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Mobilität

Einigung bei Gipfeltreffen

Regierung und Autoindustrie vereinbaren höhere Kaufprämie für E-Autos

Ein höherer Zuschuss von Staat und Herstellern soll den Verkauf von Elektroautos in Deutschland ankurbeln. Zudem soll es deutlich mehr Ladestationen geben. Das sind zentrale Ergebnisse des "Autogipfels" im Kanzleramt.

Marijan Murat/ DPA

Parkplatzmarkierung, die ein Elektroauto symbolisiert

Dienstag, 05.11.2019   10:17 Uhr

Bundesregierung und Autoindustrie haben sich bei einem Spitzentreffen auf eine milliardenschwere höhere Kaufprämie für Elektroautos verständigt. Beide Seiten übernehmen wie bisher jeweils zur Hälfte die Kosten. "Wir brauchen jetzt die Massenwirksamkeit der Mobilität von morgen", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Montagabend nach dem "Autogipfel" im Kanzleramt. Es gehe nun darum, Tempo zu machen und E-Autos alltagstauglich zu machen.

Konkret wurde vereinbart, dass die Kaufprämie für E-Fahrzeuge deutlich aufgestockt und verlängert werden soll. Damit soll ermöglicht werden, weitere rund 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeuge zu fördern, wie die Bundesregierung mitteilte. Die vor mehr als drei Jahren eingeführte Prämie ist bisher bis Ende 2020 befristet und soll nun den Plänen zufolge bis Ende 2025 laufen.

Vorgesehen ist, die Prämie deutlich anzuheben:

Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Netto-Listenpreises von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung soll künftig entfallen.

Mit den höheren Kaufprämien soll der Verkauf von E-Fahrzeugen angekurbelt werden. Zwar steigen die Neuzulassungen, aber auf einem immer noch niedrigen Niveau. Die Autohersteller wollen in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche E-Autos auf den Markt bringen, auch im Massenmarkt (Volkswagen begann am Montag beispielsweise mit der Produktion des Elektroautos ID 3 in Zwickau, mehr dazu erfahren Sie hier).

Vor dem Treffen war zunächst unklar gewesen, ob die Industrie die Kosten weiter anteilig übernimmt. Zur bestehenden Kaufprämie hatten Bund und Industrie jeweils 600 Millionen Euro beigetragen.

Bis 2022 sollen in Deutschland 50.000 neue Ladestationen entstehen

Vereinbart wurde auch, den Aufbau der Ladestationen für E-Autos zu beschleunigen. Zunächst sollen bis 2022 deutschlandweit 50.000 neue Ladestationen entstehen, wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte. Die Automobilwirtschaft wird davon 15.000 öffentliche Ladepunkte beisteuern. "Das ist gut, das ist ein Schritt vorwärts", sagte Weil, der im VW-Aufsichtsrat sitzt. Er verhehle aber nicht, dass man die Ziele höher hätte setzen können. Die Automobilindustrie stehe vor "ganz entscheidenden Jahren", sagte Weil.

Der Präsident des Autoverbands VDA, Bernhard Mattes, sprach von einem "guten Paket", das bei dem Gipfel geschnürt worden sei. Dies sei ein weiterer Schritt nach vorne zur "Mobilität der Zukunft". Es gehe beim Umbruch der Branche auch darum, Beschäftigung zu sichern.

Derzeit gibt es rund 21.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte - vor allem auf dem Land muss man derzeit oft lange suchen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte zu schaffen. Der Bund will in den nächsten Jahren mehr als drei Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. Zudem soll der Bau privater Ladepunkte stärker gefördert werden. Im Miet- und Wohnungseigentumsrecht soll es Erleichterungen geben.

An dem Spitzentreffen nahmen neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mehrere Bundesminister und Ministerpräsidenten teil, dazu die Chefs des Autoverbands VDA sowie von Autoherstellern, Zulieferern und Gewerkschaften.

aar/dpa

insgesamt 216 Beiträge
schamot 05.11.2019
1. VW Lobbyisten
Erst nachdem VW es auch mal gebacken bekommt, ein E Auto zu bauen, werden Steuergelder den ach so armen VW Managern mit ihrer so feinen Moral aufs Konto überwiesen.
Erst nachdem VW es auch mal gebacken bekommt, ein E Auto zu bauen, werden Steuergelder den ach so armen VW Managern mit ihrer so feinen Moral aufs Konto überwiesen.
akkarin 05.11.2019
2. Toll
Und weiter so wie bisher, und bitte nichts ändern, vor allem nicht den Automobilherstellern mal etwas Druck zu machen. Es ist ja schon ein Mantra: die Umwelt hat sich geändert, und da sind die immer grösser werdenden Zentren [...]
Und weiter so wie bisher, und bitte nichts ändern, vor allem nicht den Automobilherstellern mal etwas Druck zu machen. Es ist ja schon ein Mantra: die Umwelt hat sich geändert, und da sind die immer grösser werdenden Zentren und auch immer mehr Personen, die sich ein neues Spielzeug schlicht nicht leisten können. Wir brauchen eine Lösung, und nicht ein weiteres Pimpen der Industrie. Die stand ja auch nicht auf der Matte, als die Gewinne nur so sprudelten. Mit dem Geld könnte der ÖPNV in einigen Städten nahezu perfektioniert werden, so daß vor allem die niedrigeren Einkommen ihre deutlich längeren Anfahrtswege besser bewältigen könnten. So wird es schlicht verschleudert. Und ich kaufe mir kein Auto wegen einer Prämie.
HuFu 05.11.2019
3. Ich als Fußgänger....
habe genau WAS davon? Eine Pedelec-Prämie wäre mal gut oder dass die auch mal belohnt werden, die bereits was für die Umwelt tun. Ist aber so wie immer: Um" Bestandskunden" kümmert man sich nicht, lieber [...]
habe genau WAS davon? Eine Pedelec-Prämie wäre mal gut oder dass die auch mal belohnt werden, die bereits was für die Umwelt tun. Ist aber so wie immer: Um" Bestandskunden" kümmert man sich nicht, lieber "Neukunden" generieren.....
KR-Spiegel 05.11.2019
4. E-Porsche statt Fiat 500 - so klappt die Wende
Der ID.3 kann erst der Anfang sein. Dazu kommen ja bald SUVs, damit man mit 2,5to Leergewicht durch die E-Städte fahren können. Für die Jugend bis Senioren dann ein e-911 Porsche mit 0-100 kmh unter 4s. "Mit Biosprit E85 [...]
Der ID.3 kann erst der Anfang sein. Dazu kommen ja bald SUVs, damit man mit 2,5to Leergewicht durch die E-Städte fahren können. Für die Jugend bis Senioren dann ein e-911 Porsche mit 0-100 kmh unter 4s. "Mit Biosprit E85 für den Fiat 500 würde das nicht passieren"
Nepumuk1234 05.11.2019
5. Gute Idee,
aber es sind natürlich nur 3.000€ Rabatt. Die Industrie kann ihre eigenen Produkte nicht selbst bezuschussen. Schließlich legt die Industrie den Listenpreis und dem Rabatt fest. Da werden die 3.000€ von vorne herein [...]
aber es sind natürlich nur 3.000€ Rabatt. Die Industrie kann ihre eigenen Produkte nicht selbst bezuschussen. Schließlich legt die Industrie den Listenpreis und dem Rabatt fest. Da werden die 3.000€ von vorne herein einkalkuliert, geht gar nicht anders. Aber 3.000€ vom Staat sind natürlich besser als 2.000€.

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