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RM Sotheby's

17 oder 70 Millionen - Porsche-Auktion platzt nach Bühnenpanne

Verwirrung im Raum, Buhrufe Richtung Bühne: Was der Verkauf eines der teuersten Porsche-Modelle werden sollte, wurde zum PR-Desaster für das Auktionshaus RM Sotheby's. Der Wagen ist übrigens noch zu haben.

Jack Schroeder/ Courtesy of RM Sotheby's

Montag, 19.08.2019   02:29 Uhr

Die Eckdaten lesen sich geschichtsträchtig: Der letzte Porsche Typ 64, Baujahr 1939 - das erste Auto, das den Porsche-Schriftzug trug und die Tradition des Herstellers als Sportwagenbauer begründete. Entsprechend elektrisiert war die Sammlerszene, als an diesem Wochenende in Monterey im US-Bundesstaat Kalifornien dieses besondere Auto unter den Hammer kam.

20 Millionen Dollar oder mehr standen als Kaufpreis im Raum. Doch statt des möglichen Rekordverkaufs entwickelte sich eine kuriose Auktionssituation, die sicher noch einiger Erklärung aus dem renommierten Haus RM Sotheby's bedarf.

Was war passiert? Als der Auktionator das Startgebot verkündete (13 Millionen Dollar), zeigte der Bildschirm hinter ihm fälschlicherweise 30 Millionen Dollar an. Beim folgenden Gebot 40 statt 14 und so weiter. Im Raum brach hörbar Unruhe aus, hier schienen gerade sämtliche Rekorde zu purzeln. Erst als der Bildschirm 70 Millionen anzeigte, merkten die Verantwortlichen offenbar, welcher Fehler sich da eingeschlichen hatte. Sie stellten klar, dass 17 Millionen aufgerufen waren. Das Publikum quittierte die Verwirrung mit Buhrufen.

Fotostrecke

Fotostrecke: Ein Porsche mit 40 PS

Der Wagen bleibt auf dem Markt

Im Internet wird nun spekuliert, wie dem Haus so etwas passieren konnte. Die Möglichkeit, dass es sich um einen Scherz oder PR-Stunt gehandelt haben könnte, wies RM Sotheby's zurück: "Vielmehr handelt es sich um ein unglückliches Missverständnis, das durch die Aufregung im Raum verstärkt wurde", hieß es in einer Stellungnahme. Auf den Aufnahmen ist nicht klar zu hören, ob der Auktionator "thirty" oder "thirteen" sagt, also dreißig oder dreizehn. Er scheint selbst einzuräumen, dass seine Aussprache für Verwirrung sorgt. Offenbar hatte die Person, die den Bildschirm bedient, dasselbe Problem.

In jedem Fall endeten die Gebote schließlich bei 17 Millionen Dollar. Das lag unter dem Mindestpreis, den der Besitzer für das Stück Automobilgeschichte festgelegt hatte. Der Porsche ist somit nicht verkauft und noch zu haben.

Die Reaktionen in der Fachwelt sind allerdings eindeutig. Bei Twitter und Instagram ist der Spott groß - aber auch die Enttäuschung über das Vorgehen des Auktionshauses. "Was für ein Witz", zitiert Bloomberg den Sammler Johnny Shaughnessy, der in Monterey dabei war. "Damit haben sie ihre Glaubwürdigkeit verspielt."

jok

insgesamt 17 Beiträge
spon_7302413 19.08.2019
1. Suche den Witz ncht an der Wand, Du hältst ihn in der Hand... ;-))
>>Was für ein Witz", zitiert Bloomberg den Sammler Johnny Shaughnessy, der in Monterey dabei war. "Damit haben sie ihre Glaubwürdigkeit verspielt."
>>Was für ein Witz", zitiert Bloomberg den Sammler Johnny Shaughnessy, der in Monterey dabei war. "Damit haben sie ihre Glaubwürdigkeit verspielt."
ovi100 19.08.2019
2. Verwirrung gewollt?
Bei dem Schlussgebot wechselt der Aktionator zwischen Seventy and Seventeen wie er grade lustig ist..Selbst bei Zwischensummen Fifty und Fifteen gewechselt..
Bei dem Schlussgebot wechselt der Aktionator zwischen Seventy and Seventeen wie er grade lustig ist..Selbst bei Zwischensummen Fifty und Fifteen gewechselt..
2cv 19.08.2019
3. Gier und "Fachpersonal"
Ich kenne RMSothebys von diversen Oldtimer-Messen - bzw. deren Personal. Die sonnen sich gern im vermeintlichen Glanz der Exponate. Wer mal wissen will, in welchem Zustand die Autos wirklich sind, schaue sich die Abstellhalle nach [...]
Ich kenne RMSothebys von diversen Oldtimer-Messen - bzw. deren Personal. Die sonnen sich gern im vermeintlichen Glanz der Exponate. Wer mal wissen will, in welchem Zustand die Autos wirklich sind, schaue sich die Abstellhalle nach der Auktion an - oftmals wahre Seenlandschaften von aufgelaufenen Motor- und Hydraulikölen. Ich habe schon mehrfach mir zumindest 2CV auf ihre vermeintliche "Originalität" angeschaut: was da zusammengeschweißt und gespachtelt wurde, war teils haarsträubend, teils noch nicht mal im Baujahr korrekt etc. Ich bin dann zur Auktionstor gegangen, habe diese auf die Falschinfos im Prospekt und inkorrekte Details hingewiesen: kein Interesse. Die Bubis und Mädels wirkten wie von einer Partyjacht teleportiert, aber nicht wirklich an ihrem Job interessiert. Bei RM wird entweder auf Hype gesetzt, oder Autos präsentiert, die oftmals woanders nicht verkauft werden konnten - überteuert und nicht dem Marktwert entsprechend. Finger weg!
martinmde 19.08.2019
4. da hätte ja auch
jemand von den Bietern protestieren können. Wenn ich 13 biete und 30 wird angezeigt ist das schon ein Unterschied
jemand von den Bietern protestieren können. Wenn ich 13 biete und 30 wird angezeigt ist das schon ein Unterschied
phewww 19.08.2019
5. Ja und?
So etwas kann passieren, wenn der Typ am Mikrophon so eindeutig zweideutig spricht und der (wahrscheinlich) arme Prakti am Eingabetablett hier schlecht gebrieft und überfordert ist. Geholfen hätte es such, wenn im [...]
So etwas kann passieren, wenn der Typ am Mikrophon so eindeutig zweideutig spricht und der (wahrscheinlich) arme Prakti am Eingabetablett hier schlecht gebrieft und überfordert ist. Geholfen hätte es such, wenn im Auktionatorpult ein Display vorhanden wäre. Die Auktion ist also nicht wegen des (durchaus unprofessionellen) Fehlers geplatzt, sondern weil das Mindestgebot einfach nicht erreicht wurde.

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