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Mobilität

Folgen des neuen Abgastests

Automarkt bricht um 30 Prozent ein

Seit dem 1. September gilt der neue Abgastest WLTP. Das Verfahren, das mehr Transparenz für den Verbraucher bringen soll, hat für die Autohersteller nun Konsequenzen.

Getty Images

Dienstag, 02.10.2018   13:51 Uhr

Der Automarkt in Deutschland ist im September laut Kraftfahrt-Bundesamt um 30 Prozent eingebrochen. Experten führen den Rückgang um 200.000 Neuwagen im Vergleich zum Vorjahr auf den neuen Abgastests WLTP zurück, dessen Einführung einigen Herstellern Probleme bereitet hatte.

Die größten Einbrüche bei den Zulassungen verzeichneten Audi (minus 78 Prozent), Porsche (minus 76 Prozent) und VW (minus 62 Prozent).

Insgesamt stiegen die Pkw-Neuzulassungen aber um insgesamt 2,4 Prozent auf 2,67 Millionen Fahrzeuge. Der Anstieg basiert auch auf dem Rekord-Monat August. In dem sonst eher absatzschwachen Monat wurden 316.405 Pkw neu zugelassen, was einer Steigerung von 24,7 Prozent entspricht. Ein derartiges Wachstum gab es zuletzt vor neun Jahren, als die damalige Umweltprämie eingeführt wurde.

Der Rekordabsatz geht wiederum auch auf den WLTP zurück. Im August schlugen die Händler Autos mit hohen Rabatten los, die noch nach dem alten Abgastest NEFZ zertifiziert worden sind. Für die Käufer hat das keinerlei Nachteile.

Einige Automodelle sind erst wieder ab 2019 erhältlich

Seit dem 1. September gilt das neue Abgasprüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, zu Deutsch "weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren"). Der neue Testzyklus soll für realistischere Verbrauchswerte der Autos sorgen und so mehr Transparenz für den Verbraucher schaffen. Nach dem alten Testverfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) lag der Verbrauch von Neuwagen in Europa noch um durchschnittlich 42 Prozent höher als von den Herstellern angegeben.

Die Hersteller hatten zu spät begonnen, ihre Fahrzeuge nach dem WLTP zu zertifizieren, was zu Engpässen auf den Prüfständen geführt hatte. Einige Automodelle sind erst wieder ab 2019 erhältlich.

Im Video: Abgastricks beim Porsche Cayenne Diesel (SPIEGEL TV von 2017)

Foto: SPIEGEL TV

cfr/rtr

insgesamt 78 Beiträge
materialist 02.10.2018
1. schönes Bild
Das obige Bild veranschaulicht eindrucksvoll das unsere Autokonzerne mit ihren ewig steigenden Absatzzahlen nur getarnte Parkplatzbetreiber sind.
Das obige Bild veranschaulicht eindrucksvoll das unsere Autokonzerne mit ihren ewig steigenden Absatzzahlen nur getarnte Parkplatzbetreiber sind.
finya-satchmo 02.10.2018
2. Sensationsjournalismus
Der Autor liefert hier ein tolles Beispiel dafür, dass im Mediengeschäft nur Bad News Good News sind. Zitat 1: "Der Automarkt in Deutschland ist im September laut Kraftfahrt-Bundesamt um 30 Prozent eingebrochen. " [...]
Der Autor liefert hier ein tolles Beispiel dafür, dass im Mediengeschäft nur Bad News Good News sind. Zitat 1: "Der Automarkt in Deutschland ist im September laut Kraftfahrt-Bundesamt um 30 Prozent eingebrochen. " Also alles kaputt, alles Drama? 30 Prozent! ? Zitat 2: "Insgesamt stiegen die Pkw-Neuzulassungen aber um insgesamt 2,4 Prozent " - wie denn - um 30% eingebrochen und trotzdem mehr?? Es geht faktisch natürlich nur um den Zuwachs, der geringer ausgefallen ist als im Vorjahr. Aber das ist sicher nicht so gut für das Adrenalin, also für die Klickzahlen, oder?
Kurt-C. Hose 02.10.2018
3. Die ganze Welt schüttelt den Kopf
Gibt's eigentlich ein anderes Land auf der Welt, das so dämlich ist, freiwillig eine seiner Schlüsselindustrien zu ruinieren?
Gibt's eigentlich ein anderes Land auf der Welt, das so dämlich ist, freiwillig eine seiner Schlüsselindustrien zu ruinieren?
Flinsenberger 02.10.2018
4. Man kann nur den Kopf schütteln
Wenn man sich anschaut, was Volkswagen da so treibt, kann man nur den Kopf schütteln. Wie Autos nicht ausgeliefert werden, vollumfassende Lieferstops sind, große Motoren nicht mehr angeboten werden.... Ein so [...]
Wenn man sich anschaut, was Volkswagen da so treibt, kann man nur den Kopf schütteln. Wie Autos nicht ausgeliefert werden, vollumfassende Lieferstops sind, große Motoren nicht mehr angeboten werden.... Ein so vollumfängliches Versagen eines Großkonzerns in seinem Kerngeschäft habe ich selten erlebt. Man meinte wohl, sich dank der politischen Verbindungen aus allem rausmogeln zu können. Pfui. Gute Arbeit machen, nicht schummeln, und mit offenem Visier kämpfen, das wäre eine Sache. Aber das ist nur noch peinlich.
Flinsenberger 02.10.2018
5. Folgen des Abgastests?
Der Einbruch sind nicht die Folgen des neuen Abgastests. Sondern die Folgen, dass der VW Konzern gemeint hat, er könnte sich aus der Nummer irgendwie rausmogeln. Und dass er es nicht geschafft hat. Porsche, Audi, VW... was [...]
Der Einbruch sind nicht die Folgen des neuen Abgastests. Sondern die Folgen, dass der VW Konzern gemeint hat, er könnte sich aus der Nummer irgendwie rausmogeln. Und dass er es nicht geschafft hat. Porsche, Audi, VW... was haben die drei Marken gemein? Genau. Sie gehören alle dem gleichen Konzern.
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