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Mobilität

VW e-Golf im Test

Ein Star wird leise

Es ist das meistverkaufte Auto von VW - und jetzt erstmals als rein elektrisch betriebene Version erhältlich. Der e-Golf kostet genauso viel wie der BMW i3 und zeigt sich rundum als Gegenentwurf zum größten deutschen Konkurrenten.

Volkswagen
Von
Mittwoch, 12.03.2014   10:19 Uhr

Der erste Eindruck: Der Golf macht blau. Dass es sich bei dem Auto um die elektrifizierte Variante des Bestsellers handelt, ist vor allem an der marinefarbene Linie in Leuchten und Kühlergrill und dem blau schimmernden VW-Logo zu erkennen. Aber wo sich der BMW i3 sowohl im Styling als auch bei der Gestaltung des Innenraums revolutionär gibt, behält der Akku-Golf sein gewohnt biederes Design. Keine Experimente, lautet die Botschaft. Bei den Kunden soll das offenbar Vertrauen bilden: Wer sich schon auf eine neue Antriebsform einlässt, muss sich wenigstens sonst nicht umgewöhnen.

Das sagt der Hersteller: Nicht kleckern, sondern klotzen. Wenn Thomas Lieber, Leiter der Elektro-Traktion von VW, über die Akku-Autos der Konkurrenz spricht, dann ist gerne die Rede von Nischen-Modellen und kleinen Stückzahlen. "So eine Strategie kommt für uns nicht in Frage, auch nicht bei der Elektromobilität", sagt er. "Wenn wir etwas machen, dann muss es Breitenwirkung haben. Deshalb elektrifizieren wir jetzt den Golf."

Das ist uns aufgefallen: Selten war elektrisches Autofahren so unspektakulär wie in diesem E-Mobil. Das Auto sieht nicht nur aus wie jeder andere Golf, es fährt auch genauso solide, souverän und berechenbar. Nur dass es viel leiser ist und an der Ampel noch beherzter antritt als ein GTI. Aber das ist keine Eigenheit des e-Golfs, sondern funktioniert mal schlechter (zum Beispiel beim Mitsubishi i-Miev oder beim Nissan Leaf) und mal besser (zum Beispiel beim Tesla Model S) bei fast jedem anderen Elektroauto.

Was deshalb viel eher bei dem Wagen auffällt, sind die unterschiedlichen Fahrprogramme, mit denen sich das Auto auf Vergnügen oder Verbrauch trimmen lässt. Denn ob der e-Golf tatsächlich die versprochenen 190 Kilometer Reichweite schafft oder schon nach der Hälfte auf der Strecke bleibt, liegt natürlich vor allem am Fahrer - und der bekommt Unterstützung in Form verschiedener Fahr-Modi.

Auf Knopfdruck kann man vom Normalmodus über den Eco- in den Eco-Plus-Betrieb wechseln und dabei ein völlig anderes Fahren erleben. Nicht nur, dass die Klimaanlage zurückschaltet oder ganz abgestellt wird, auch der Elan ist in den Sparstufen plötzlich dahin: Im Eco-Modus ist man statt mit 115 PS nur noch mit 95 PS unterwegs und im Eco-Plus-Modus wird der Wagen sogar auf 75 PS gedrosselt. Der e-Golf fährt sich dann zwar, als hätte jemand Leim unter die Reifen gestrichen, aber dafür meldet der Bordcomputer erfreuliche Werte: 20 Prozent Reichweitenunterschied sind keine Seltenheit. Aus den 135 Kilometern zu Beginn der Fahrt werden mit zwei Knopfdrücken mal eben 165 Kilometer.

Nicht minder deutlich sind die Unterschiede der vier Rekuperationsstufen, wenn man den Fuß vom Gas nimmt und der E-Motor als Generator Strom zurückgewinnt. Segelt der e-Golf in Stufe eins wie im Leerlauf einfach dahin, verzögert er ab Stufe drei so stark, dass sogar die Bremslichter leuchten.

Das muss man wissen: Treue Golf-Fahrer könnte beim Preis der Schlag treffen - 34.900 Euro sind ganz schön teuer. Der e-Golf liegt damit auf dem gleichen Niveau wie der BMW i3. Allerdings ist der Aufpreis auf das Modell mit Verbrennungsmotor nicht so happig wie bei der Elektroversion des Kleinwagens VW Up - der ist mit seinen 26.900 Euro fast dreimal so teuer wie der Basis-Benziner.

