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Mobilität

Mitsubishi Outlander PHEV

Der Softie unter den SUV

Der Mitsubishi Outlander - das sind eigentlich drei Autos in einem. Grund ist der eigenwillige Hybrid-Antrieb. Jetzt hat der Hersteller noch mal nachgebessert.

Mitsubishi
Von
Donnerstag, 18.10.2018   04:33 Uhr

Der erste Eindruck: Auch wenn es noch ein paar Tage bis Weihnachten dauert - mit der neuen Kühlermaske funkelt die Front des Mitsubishi Outlander wie ein Christbaum.

Das sagt der Hersteller: Während halb Europa über die Zukunftsfähigkeit des Dieselmotors streitet, setzt Mitsubishi auf Hybrid-Technologie. Seit Markteinführung des Outlanders "haben wir allein in Europa 100.000 Exemplare verkauft und uns damit an die Spitze des Wandels gesetzt", sagt Mitsubishi-Sprecher Christian Andersen. Woanders steht das SUV ähnlich gut da. Im vergangenen Jahr war der Wagen weltweit der erfolgreichste dieser Bauart. Als einen der wenigen SUV gibt es den Outlander nicht mit Dieselantrieb, wohl aber mit Benzinmotor und als Plug-in-Hybrid.

Foto: Mitsubishi

Das ist uns aufgefallen: Der Mitsubishi Outlander ist der Softie unter den SUV. Das gilt für sein geschmeidiges, unaufgeregtes Design genauso wie für sein seidiges, zurückhaltendes Fahrverhalten. Dafür sorgt zuvorderst die eigenwillige Programmierung des Hybrid-Antriebs, die den Outlander im Prinzip zu drei Autos in einem macht. Wer in der Stadt unterwegs ist und verhalten anfährt, der bewegt sich mit den beiden E-Maschinen an Vorder- und Hinterachse rein elektrisch und entsprechend leise; bis zu 135 km/h sind dabei drin.

Wer etwas mehr Leistung abruft, wechselt in den seriellen Hybrid-Betrieb. Dann schaltet sich der Verbrenner zu, treibt aber statt der Räder lediglich einen zum Generator umgepolten E-Motor an und produziert so den Strom für längere Fahrten. Erst wenn das rechte Pedal fast durchgetreten wird, schaltet die Bordelektronik in den Parallel-Hybrid-Betrieb um, bei dem der Verbrenner sein Drehmoment direkt an die Vorderräder leitet und so die E-Maschinen unterstützt.

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Fotostrecke: Überzeugend anders

Nötig ist Letzteres nach Ansicht der Ingenieure nur selten. Sie gehen offenbar davon aus, dass der Outlander die allermeiste Zeit rein elektrisch fährt und haben deshalb sogar einen Notlauf-Modus programmiert: Zum Schutz von Katalysator und Einspritzsystem wird spätestens nach 89 Tagen im reinen Akkubetrieb automatisch für ein paar Augenblicke der Benzinmotor gestartet.

Zur soften Art passt auch die Rekuperation, die Mitsubishi anbietet. Wenn der E-Motor beim Lupfen des Gaspedals zum Generator wird und dadurch den Wagen abbremst, dann tut er das ausgesprochen sanft. An diesem Punkt haben die Japaner fast ein wenig übertrieben. Denn selbst wenn man mit den Wippen am Lenkrad in die höchste Rekuperationsstufe wechselt, ist die Bremswirkung für das bei Elektrofahrzeugen so beliebte One-Pedal-Gefühl zu gering und man muss doch die herkömmliche Bremse benutzen.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Mitsubishi Outlander - mit unserem 360-Grad-Foto:

Unabhängig vom Antrieb punktet der Outlander mit reichlich Platz auf allen Plätzen, einem stattlichen Kofferraum, einem zumindest in der getesteten Topvariante sehr vornehmen Ambiente und reichlich Ausstattung. Nur für ein richtig modernes Cockpit reicht es trotz des großen Touchscreens in der Mittelkonsole nicht. Digitale Instrumente, wie sie zum elektrischen Antrieb passen würden, gibt es jedenfalls nicht.

Das muss man wissen: Die überarbeitete Version des Mitsubishi Outlander PHEV kommt im September in den Handel und kostet mindestens 37.800 Euro. Dafür gibt es das SUV mit einem von 2 auf 2,4 Liter Hubraum vergrößerten Benzinmotor, der 135 PS Leistung und 211 Nm Drehmoment entwickelt. Kombiniert wird er mit einem 82 PS starken Generator vorn und einem 95 PS starken E-Motor im Heck. Dazu gibt es einen Pufferakku mit einer Kapazität von 13,8 kWh, der Strom für 54 Kilometer liefert und an der Haushaltssteckdose in vier Stunden geladen ist. Rein elektrisch schafft der Outlander bis zu 135 km/h. Arbeiten alle Motoren zusammen, sind bei Vollgas 170 km/h drin.

