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Mobilität

Mercedes CLS 63 AMG

Zwischen Hollywood und Hockenheim

Der CLS spielt im Modellprogramm von Mercedes die Rolle des Beaus für den Boulevard. Die geradezu obszöne Motorisierung, die Mercedes-Haustuner AMG dem Limousinen-Coupé jetzt verpasst hat, wirkt da wie die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat - aber nur auf den ersten Blick.

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Freitag, 28.01.2011   13:08 Uhr

Diesmal sind sie wirklich von der schnelle Truppe, die hauseigenen Scharfmacher von AMG: Kaum steht der neue CLS bei den Mercedes-Händlern, wird auch schon die die Sportversion des Viertürers nachgereicht. Ab März gibt es den eleganten Wagen mit der coupéhaften Silhouette auch unter der Bezeichnung CLS 63 AMG mit einem bis zu 557 PS starken V8-Motor.

Gemacht ist der CLS vor allem für die Sonnenseite des Lebens. Mit einem vom Serienmodell deutlich differenzierten Design, schärferen Konturen auf der Motorhaube, breiteren Kotflügeln und serienmäßig installierten LED-Scheinwerfern ist der CLS 63 AMG genau das richtige Auto für den publikumswirksamen Auftritt vor Luxushotels, Nobelboutiquen oder Edelrestaurants, wie es sie beispielsweise auf der Königsallee, den Champs-Élysées oder dem Sunset Boulevard gibt.

Dass der Wagen aber nicht nur in Hollywood, sondern auch auf dem Hockenheim-Ring eine gute Figur machen würde, ist zu allererst ein Verdienst des Motors. Der neue V8-Treibsatz mit Turbo und Benzindirekteinspritzung ist von 6,2 auf 5,5 Liter Hubraum geschrumpft. Während aber der Vorgänger auf 514 PS und 630 Nm kam, gibt es jetzt mindestens 525 PS und bis zu 700 Nm. Und für jene, die 7735 Euro Aufpreis für das so genannte Performance Package hinblättern, stehen sogar 557 PS und 800 Nm zu Diensten.

Beim gemütlichen Bummel über den Boulevard gibt der Achtzylinder den samtenen Souverän, der nur beim flotten Anfahren kurz aufbellt und sich sonst höflich im Hintergrund hält. Ein tiefes, fernes Grollen lässt aber ahnen, dass diese Maschine mehr kann als nur lässig über eine Uferstraße zu flanieren. Beim Ampelstopp herrscht sogar völlige Ruhe, denn obwohl viele Kunden ein AMG-Modell gerade wegen der Außenwirkung kaufen und im Stand gerne mit dem Gaspedal spielen, dreht die neue Start-Stopp-Automatik dem Boliden jetzt bei Stillstand das Benzin einfach ab. Jedenfalls so lange, bis der "Controlled Efficiency"-Modus mittels der "AMG Drive Unit" ausgeschaltet wird.

Wer es partout will und ein Fahrertraining mitmacht, darf 300 fahren

Dreht man an diesen Knöpfen weiter, die sich um den winzigen Schaltstummel auf dem Mitteltunnel gruppieren wie die Playstation des reichen Rasers, wird der CLS 63 AMG mit jeder weiteren Raste etwas länger von der Leine gelassen. Der Motor dreht immer höher, wird immer lauter und auch das ohnehin etwas tiefer gelegte Fahrwerk mit Luftfedern und variablen Dämpfern zeigt plötzlich mehr Härte. Auch das Automatikgetriebe, bei dem eine Anfahrkupplung im Ölbad den nach AMG-Maßstäben zu trägen Wandler ersetzt, wechselt die sieben Gänge daraufhin um 25 Prozent schneller.

So fährt der CLS nicht mehr über den Boulevard, sondern durch die Boxengasse. Die Start-Ziel-Gerade ist nur noch einen Gasstoß entfernt, und der rutschfeste Bezug des Lenkrads sowie die hohen Seitenwangen der Sportsitze ergeben endlich einen Sinn: Mit grimmiger Kraft (nach einem speziellen Fahrertraining hebt AMG das Tempolimit auf Wunsch auf 300 km/h an) wirft sich das Auto nach vorn. Der Spurt von 0 auf 100 km/h ist im Idealfall in 4,3 Sekunden erledigt.

Der CLS ist allerdings nicht nur stärker und schneller, sondern auch messbar sparsamer geworden: Um 32 Prozent, auf nun 9,9 Liter je 100 Kilometer, ist der Normverbrauch gesunken. Das ist bei einem derartigen Auto zwar graue Theorie, und bei forcierter Gangart lässt sich dieser Wert natürlich leicht verdoppeln. Doch mit sanftem Gasfuß sind elf oder zwölf Liter durchaus realistisch - bei dieser Leistung ein respektabler Wert.

