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Mobilität

Stickoxid und Feinstaub

Stellungnahme von Lungenärzten soll Rechenfehler enthalten

Seit Wochen steht ein von mehr als 100 Lungenärzten unterschriebenes Dokument in der Kritik, das die Abgasgrenzwerte angreift. Der "tageszeitung" zufolge hat nun der Initiator mehrere Fehler eingestanden.

DPA

Demonstrantin gegen Fahrverbote

Donnerstag, 14.02.2019   10:20 Uhr

Etwa hundert Lungenärzte hatten im Januar die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide für aus der Luft gegriffen erklärt. Nun hat der Initiator der vieldiskutierten Stellungnahme laut einem Bericht der Berliner "tageszeitung" ("taz") selbst schwere Mängel an dem Dokument eingeräumt.

Das Papier, mit dem die geltenden Grenzwerte infrage gezogen wurden, enthalte mehrere Rechen- und Zahlenfehler, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Hauptautor Dieter Köhler. Falsch sei unter anderem die Berechnung, mit der er die Stickstoffdioxidbelastung aus dem Straßenverkehr mit der durch das Rauchen vergleicht.

In der Stellungnahme der Ärzte heißt es laut "taz", ein Raucher atme in wenigen Monaten die gleiche Stickoxidmenge ein wie ein 80-jähriger Nichtraucher, der sein Leben lang Außenluft im Grenzwertbereich einatme. Tatsächlich aber werde bei Stickstoffdioxid - auf diesen Wert bezieht sich der Vergleich laut Köhler - eine vergleichbare Menge in sechs bis 32 Jahren aufgenommen.

Lesen Sie hier: Ein Pro und Kontra zwischen der Umweltepidemiologin Barbara Hoffmann und dem Lungenfacharzt Dieter Köhler.

Der große Fehler soll durch eine fehlerhafte Umrechnung und einen falschen Ausgangswert zustande gekommen sein. Die Varianz ergebe sich daraus, dass es im Zigarettenrauch keinen einheitlichen Wert für den Anteil von Stickstoffdioxid (NO2) an Stickoxid (NOx) gebe, hieß es unter Berufung auf Köhler.

Auch eine Berechnung zur Feinstaubkonzentration soll um den Faktor 10 verkehrt sein. "Das ist bisher noch niemandem aufgefallen", zitiert die "taz" Köhler. Der Fehler gehe auf den Kondensat-Wert der Zigaretten zurück, den er mit 10 bis 25 Milligramm pro Zigarette angab. Tatsächlich gelte seit 2004 in der EU ein Kondensat-Grenzwert von 10 Milligramm pro Zigarette, der Durchschnittswert liege darunter.

Trotz dieser dem Bericht zufolge begangenen Fehler rückt der pensionierte Lungenarzt, der vor mehreren Jahren Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie war, offenbar nicht von seiner Position ab. Die Größenordnung sei weiter richtig, zitiert die "taz" den Pulmologen, der selbst nur wenig wissenschaftliche Expertise zum Thema Stickoxid vorzuweisen haben soll.

Zuletzt war die Kritik an den Aussagen in dem Papier größer geworden. Ein Epidemiologe hatte etwa erklärt, Köhler und seine Mitunterzeichnenden behaupteten etwas, das schlüssig klingt, aber bei näherer Betrachtung nicht weiter belegt wird.

Das Bundesumweltministerium wies darauf hin, dass es sich bei dem Papier um "keine wissenschaftliche Studie" handle, sondern zunächst nur um eine "Erklärung einzelner Ärzte, Therapeuten und Ingenieure".

apr

insgesamt 159 Beiträge
nomax2 13.02.2019
1. Unser Verkehrsminister,
der diese Meinung blind und dankend aufgenommen hatte, wird sich wohl jetzt dazu wegducken. Das passt dann wohl doch nicht so ganz in seinen Plan als Interessenvertreter der Autoindustrie.
der diese Meinung blind und dankend aufgenommen hatte, wird sich wohl jetzt dazu wegducken. Das passt dann wohl doch nicht so ganz in seinen Plan als Interessenvertreter der Autoindustrie.
Besserwissser 13.02.2019
2. Von wegen niemandem aufgefallen,
Das wurde in mindestens einem Forum so diskutiert das da Rechenfehler sind, aber weil es bei den Rechnungen lediglich um vergleiche mit Rauchern geht, bleibt die Kernaussage dennoch erhalten das die anderen Studien nicht belegen [...]
Das wurde in mindestens einem Forum so diskutiert das da Rechenfehler sind, aber weil es bei den Rechnungen lediglich um vergleiche mit Rauchern geht, bleibt die Kernaussage dennoch erhalten das die anderen Studien nicht belegen daß das NOx tatsächlich ursächlich ist.
hauabb 13.02.2019
3. Haarsträubender Unsinn
den diese 100 Lungenärzte verbreiten. Die Gefahren von Feinstaub allein auf die Lunge zu reduzieren ist einfach töricht und unverantwortlich. Tatsächlich ist im Vergleich zu anderen Ländern der in der EU geltende Wert von 25 [...]
den diese 100 Lungenärzte verbreiten. Die Gefahren von Feinstaub allein auf die Lunge zu reduzieren ist einfach töricht und unverantwortlich. Tatsächlich ist im Vergleich zu anderen Ländern der in der EU geltende Wert von 25 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter auffallend hoch – in der Schweiz, den USA, Kanada und Australien gelten Werte zwischen acht und zwölf Mikrogramm. Nach wissenschaftlichem Erkenntnisstand sollte man also den EU-Grenzwert für Feinstaub herabsetzen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
opar 13.02.2019
4. Das Bundesumweltministerium soll mal ganz still sein.
In München wurde eine Hochrechnung des Umweltministeriums, mit der aus den lächerlich wenigen Messstationen auf die ganze Stadt geschlossen wurde, als Basis für ein angedrohtes flächendeckendes Fahrverbot genommen. Nur weil [...]
In München wurde eine Hochrechnung des Umweltministeriums, mit der aus den lächerlich wenigen Messstationen auf die ganze Stadt geschlossen wurde, als Basis für ein angedrohtes flächendeckendes Fahrverbot genommen. Nur weil die Stadt München, wohl (bezeichnenderweise, man könnte auch sagen, die Bayern mal wieder) die einzige betroffene Stadt in D, schon vor einem Jahr viele weitere Messstationen aufgestellt hat konnte sie nachweisen, dass die Hochrechnung um Größenordnungen daneben lag, und die Luft in München erheblich besser ist. Nämlich ausreichend UNTER dem Grenzwert. Deshalb sollen alle Umwelt-Engel mal schön ruhig sein. Was aus dieser Ecke seit einiger zeit kommt, hat mit der Realität oft nur wenig zu tun, sondern ist unverschämt aufgepumpt.
pv1951 13.02.2019
5. irgendwie
kommt mir die ganze debatte komisch vor. nur weil zig fachleute etwas sagen und auch mit belegen untermauern muss es nicht unbedingt richtig sein oder nur in ausnahmefällen. ich erfreue mich jedenfalls bester gesundheit.
kommt mir die ganze debatte komisch vor. nur weil zig fachleute etwas sagen und auch mit belegen untermauern muss es nicht unbedingt richtig sein oder nur in ausnahmefällen. ich erfreue mich jedenfalls bester gesundheit.
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