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Mobilität

Oldtimer-Ranking

Ein VW Käfer aus den Siebzigern ist so teuer wie ein neuer Polo

Oldtimer sind ein zeitaufwendiges Hobby. Manche Autos gewinnen aber deutlich an Wert - so wie zuletzt der VW Käfer. Im Ranking der Klassiker mit dem höchsten Preiszuwachs nimmt er einen Spitzenplatz ein.

Volkswagen AG
Von Haiko Prengel
Donnerstag, 21.03.2019   13:50 Uhr

Der VW Käfer ist Deutschlands beliebtester Oldtimer - das spiegelt sich jetzt in einem deutlichen Wertzuwachs wider. Der Marktpreis für VW Käfer der Baureihe 1300 (1967 bis 1973) legte im vergangenen Jahr um 45,5 Prozent zu: Für einen Wagen in passablem Zustand müssen Käufer etwa 13.000 Euro zahlen. Das geht aus dem Deutschen Oldtimer Index hervor, den der Verband der Automobilindustrie (VDA) vorgelegt hat.

Damit erreicht ein fast 50 Jahre alter Käfer das Niveau eines neuen VW Polo. Der ist ab 13.700 Euro zu haben - vor Rabatten.

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Deutscher Oldtimer Index: Alltagsklassiker mit Wertzuwachs

Fachleute erklären den Preissprung damit, dass Käfer in gutem Zustand inzwischen wohlhabendere Sammler ansprechen. "Die Klientel hat sich gewandelt", sagt Frank Wilke von der Bochumer Sachverständigenorganisation Classic Analytics, die den Index mit dem VDA erstellt. Ein gepflegter Käfer gehöre aus Sicht einer wachsenden Zahl von Liebhabern zu größeren Kollektionen dazu.

Zudem erforderten die in der Vergangenheit recht günstigen Fahrzeuge wegen ihres Alters vermehrt aufwendige Reparaturen oder Restaurierungen, so der VDA. Auch das schlage sich im Preis nieder.

Seit Jahren führt der Käfer die Top Ten der populärsten Oldtimer im Land an. Anfang 2018 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt 36.258 Exemplare mit H-Kennzeichen.

Fast 50 Prozent Wertsteigerung bei einem BMW

Im Ranking der Oldtimer mit den größten Wertzuwächsen fällt ein weiteres Alltagsauto von früher auf: Für den Opel Kadett 1100 (Baujahr 1965 bis 1971) verzeichneten die Experten einen Preissprung von 23,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Er ist meist für einen mittleren vierstelligen Betrag zu haben. Wilke beobachtet, dass insbesondere Tuning-Fans den Kadett nachfragen und nach dem Kauf mit starken Motoren bestücken.

Übertroffen werden Käfer und Kadett nur vom BMW 3,0 CSi (1971 bis 1975): Der schnelle Bayer mit sechs Zylindern und 200 PS war zuletzt der Oldtimer in Deutschland mit dem höchsten Wertzuwachs, die Steigerung lag bei 46,7 Prozent. Der Marktwert eines Fahrzeugs im Zustand 2 (mängelfrei, mit leichten Gebrauchsspuren) liegt bei fast 70.000 Euro. Ein Grund dürfte die Seltenheit dieses Typs sein, erklärte der VDA. "Heute gibt es nur noch 441 zugelassene Fahrzeuge des BMW-Sportcoupés."

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Autojahrgang 1989: Neues Jahr, neue Oldtimer

Der VDA berechnet den Deutschen Oldtimer Index seit 1999, um die Preisentwicklung der gängigsten Automobilklassiker im Land abzubilden. Partner ist die Bochumer Sachverständigenorganisation Classic Analytics, die auf die Marktbeobachtung klassischer Kraftfahrzeuge spezialisiert ist. Danach verteuerten sich automobile Klassiker in den vergangenen 20 Jahren um 160 Prozent.

Inzwischen ist der große Hype für viele Modelle jedoch abgeflaut. 2018 entwickelten sich die Oldtimerpreise in Deutschland laut VDA nur noch moderat. Der Preisanstieg habe lediglich 2,2 Prozent betragen und damit nur geringfügig über der Inflationsrate gelegen. Daher sei auch grundsätzlich davon abzuraten, Oldtimer als Geldanlage zu betrachten, rät der VDA. In den allermeisten Fällen würden Wertsteigerungen, sofern sie denn vorhanden sind, von laufenden Erhaltungs- und Wartungskosten aufgezehrt.