4,6 Liter weniger Sprit als bisher - auf diese Kennzahl ist der neue AMG-Chef Ola Källenius besonders stolz. Denn sie passt zum allgemeinen Kurs: Schließlich soll mit dem neuen Motor der CO2-Ausstoß bei AMG, gemessen am Wert von 2008, bis zum nächsten Jahr um 30 Prozent sinken. "Bis 2015 gehen wir dann noch einmal um 20 Prozent weiter runter", kündigt der Schwede an.

Zylinderabschaltung und Leichtbau sollen beim Spritsparen helfen

Helfen soll dabei unter anderem eine Zylinderabschaltung für den V8-Motor, die wohl im Herbst zur IAA vorgestellt wir. "Außerdem reden wir dann über weitere Optimierungen des Antriebs sowie Leichtbau. Und wir sind mit dem SLS AMG E-Cell auf dem Pfad der Elektrisierung", sagt Källenius. Dafür arbeitet er mit Kollegen zusammen, die er noch aus seiner Zeit bei High-Performance Engines in Brixworth kennt, wo Mercedes seine Formel-1-Motoren baut. "Das Elektro-System entwickeln genau die Experten, die das KERS-System der Rennwagen gemacht haben."

Mit mindestens 115.846 Euro lassen sich die Schwaben ihren schnellen, schönen Sportler teuer bezahlen. Die Preisliste des normalen Modells endet, wenn demnächst der mit 408 PS auch nicht untermotorisierte CLS 500 vorfährt, bei etwa 70.000 Euro. Sucht man nach Orientierung bei den wenigen Wettbewerbern, relativiert sich der happige Aufpreis jedoch. Ein vergleichbar starker Porsche Panamera Turbo mit 500 PS zum Beispiel kostet knapp 138.000 Euro, und für den sportlichsten Maserati Quattroporte mit 440 PS werden rund 133.000 Euro verlangt.

insgesamt 82 Beiträge
Blitztrumpf 28.01.2011
1. gibt es denn...
... keine Fotos?
... keine Fotos?
Josef Ritter 28.01.2011
2. Kennt jemand hier ein hässlicheres Auto als diese Karre?
Kennt jemand hier ein hässlicheres Auto als diese Karre?
Kennt jemand hier ein hässlicheres Auto als diese Karre?
grama 28.01.2011
3. Zwar nur ein Mercedes, aber...
Ich mag zwar eigentlich keine Mercedesse, aber der Wagen ist scharf...!
Ich mag zwar eigentlich keine Mercedesse, aber der Wagen ist scharf...!
Dirty Diana 28.01.2011
4. Cls
... die Wand an, ist das eine geile Karre! Und der CLS Shooting-Brake wird noch mal einen Tacken geiler. Kommt 2012. Bis dahin muss Mama 80.000 Schleifen angespart haben!
Zitat von sysopDer CLS spielt im Modellprogramm von Mercedes die Rolle des Beaus für den Boulevard. Die geradezu obszöne Motorisierung, die Mercedes-Haustuner AMG*dem Limousinen-Coupé jetzt verpasst hat, wirkt da wie die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat - aber nur auf den ersten Blick. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,742137,00.html
... die Wand an, ist das eine geile Karre! Und der CLS Shooting-Brake wird noch mal einen Tacken geiler. Kommt 2012. Bis dahin muss Mama 80.000 Schleifen angespart haben!
cor 28.01.2011
5. Gegen Titel
Fiat Multipla... ansonsten wird's schwierig. Ich find schon den normalen CLS hässlich aber die AMG Version toppt den nochmal. *würg*
Zitat von Josef RitterKennt jemand hier ein hässlicheres Auto als diese Karre?
Fiat Multipla... ansonsten wird's schwierig. Ich find schon den normalen CLS hässlich aber die AMG Version toppt den nochmal. *würg*

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Fahrzeugschein

Hersteller: Mercedes
Typ: CLS 63 AMG
Karosserie: Limousine
Motor: V8-Turbo-Benzin-Direkteinspritzer
Getriebe: Siebengang-Automatik
Antrieb: Heck
Hubraum: 5.461 ccm
Leistung: 557 PS (410 kW)
Drehmoment: 800 Nm
Von 0 auf 100: 4,3 s
Höchstgeschw.: 300 km/h
Verbrauch (ECE): 9,9 Liter
CO2-Ausstoß: 231 g/km
Kofferraum: 520 Liter
Preis: 123.581 EUR

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