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Mobilität

Kosten für Autofahrer

So wirkt sich die neue CO2-Messung auf die Kfz-Steuer aus

Ab diesem Jahr wird der Schadstoffausstoß von Autos neu berechnet. Viele Autofahrer müssen in der Folge mit einem höheren Kfz-Steuerbetrag rechnen. Der Überblick.

dpa

Neuwagen auf einem Schifftransporter

Von
Mittwoch, 25.01.2017   16:37 Uhr

Wolfgang Schäuble (CDU) reibt sich die Hände: Der Finanzminister rechnet zwischen 2018 und 2022 mit Mehreinnahmen bei der Kfz-Steuer von 1,1 Milliarden Euro. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, über den zuerst das "Handelsblatt" berichtete und der SPIEGEL ONLINE vorliegt. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat diese Pläne gegenüber dem Bayerischen Rundfunk bestätigt. Die Prognosen hängen demnach mit der Einführung eines neuen Messverfahrens für die Kohlendioxid (CO2)-Emission von Pkw zusammen.

Müssen also bald alle Autobesitzer tiefer in die Tasche greifen? Die Hintergründe im Überblick.


Welche Rolle spielt der CO2-Ausstoß eines Autos bei der Kfz-Steuer?

Die Höhe der CO2-Emission ist einer von drei Faktoren zur Berechnung der Kfz-Steuer - neben der Größe des Hubraums sowie der Antriebsart (Benzin-, Diesel- oder Elektromotor). Je nach Zulassungsdatum eines Pkw gibt es eine Freigrenze für den CO2-Wert, der in Gramm pro Kilometer angegeben wird. Jedes weitere Gramm über der steuerfreien Grenze kostet zwei Euro.

Beispiel: Ein VW Golf VII TSI Blue Motion hat laut offiziellen Angaben einen CO2-Wert von 99 g/km, macht also einen Aufschlag von acht Euro. Insgesamt beträgt die Höhe der Kfz-Steuer laut Rechenprogramm des Finanzministeriums 28 Euro.

Anderes Beispiel: Der Bentley Bentayga bläst nach Herstellerangaben 296 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft - macht also 402 Euro Anteil am Steuerbetrag (der laut Finanzministerium bei insgesamt 522 Euro liegt).

Der CO2-Wert wird derzeit im sogenannten NEFZ-Verfahren ermittelt - aber nicht mehr lange.


Was ändert sich beim Messverfahren?

Ab September 2017 wird der NEFZ ersetzt durch den WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure). Dieser soll dafür sorgen, dass die CO2-Werte realistischer ausfallen.

Das NEFZ-Verfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus) hat den Nachteil, dass er den Autoherstellern viele Schlupflöcher bietet. Sie können die Testfahrzeuge auf den Prüfzyklus optimieren. Die Folge sind CO2-Werte, die teils 40 Prozent unter den auf der Straße gemessenen Emissionenswerten liegen. Der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß hängt direkt mit dem Spritverbauch zusammen, für Verbraucher sollen also verlässlichere Werte entstehen.


Heißt das, dass sich bei allen Pkw die Emissionswerte erhöhen - und damit auch die Kfz-Steuerbeträge?

Nein. Nach Ansicht von Experten können die CO2-Werte bei einigen Modellen sogar sinken - und zwar insbesondere bei großen und leistungsstarken Autos. Bei kleinen Pkw, die auf Sparsamkeit getrimmt sind, wird dagegen ein erhöhter Messwert erwartet.

Der Motorexperte Stefan Carstens, Gründer eines auf Abgassensorik spezialisierten Unternehmens, führt das auf die unterschiedlichen Fahrprofile bei NEFZ und WLTP zurück: "Beim WLTP werden die Pkw unter anderem schneller beschleunigen und eine höhere Maximalgeschwindigkeit erreichen. Außerdem ist die auf dem Rollprüfstand zurückgelegte Strecke weiter."

Das hat laut Carstens zur Folge, dass Autos mit wenig Leistung länger unter Volllast fahren und dadurch mehr Sprit verbrauchen. "Ein durchschnittliches Fahrzeug der Polo- oder Golf-Größe hat im NEFZ eine mittlere Antriebsleistung von vier kW benötigt. Im WLTP rechnet man mit sieben kW. Die maximale Antriebsleistung wird sich sogar von rund 34 auf etwa 47 kW erhöhen."