Das werden wir nicht vergessen: Die vielen Steckdosen, die Mitsubishi im Auto verteilt hat. Und zwar nicht nur für USB-Geräte, sondern vor der Rückbank und im Kofferraum gibt es jeweils auch einen 220-Volt-Anschluss. Damit taugt der Outlander nicht nur zum Spritsparer, sondern auch zum Stromspender. Mit geladenem Akku und vollem Tank könnte der Outlander genügend Energie liefern, um bei Bedarf einen durchschnittlichen Haushalt zehn Tage mit Strom zu versorgen.

Hersteller: Mitsubishi
Typ: Outlander PHEV
Karosserie: SUV
Motor: Vierzylinder-Benziner + 2 Elektromotoren
Getriebe: Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 2.360 ccm
Leistung: 135 PS (99 kW)
Leistung (E-Motor): 82 PS (60 kW)
Drehmoment: 211 Nm
Von 0 auf 100: 10,5 s
Höchstgeschw.: 170 km/h
Verbrauch (ECE): 1,8 Liter
CO2-Ausstoß: 40 g/km
Kofferraum: 463 Liter
umgebaut: 1.602 Liter
Preis: 37.990 EUR
insgesamt 44 Beiträge
dirkcoe 18.10.2018
1. Schade eigentlich
das dieses sinnvolle Antriebskonzept einmal mehr in einem peinlichen SUV steckt. Das ist der einzige Grund für mich, es nicht zu kaufen. In einem Chicken Kombi wäre das gleich eine Überlegung wert.
das dieses sinnvolle Antriebskonzept einmal mehr in einem peinlichen SUV steckt. Das ist der einzige Grund für mich, es nicht zu kaufen. In einem Chicken Kombi wäre das gleich eine Überlegung wert.
udo l 18.10.2018
2. Verbrauch;
1,8 l. Auf welche Entfernung? 15km + - 5 oder so? Ich glaubte bisher die Verbrauchswerte sollen sich mehr am realen Fahrbetrieb orientieren, wohl falsch Gedacht.
1,8 l. Auf welche Entfernung? 15km + - 5 oder so? Ich glaubte bisher die Verbrauchswerte sollen sich mehr am realen Fahrbetrieb orientieren, wohl falsch Gedacht.
kritischergeist 18.10.2018
3. Braucht kein Mensch mehr
Eine extren komplexe und sicher auch serviceanfällige Technik. Warum nicht gleich ein reines E-Fahrzeug? Für das gleiche Geld bekommt man von Hyundai den Kona und von Kia den Niro. Reine E-Fahtzeuge mit 64kWh Akku die eine [...]
Eine extren komplexe und sicher auch serviceanfällige Technik. Warum nicht gleich ein reines E-Fahrzeug? Für das gleiche Geld bekommt man von Hyundai den Kona und von Kia den Niro. Reine E-Fahtzeuge mit 64kWh Akku die eine Reichweite von 500km schaffen ohne den Ballst eines Verbrennungsmotors. Das reicht für eine durchschnittliche Langstreckenfahrt. In max 45 min sind sie auf 80% Batteriekapazität nachgeladen und dann kann nochmals 350 km weiter fahren.
Lion 18.10.2018
4. Warum SPON?
Warum wieder ein PR-Beitrag zu einem SUV? Es gibt bereits zu viele dieser Ressourcenverbrenner. Und verkauft die uns doch nicht auch noch mit Worten wie Softie! Bewerbt mal bitte wirkliche Neuheiten des Automarktes.
Warum wieder ein PR-Beitrag zu einem SUV? Es gibt bereits zu viele dieser Ressourcenverbrenner. Und verkauft die uns doch nicht auch noch mit Worten wie Softie! Bewerbt mal bitte wirkliche Neuheiten des Automarktes.
ernemann7b 18.10.2018
5. Solide Technik
Zugegeben, der Mitsubishi Outlander ist nicht Jedermanns Geschmack. Aber, Mitsubishi baut seit jeher solide, zuverlässige Autos. In der Familie sind wir jahrelang nur Mitsubishi gefahren und waren immer sehr zufrieden. Was [...]
Zugegeben, der Mitsubishi Outlander ist nicht Jedermanns Geschmack. Aber, Mitsubishi baut seit jeher solide, zuverlässige Autos. In der Familie sind wir jahrelang nur Mitsubishi gefahren und waren immer sehr zufrieden. Was Herr Grünweg in seinem Artikel vergessen hat, ist die Tatsache, daß der Benzinmotor des Outlander PHEV natürlich die Euronorm 6d-TEMP erfüllt. Und hier muß man wieder staunen, daß ausländische Automobilhersteller durchaus in der Lage waren ihre Motoren nach 6d-TEMP zertifizieren zu lassen. Neben Mitsubishi auch Kia, Hyundai, Mazda und sogar Subaru, die seit Februar Fahrzeuge nach der neuen Abgasnorm liefern konnten. Jeder dieser Hersteller hat scheinbar sein wichtigstes Modell „upgedatet“. Zum Outlander wäre noch zu sagen, daß erst in der besten Ausstattungsstufe eine Navi eingebaut ist, das dann aber trotzdem 600 Euro Aufpreis kostet. Damit und ohne Lackpreis liegt man locker über 50.000 Euro, wobei aleerdings insgesamt 8000 Euro Prämie in Abzug gebracht werden können.
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