Schrift:
Ansicht Home:
Mobilität

16 Modelle im Test

Auch günstige Kindersitze sind sicher

Autokindersitze sollen bei einem Unfall schützen. Das tun die meisten auch, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab. Nur zwei Modelle von 16 fielen durch.

imago/Westend61

Junge im Kindersitz - Symbolfoto

Dienstag, 24.10.2017   13:59 Uhr

Die meisten Autokindersitze sind sicher. In einem aktuellen Test von ADAC und Stiftung Warentest schneiden zwölf von 16 geprüften Sitze mit "gut" ab. Zwei waren "befriedigend". Zwei Kindersitze fielen mit einem "Mangelhaft" durch, weil sie zu wenig Schutz bieten: Der "Recaro Optia mit Smart Click Base" löste sich beim simulierten Frontalcrash mit Tempo 64 von seiner Basis. Der geprüfte "Jané Grand" riss aus der Verankerung. Beide Ergebnisse hatte die Stiftung Warentest vorab im Juli veröffentlicht.

Stiftung Warentest

Recaro-Kindersitz, der sich beim Crashtest aus seiner Basis gelöst hat

Die gute Nachricht: Die Qualität des Sitzes wird nicht vom Preis bestimmt. Geeignete Sitze sind zwischen 110 und 700 Euro zu bekommen.

Zu den Testkandidaten zählten sowohl Sitze der i-Size-Norm ECE R 129 nach Körpergröße als auch solche, die nach Körpergewicht zugelassen sind (ECE R 44). Sind Kinder jünger als zwölf Jahre oder kleiner als 1,50 Meter, schreibt der Gesetzgeber für sie einen Kindersitz fürs Auto vor.

Für die sichere Fahrt im Auto gelte folgende Faustformel: Babys und Kleinkinder sollten mindestens bis zum Alter von etwa 15 Monaten rückwärts gerichtet in einer Babyschale im Auto transportiert werden. Erst dann könnten sie ihren Kopf selbst stützen. Spätestens wenn der Kinderkopf über den Schalenrand herausragt, müsse ein größerer Sitz her. Einige der größeren Sitze können etwa über das Verstellen der Rückenlehnhöhe mitwachsen. Allgemein sollten Kindersitze möglichst lange entgegen der Fahrtrichtung montiert werden, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren.

Dazu eigne sich etwa ein i-Size-Sitz, der dies bis zu einer Größe von 1,05 Metern ermöglicht. Dann seien Kinder ungefähr vier Jahre alt. Allerdings: Oft sind die Beine der Kinder schon mit zweieinhalb Jahren zu lang, um noch angenehm rückwärtsgewandt fahren zu können.

Die besten neuen Sitze in den einzelnen Kategorien:

Die beiden Hersteller mit den mangelhaft getesteten Kindersitzen kommen ihren Kunden entgegen. Laut Stiftung Warentest verkauft Recaro das betreffende Modell nicht mehr und tauscht vorhandene Exemplare aus. Jané hält sein Modell weiterhin für sicher. Der Hersteller belasse das Modell im Programm, biete aber eine kostenlose Reparatur an, wie die Stiftung Warentest berichtet.

In der Datenbank der Stiftung Warentest befinden sich mittlerweile fast 420 geprüfte Kindersitze, die Ergebnisse sind hier abrufbar.

mhu/AFP/dpa

Sagen Sie Ihre Meinung!

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP