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Mobilität

Südkorea

Radar und Kameras sollen "Smartphone-Zombies" schützen

Aufs Smartphone starren und vor ein fahrendes Auto laufen: Solche Unfälle häufen sich in Südkorea. Eine Stadt will nun dagegen vorgehen - ohne dass Menschen den Blick vom Display abwenden müssen.

Getty Images

Fußgänger in Seoul, Südkorea

Dienstag, 19.03.2019   18:31 Uhr

Südkorea will gegen Unfälle mit sogenannten Smartphone-Zombies vorgehen. So werden Menschen genannt, die auch beim Gehen auf den Bildschirm ihres Handys starren. Anders als in der US-Stadt Honolulu soll dabei jedoch kein Verbot helfen. Dort ist es untersagt, beim Überqueren von Straßen den Blick auf dem Handy zu lassen. In der südkoreanischen Stadt Ilsan soll moderne Technik das Problem lösen: Ein neues Warnsystem mit farbigen Leuchtdioden im Gehweg soll Smartphone-Zombies aufschrecken. Außerdem warnen projizierte Hinweise und eine App vor nahenden Autos.

REUTERS

"Stopp! Ein Auto nähert sich!" Das System projiziert Warnhinweise wie diesen auf die Straße.

Das Warnsystem nutzt dafür Radarsensoren und Wärmebildkameras. Kein billiges Vergnügen: Die Ausstattung einer Kreuzung kostet rund 12.000 Euro. Nähert sich ein Auto, wird es von den Sensoren registriert, die dann die Lichtsignale aktivieren. Die nötige Technologie liefert das staatliche Institut für Bauingenieurwesen und Gebäudetechnik (KICT).

94 Prozent der Südkoreaner besitzen ein Smartphone

Das Smartphone spielt in Südkorea eine noch größere Rolle als in anderen Ländern, so besitzen 94 Prozent der erwachsenen Südkoreaner einer Studie zufolge eines. Damit sind die Geräte dort wesentlich weiter verbreitet als in den USA mit 77 Prozent oder Japan mit 59 Prozent. Gleichzeitig starben in Südkorea im Jahr 2017 mehr als 1600 Fußgänger bei Unfällen mit Autos, ihr Anteil an der Gesamtzahl der Verkehrstoten lag bei rund 40 Prozent.

REUTERS

Die App "Watch Out" warnt vor Autos und gibt auch die Richtung an, aus der sie sich nähern.

Das Warnsystem soll dabei helfen, diese Zahl zu senken. Es wird zunächst nur in Ilsan, das 30 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Seoul liegt, erprobt, soll nach Angaben des KICT jedoch im ganzen Land installiert werden.

ene/Reuters

insgesamt 17 Beiträge
j.vantast 19.03.2019
1. Kaum hilfreich
In Köln, Augsburg und Karlsruhe hat man Bodenampeln für viel Geld eingebaut. Der Erfolg war gleich Null. Ich begreife es auch nicht, jeder weiss wie gefährlich es ist nur auf das Smartphone zu starren. Warum also diese [...]
In Köln, Augsburg und Karlsruhe hat man Bodenampeln für viel Geld eingebaut. Der Erfolg war gleich Null. Ich begreife es auch nicht, jeder weiss wie gefährlich es ist nur auf das Smartphone zu starren. Warum also diese uneinsichtigen Menschen vor ihrer eigenen Dummheit schützen? Sorry, aber für mich macht das keinen Sinn.
betonklotz 19.03.2019
2. Selbststeuerndes Smartphone
statt selbstfahrendem Auto, das wird kommen. Erstens ist ein Markt für vorhanden. Bei selbstfahrenden Autos sieht das anders aus. Die einen fahren lieber selber weil es ihnen Spaß macht, die anderen weil sie der Technik nicht [...]
statt selbstfahrendem Auto, das wird kommen. Erstens ist ein Markt für vorhanden. Bei selbstfahrenden Autos sieht das anders aus. Die einen fahren lieber selber weil es ihnen Spaß macht, die anderen weil sie der Technik nicht trauen. Und bei Smartphones? Die Leute laufen mit den Dingern freiwillig im blindflug durch die Gegend, also werden sie wohl kein Problem haben eingebauten Sensoren zu vertrauen. Auch von der Risikoseite aus ist das weitaus unproblematischer. Fußgängertempo statt Autotempo, viel kleinere Masse, vor allem Selbst-statt fremdgefährdung, ein verunfallter Smartphonezombie hat auch keinen Benzintank der auslaufen könnte etc.. Und da es für Fußgänger keine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflchtversicherung gibt, ist das ganze auch von dieser Seite weitaus unproblematischer.
rudy09.rd 19.03.2019
3.
"Kein billiges Vergnuegen" Genau, viel zu aufwendig.Die Koreaner sollten stattdessen zwei Meter lange Pfosten unregelmaessig auf ihren Gehwegen installieren.Besonders rund um die Strassenkreuzungen.
"Kein billiges Vergnuegen" Genau, viel zu aufwendig.Die Koreaner sollten stattdessen zwei Meter lange Pfosten unregelmaessig auf ihren Gehwegen installieren.Besonders rund um die Strassenkreuzungen.
GrünesZebra 19.03.2019
4. Südkorea macht mal wieder alles richtig.
Eine App und Projektionen um vor Autos zu warnen? Der Alltag wird dadurch sicherer und bequemer. Wer sich der Technik nicht verschließt, der kann einiges erreichen. Südkorea zeigt uns mal wieder, wie es geht. Eine solche Zukunft [...]
Eine App und Projektionen um vor Autos zu warnen? Der Alltag wird dadurch sicherer und bequemer. Wer sich der Technik nicht verschließt, der kann einiges erreichen. Südkorea zeigt uns mal wieder, wie es geht. Eine solche Zukunft kann ich persönlich nur begrüßen.
Fragende_Leere 20.03.2019
5. 1600 Tote bei 51 Mio Einwohnern
Heftig im Vergleich zu Deutschland. Trotzdem schreien jetzt bestimmt wieder einige nach Tempolimit...
Heftig im Vergleich zu Deutschland. Trotzdem schreien jetzt bestimmt wieder einige nach Tempolimit...
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