund 21.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Daher wurde auf dem Autogipfel der Bundesregierung nun auch vereinbart, dass in den kommenden zwei Jahren 50.000 neue öffentliche Ladepunkte entstehen sollen.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorigen Version des Textes hieß es irrtümlich, dass die Modelle I-Pace, Nexo, Mirai und EQC nicht förderfähig seien. Wir haben den Text angepasst.

insgesamt 295 Beiträge
Judex non calculat 06.11.2019
1. Leider noch nicht überzeugend
... ist die Reichweite der Fahrzeuge. vor allem wenn man die geschönten Herstellerangaben mit realen Testwerten vergleicht. Bleibt nur, auf bessere Batterien zu warten.
... ist die Reichweite der Fahrzeuge. vor allem wenn man die geschönten Herstellerangaben mit realen Testwerten vergleicht. Bleibt nur, auf bessere Batterien zu warten.
bebreun 06.11.2019
2. so langsam kapierts die Regierung
Während in vielen Länder schon seit Jahren E-Autos gewaltig gefördert wurden hat unsere Regierung jetzt langsam ein brauchbares Förderniveau geschaffen. Die Autoindustrie hatte jahrelang entsprechende Forderungen erfolglos [...]
Während in vielen Länder schon seit Jahren E-Autos gewaltig gefördert wurden hat unsere Regierung jetzt langsam ein brauchbares Förderniveau geschaffen. Die Autoindustrie hatte jahrelang entsprechende Forderungen erfolglos platziert, ein Markterfolg der frühen E-Fahrzeugangebote war an der fehlenden Attraktivität gescheitert. Hätte es die heutigen Förderungen vor 10 Jahren gegeben wäre die deutsche Fahrzeugindustrie Vorreiter geblieben. Mangels Marktnachfrage und Förderungen ist z.B. Daimler vor einigen Jahren aus der in Kamenz bereits pilothaft gestarteten Batteriezellen-Produktion ausgestiegen. Das hätte regierungsseitig in Verbindung mit der Forderung nach einer Mio E-Fahrzeuge und geeigneter frühzeitiger Fördermassnahmen wirkungsvoll unterbunden werden können.
santoku03 06.11.2019
3.
Warum verlangt denn die CDU in diesem Kontext nicht auch eine Bedürftigkeitsprüfung, anstatt die Zuschüsse mit der Gießkanne zu verteilen?
Warum verlangt denn die CDU in diesem Kontext nicht auch eine Bedürftigkeitsprüfung, anstatt die Zuschüsse mit der Gießkanne zu verteilen?
johnwayne87 06.11.2019
4. Ich würde
Ich würde mir ein e-Auto kaufen. Nur als Straßenparker und bei der jetzigen Infrastruktur kann ich das ja mal voll vergessen! Meines Erachtens sollte das Geld in einen klar reglementierten Ausbau der Ladeinfrastruktur gehen. [...]
Ich würde mir ein e-Auto kaufen. Nur als Straßenparker und bei der jetzigen Infrastruktur kann ich das ja mal voll vergessen! Meines Erachtens sollte das Geld in einen klar reglementierten Ausbau der Ladeinfrastruktur gehen. Ein Stecker, bezahlen mit Bank- oder Kreditkarte und das alles gesetzlich klar definiert. Derzeit kocht da ja jeder noch sein eigenes Süppchen.
user2016 06.11.2019
5.
Ist schon krass, wenn man bedenkt das ein Dacia als Neuwagen ~8.000 € kostet. Da brauchen die E-Autos noch ein paar Jahre bis sie preislich wirklich konkurrenzfähig werden und für den Verbraucher attraktiv werden.
Ist schon krass, wenn man bedenkt das ein Dacia als Neuwagen ~8.000 € kostet. Da brauchen die E-Autos noch ein paar Jahre bis sie preislich wirklich konkurrenzfähig werden und für den Verbraucher attraktiv werden.

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