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Mobilität

Eingeschränkte Reichweite

Autofahrer verklagt Tesla wegen angeblich manipulierter Akkus

Ein Tesla-Fahrer wirft dem US-Konzern vor, die Reichweite der Autos per Softwareupdate zu reduzieren - ohne das Wissen der Kunden. Davon betroffen seien zwei beliebte Modelle des Herstellers.

REUTERS

Ein Kläger wirft Tesla Manipulation der Akkus vor

Freitag, 09.08.2019   12:16 Uhr

Der Besitzer eines Tesla verklagt den Elektroautohersteller - dieser habe die Kapazität der Akkus mittels Softwareupdate eingeschränkt. So habe das Unternehmen einen kostspieligen Rückruf wegen defekter Batterien vermeiden wollen.

In der vor dem Bundesgericht Nordkalifornien eingereichten Klage behauptet der Fahrer eines Tesla Model S 85 von 2014, dass die Batteriekapazität seines Fahrzeugs um acht Kilowattstunden abgenommen hätte. Tesla entgegnet, dass es sich dabei um eine normale altersbedingte Abnutzung handele.

Allerdings häuften sich seit Mai dieses Jahres die Beschwerden zahlreicher Teslafahrer über einen plötzlichen Reichweitenverlust der Elektroautos. Der vermeintliche Grund: Nachdem ein Model S in Hongkong in Brand geraten war, führte Tesla ein Software-Update für das Lade- und Wärmemanagement von Fahrzeugen des Typs S und X durch. Ziel sei laut Tesla "den Akku weiter zu schützen und seine Lebensdauer zu verbessern". Dies führe nur bei "einem kleinen Prozentsatz der Besitzer" zu einem Reichweitenverlust.

Einbußen von elf Prozent

Kläger David Rasmussen wirft Tesla hingegen vor, den Defekt und die Brandgefahr der Akkus verschleiern zu wollen, um keinen teuren Austausch vornehmen zu müssen. "Unter dem Deckmantel der Sicherheit und der Erhöhung der Langlebigkeit der Batterien hat Tesla seine Software in betrügerischer Absicht manipuliert", heißt es in der Klageschrift. "So wollte Tesla der Verpflichtung entgehen, die Batterien, von denen Tesla wusste, dass sie defekt sind, zu reparieren, oder zu ersetzen", heißt es in der Klageschrift. Zudem habe Tesla die Kunden nicht über den Defekt informiert.

Rasmussen sagte gegenüber "electrek": "Mein Model S hatte bis zum 13. Mai eine Nennreichweite von 247 Meilen. Nach dem nächsten Update sank die Reichweite auf 217 Meilen. Dies ist ein Rückgang von elf Prozent in fünf Wochen."

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Anstatt seine Kunden über das potenzielle Brandrisiko zu informieren, habe Tesla "hinter den Rücken seiner Kunden Software-Updates verwendet und die Batteriekapazität gedrosselt, um eine Haftung zu vermeiden", steht in der Klageschrift.

Tesla hingegen sieht kein erhöhtes Brandrisiko. In einem Sicherheitsbericht erklärt der Hersteller, dass Brände seiner Autos "außergewöhnlich selten" seien. Von 2012 bis 2018 gab es demzufolge ungefähr einen Fahrzeugbrand pro 250 Millionen gefahrener Kilometer.

Tesla gibt außerdem an, inzwischen ein weiteres Update anzubieten, dass das Problem der verringerten Reichweite beheben soll.

cfr/Reuters

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