Als die großen Verlierer des WLTP sieht Carstens vor allem die kleinen Autos: "Bei Modellen wie dem VW Up oder dem Smart und bei Autos mit Downsizing-Motoren wie beispielsweise dem Ford Eco Boost werden sich die CO2-Werte wohl um zehn bis 15 Prozent erhöhen."

"Leistungsstarke Autos mit viel PS und großem Hubraum fahren beim WLTP dagegen häufiger als beim NEFZ im unteren Lastbereich und vor allem auch in einem optimalen Gang - beim NEFZ ist die Gangwahl vorgegeben", so Carstens. Ihre CO2-Werte könnten sich dadurch um fünf bis sieben Prozent verbessern.


Was ist bei all dem zu beachten?

insgesamt 119 Beiträge
hansulrich47 25.01.2017
1. War doch klar!
Fast alle, die über die falschen, viel zu geringen Verbrauchswerte geschimpft haben, werden sich nun die Augen reiben: Autofahrer, es wird teurer! Und unsere Politiker werden sagen: Das war eine Gerechtigkeitslücke! Ist doch nur [...]
Fast alle, die über die falschen, viel zu geringen Verbrauchswerte geschimpft haben, werden sich nun die Augen reiben: Autofahrer, es wird teurer! Und unsere Politiker werden sagen: Das war eine Gerechtigkeitslücke! Ist doch nur gut für die Umwelt, wenn ihr Autofahrer mehr zahlt. Das abkassierte Geld verpampeln wir zwar woanders, aber das ist ja schliesslich unsere Sache!
AllesKlar2014 25.01.2017
2. Hersteller, TÜV, Verkehrsminster versagen und belügen...
und der dumme Halter muss dafür jetzt zahlen. Hoffentlich ändert sich unser Rechtssystem bald und lässt entsprechende Sammelklagen wie in USA zu. Ich kaufe ein Auto ja mit den verbrieften Eigenschaften. Warum lässt die Politik [...]
und der dumme Halter muss dafür jetzt zahlen. Hoffentlich ändert sich unser Rechtssystem bald und lässt entsprechende Sammelklagen wie in USA zu. Ich kaufe ein Auto ja mit den verbrieften Eigenschaften. Warum lässt die Politik es zu, dass jetzt die Strafe der Käufer zu zahlen hat. Oder sollen einfach durch die Hintertür KFZ Steuern erhöht werden? Zu offensichtlich. Danke Berlin. Ihr seit wahre Volksvertreter.
Tolotos 25.01.2017
3. Umweltschutz geht in Deutschland aber immer in die gleiche (schmutzige) Richtung!
Sparen und zahlen müssen die Kleinen, und die reichen Umweltsäue werden ganz gezielt verschont. Das gleiche kennen wir ja schon vom EEG, und auch bei der bisherigen Behandlung von schmutzigen Autos. Abgestraft werden in [...]
Sparen und zahlen müssen die Kleinen, und die reichen Umweltsäue werden ganz gezielt verschont. Das gleiche kennen wir ja schon vom EEG, und auch bei der bisherigen Behandlung von schmutzigen Autos. Abgestraft werden in Deutschland immer die, die sich Lobbyismus nicht leisten können! Marktkonforme Demokratie eben! Wer die Politiker schmieren kann bestimmt, was sie spielen.
pace335 25.01.2017
4.
Ja aber jetzt muss bloß keiner der ständig auf den unrealistischen Verbrauchsangaben der Hersteller herum geritten ist sagen, er hätte das nicht gewusst. Da kann ich nur sagen, selber schuld ihr Ökospinner.
Ja aber jetzt muss bloß keiner der ständig auf den unrealistischen Verbrauchsangaben der Hersteller herum geritten ist sagen, er hätte das nicht gewusst. Da kann ich nur sagen, selber schuld ihr Ökospinner.
gollum123 25.01.2017
5. Das Leben heute
willkommen in der Knechtschaft. kauft man für viel Geld, am besten auf pump ein neues Auto welches durch betrug massiv an Wert verliert. Bleibt auf dem Schaden sitzen+ Evt anfallenden Schulden. Und als Belohnung für den betrug [...]
willkommen in der Knechtschaft. kauft man für viel Geld, am besten auf pump ein neues Auto welches durch betrug massiv an Wert verliert. Bleibt auf dem Schaden sitzen+ Evt anfallenden Schulden. Und als Belohnung für den betrug fasst man die Betrüger mit samthandschuhen an weil man ja auch in deren Aktien investiert z.b Beamtenpansion. Das selbe gilt noch viel stärker für die Deutsche Bank

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