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Mobilität

Keine Neuzulassungen ab 2030

Grüne fordern erneut Verbrennerausstieg

Raus aus dem Verbrenner bis 2030 - das will Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter per Gesetz festlegen. Teile der Industrie sind dagegen schon weiter.

DPA

Montag, 08.04.2019   14:17 Uhr

Die Grünen fordern erneut ein Verbot neuer Autos mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2030. In einem Thesenpapier, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt, fordert Fraktionschef Anton Hofreiter, dass "ab 2030 nur noch abgasfreie Autos neu zugelassen werden" dürfen. Bereits zugelassene Verbrenner dürften aber weiter fahren.

Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor müsse gesetzlich festgelegt werden, heißt es in dem Papier. Denn um die Klimaziele zu erreichen und die Autobranche umzubauen brauche es verkehrspolitisch einen "großen Wurf". Mit einem klaren Fahrplan für das Ende der Produktion von Diesel- und Benzinautos wollen die Grünen Planungssicherheit für Industrie und Beschäftigte schaffen.

Ähnliche Regelungen sind bereits in mehreren Ländern in Kraft, so sollen in Norwegen ab 2025 keine Neuwagen, die mit fossilen Kraftstoffen betrieben werden, mehr auf den Markt kommen. Dänemark möchte den Verbrennerausstieg bis 2030 vollziehen, Frankreich bis 2040. Und auch der Bundesrat hatte sich für das Jahr 2030 als Enddatum für die Neuzulassung von Verbrennern ausgesprochen.

Volkswagen plant bereits den Ausstieg

Auch Teile der deutschen Autoindustrie bereiten sich auf den Anfang vom Ende des Verbrenners vor. Bei Volkswagen soll im Jahr 2026 "der letzte Produktstart auf einer Verbrennerplattform" beginnen, erklärte VW-Chefstratege Michael Jost im Dezember 2018. Für den Komplettausstieg gibt es jedoch noch kein festes Datum, VW erwartet den Verkauf des letzten Verbrenners laut Jost erst im Jahr 2040.

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Elektromotor statt Verbrenner: Die Exitstrategien der Autohersteller

Mercedes-Benz plant dagegen weiterhin fest mit Benzin- und Dieselmotoren und möchte lediglich bis 2022 das gesamte Portfolio elektrifizieren. Bei der Kleinwagen-Tochter Smart ist der Wechsel dagegen beinahe vollzogen: Ab dem Jahr 2020 soll die Marke nur noch reine Elektroautos anbieten.

ene

insgesamt 66 Beiträge
schulz.dennis.84 08.04.2019
1. Mit grüner Begeisterung in den Abgrund!
Ich wohne in einer süddeutschen Kleinstadt. Die ganze Region lebt faktisch von der Autoteile-Zulieferung-Industrie. Wir haben hier Bosch, Mahle, Behr und viele andere Zuliefererbetriebe der Autoindustrie. Da hängen [...]
Ich wohne in einer süddeutschen Kleinstadt. Die ganze Region lebt faktisch von der Autoteile-Zulieferung-Industrie. Wir haben hier Bosch, Mahle, Behr und viele andere Zuliefererbetriebe der Autoindustrie. Da hängen hunderttausende von Arbeitsplätze dran. E-Autos brauchen keine Zündkerzen, Anlasser, Motorkolben, Lichtmaschinen, usw. Grüne Ideologie wird meine Region in die Armut treiben und aus Deutschland ein heruntergekommenes Dritte Welt Land machen.
AGCH 08.04.2019
2.
Es gäbe natürlich auch klimaneutrale Treibstoffe für Verbrenner. Etwas Forschung zur Produktion ist da sicher noch erforderlich, aber mit der Forderung nach 100% elektrisch wird sich das Interesse an der Forschung wohl in [...]
Es gäbe natürlich auch klimaneutrale Treibstoffe für Verbrenner. Etwas Forschung zur Produktion ist da sicher noch erforderlich, aber mit der Forderung nach 100% elektrisch wird sich das Interesse an der Forschung wohl in Grenzen halten. Es ist immer besser, nicht nur auf ein Pferd zu setzen, Herr Hofreiter!
mobilist75 08.04.2019
3. Ohne Wandel geht die komplette Autoindustrie in den Abgrund!
Der Anteil der in Deutschland verkauften Fahrzeuge der deutschen Hersteller lag 2015 bei ca. 11%. Tendenz weiter sinkend. Wenn die großen Märkte auf E-Mobilität umsteigen, dann schadet ein künstliches Festhalten am [...]
Der Anteil der in Deutschland verkauften Fahrzeuge der deutschen Hersteller lag 2015 bei ca. 11%. Tendenz weiter sinkend. Wenn die großen Märkte auf E-Mobilität umsteigen, dann schadet ein künstliches Festhalten am Verbrennungsmotor der deutschen Automobilindustrie (OEMs plus Tier1 bis 3 Zulieferer) mehr, als ein mittel- bis langfristig gepkanter und angekündigter Umstieg. Die Wahl, die man heute noch hat ist entweder, sich mit dem entsprechenden Zeithorizont anzupassen oder komplett in die Zweitrangigkeit abzurutschen oder gar komplett vom Markt zu verschwinden. Also 815 Tausend Beschäftigte ins bodenlose stürzen zu lassen oder für ca. 100 bis 130 Tausend Beschäftigte Alternativen zu finden. Das muss man einfach abwägen! Sicher ist das für einzelne KMUs gerade bei den Zulieferern schwierig, bei einzelnen fast unmöglich. Aber viele Zulieferer stellen sich schon seit einiger Zeit um und investieren für die Zukunft. Wer noch am Verbrennungsmotor festhält, den wird der Wandel kalt erwischen. Andere Jobs (mit natürlich unterschiedlichen Anforderungen) werden durch die E-Mob und neue Mobilitätsdienstleistungen entstehen. Den Umstieg muss man hinbekommen, sonst wird es wirklich eng. Ein reflexartiges Klammern an "Auslaufmodellen" wird da nicht die Lösung sein, daher ist ein politisch verbindlicher Ausstieg keine "Ideologie", sondern Weitblick. Und leider mangelt es an diesem bei vielen politischen Entscheidungsträgern ... vermutlich bewusst auch immer im Hinblick auf die kommenden Legislaturperiode. Und deswegen wird das die Politik auch nicht hinbekommen, sondern die Unternehmen müssen selber agieren!
karlsiegfried 08.04.2019
4. Na dann los
So werden auch die Grünen ab 2030 nur noch zu Fuss gehen oder mit dem E-Roller unterwegs sein. Das ist wirklich nachahmenswert und Getöse um Nichts obendrein.
So werden auch die Grünen ab 2030 nur noch zu Fuss gehen oder mit dem E-Roller unterwegs sein. Das ist wirklich nachahmenswert und Getöse um Nichts obendrein.
gaheris 08.04.2019
5. Zu 1 auch ich komme aus Süddeutschland
Planbare Rahmenbedingungen schaffen Jobs, dazu gehören auch Umbrüche. Festhalten an veralteter Technik vernichten diese. Beispiele gibt es viele.
Planbare Rahmenbedingungen schaffen Jobs, dazu gehören auch Umbrüche. Festhalten an veralteter Technik vernichten diese. Beispiele gibt es viele.
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