Die Top Ten der Oldtimer mit dem höchsten Wertzuwachs 2018 sehen Sie in der Fotostrecke.

insgesamt 34 Beiträge
argonaut-10 21.03.2019
1. unverständlich
wieso, Käfer und Bus so gestiegen sind. Es waren Massenautos und die verbliebene Stückzahl ist auch sehr hoch. Das hat natürlich nichts damit zu tun, dass sie trotzdem schön sind. Ansonsten ist diese Liste sicherlich nihct [...]
wieso, Käfer und Bus so gestiegen sind. Es waren Massenautos und die verbliebene Stückzahl ist auch sehr hoch. Das hat natürlich nichts damit zu tun, dass sie trotzdem schön sind. Ansonsten ist diese Liste sicherlich nihct komplett, weil einige wichtige Autos fehlen, die definitiv rein in Bezug auf den prozentualen Zuwachs dazu gehören.
zeisig 21.03.2019
2. Wen wunderts.
Glücklich ist der, der sich so ein Schätzchen als Zweit- oder Drittwagen in die Garage stellen kann. Es geht hier nicht um Alltagstauglichkeit, sonden um Fahrgefühle. Ich kann das mit dem Handelswert gut nachvollziehen.
Glücklich ist der, der sich so ein Schätzchen als Zweit- oder Drittwagen in die Garage stellen kann. Es geht hier nicht um Alltagstauglichkeit, sonden um Fahrgefühle. Ich kann das mit dem Handelswert gut nachvollziehen.
fatherted98 21.03.2019
3. bin selbst...
...einen Käfer gefahren....habe einen als Ersatzfahrzeug für 3 Wochen fahren müssen weil meiner in der Werkstatt war....und den Hype der um diese Karre gemacht wird war mir damals wie heute absolut unverständlich.
...einen Käfer gefahren....habe einen als Ersatzfahrzeug für 3 Wochen fahren müssen weil meiner in der Werkstatt war....und den Hype der um diese Karre gemacht wird war mir damals wie heute absolut unverständlich.
bunterepublik 21.03.2019
4. Wertzuwachs
Jeweils diejenigen Autos, die von ehedem 14 bis 24 Jahre alte Jungs bewundert wurden oder von den mittlerweile erwachsenen damals 14 Jährigen noch heute positiv in ihrer Erinnerung besetzt sind, haben immer den höchsten [...]
Jeweils diejenigen Autos, die von ehedem 14 bis 24 Jahre alte Jungs bewundert wurden oder von den mittlerweile erwachsenen damals 14 Jährigen noch heute positiv in ihrer Erinnerung besetzt sind, haben immer den höchsten Wertzuwachs. Sind die Liebhaber heute 60-70, also "maximal wohlhabend", werden die Top-Preise für Fahrzeuge um den Jahrgang 1972 aufgerufen. Sind die Liebhaber zwischen 40 und 50, gehts auf ab Mitte Achtziger und Endachtziger-Fahrzeuge. Da die 40 Jährigen noch nicht ganz so wohlhabend sind, sind die Preise dort noch ansteigend. Erhebliche Wertzuwächse sind bei diesen Fahrzeugen noch zu erwarten. Die 50er und 60er-Fahrzeuge werden an Wert verlieren, wie bspw. auch Vorkriegsfahrzeuge. Deren Zenit ist überschnitten. Die Jungs, die 1952 14 oder 20 waren und solche Fahrzeuge bewunderten, sterben langsam aus. Für die Jüngeren sind diese Fahrzeuge bis 1960 nur noch "alter Mist" und nicht mehr emotional von Begehr. Nur noch etwas für echte Liebhaber, nicht für Leute, die nachträglich ihren Jugendtraum verwirklichen wollen...also wird der Wert dort fallen...
Onkel Drops 21.03.2019
5. die Tausch Aktion alt gegen neu....
fraß Unmengen youngtimer. die hier nicht mehr fahren dürften! hebt den Preis auch... genug fluchende Schauber im Bekanntenkreis ,die jetzt die alten Ersatzteile außerhalb der EU suchen müssen . das macht es kostspielig für [...]
fraß Unmengen youngtimer. die hier nicht mehr fahren dürften! hebt den Preis auch... genug fluchende Schauber im Bekanntenkreis ,die jetzt die alten Ersatzteile außerhalb der EU suchen müssen . das macht es kostspielig für den Oldie Fan mit kleiner Geldbörse... (mittlere Geldbörse ebenso !!!)

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