VW-Manager Lieber versucht, den Preis klein zu rechnen: Wenn man die umfangreiche Zusatzausstattung wie die LED-Scheinwerfer und das große Navigationssystem einkalkuliere, liege der e-Golf nur 5000 Euro über einem vergleichbaren Benziner und 3000 Euro über einem adäquaten Diesel. Außerdem sinken laut Lieber die Energiekosten für 100 Kilometer auf 3,30 Euro.

Das werden wir nicht vergessen: Wie alltäglich sich der Akku-Antrieb mittlerweile anfühlt und wie sehr man trotzdem dabei umlernen muss. Weniger wegen der Angst vor der begrenzten Reichweite, sondern eher wegen Dingen, die nur mittelbar mit dem Elektroantrieb zu tun haben. Mit dem scharfen Bremsen bei maximaler Rekuperation oder der manchmal fast erschreckenden Ruhe an Bord. Das knirschende Geräusch beim Rückwärtsfahren zum Beispiel muss einem nicht den Atem stocken lassen: Selbst wenn es sich wie ein Parkrempler anhört - das ist nur das Surren der Rückfahrkamera, die unter dem VW-Logo aus der Kofferraumklappe fährt und bislang nie zu hören war.

insgesamt 152 Beiträge
Mannheimer011 12.03.2014
1. Gut gemacht
Ohne unsinnigen Leichtbau durch überflüssiges Karbon erzielt der e-Golf mit konventioneller Karosserie bessere Normverbrauchswerte als der als Elektroauto konzipierte i3 von BMW.
Ohne unsinnigen Leichtbau durch überflüssiges Karbon erzielt der e-Golf mit konventioneller Karosserie bessere Normverbrauchswerte als der als Elektroauto konzipierte i3 von BMW.
romeov 12.03.2014
2. Das richtige Auto für höhere GRÜNE Beamte
...die sollten dieses Auto gesetzlich verpflichtet kaufen müssen, sie die haben das nötige Geld dafür und könnten dafür sorgen, dass der Preis dann - über Verkäufe - für die arbeitende Bevölkerung erschwinglich wird.
...die sollten dieses Auto gesetzlich verpflichtet kaufen müssen, sie die haben das nötige Geld dafür und könnten dafür sorgen, dass der Preis dann - über Verkäufe - für die arbeitende Bevölkerung erschwinglich wird.
phekie 12.03.2014
3. Nach 20 Jahren jetzt wieder was neues altes
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/vw-golf-city-stromer-der-gruene-greis-a-668795.html Mal sehen ob dieser neue bei dem Preis auch einen erheblichen Mehrwert liefern könnte ggü. dem alten.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/vw-golf-city-stromer-der-gruene-greis-a-668795.html Mal sehen ob dieser neue bei dem Preis auch einen erheblichen Mehrwert liefern könnte ggü. dem alten.
strauch 12.03.2014
4. optional
Also mich würde mal interessieren wie die Primärenergiebilanz aussieht, wenn das Ding mit Strom aus Kohlekraftwerken oder Gaskraftwerken betrieben wird. Woher kommt denn nun der Strom für das Auto, wenn ich mir eines kaufen [...]
Also mich würde mal interessieren wie die Primärenergiebilanz aussieht, wenn das Ding mit Strom aus Kohlekraftwerken oder Gaskraftwerken betrieben wird. Woher kommt denn nun der Strom für das Auto, wenn ich mir eines kaufen will? Aus meiner Steckdose macht doch einfach keinen Sinn.
andreasjotpunkt 12.03.2014
5. Viele Fehler
Wie so oft ist dieser Artikel von Herrn Grünweg sachlich nicht einmal in der Überschrift korrekt. Der aktuelle E-Golf ist beileibe nicht der erste seiner Art auf dem freien Markt (auch als VW Produkt). Suchen Sie doch einmal [...]
Wie so oft ist dieser Artikel von Herrn Grünweg sachlich nicht einmal in der Überschrift korrekt. Der aktuelle E-Golf ist beileibe nicht der erste seiner Art auf dem freien Markt (auch als VW Produkt). Suchen Sie doch einmal nach dem Golf "City Stromer". Die fahren teilweise noch heute durch die Republik.

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Fahrzeugschein

Hersteller: VW
Typ: VW e-Golf
Karosserie: Kompaktklasse
Motor: elektrischer Synchronmotor
Getriebe: 1-Gang-Automatikgetriebe
Antrieb: Front
Leistung (E-Motor): 115 PS (85 kW)
Drehmoment (E-Motor): 270 Nm
Von 0 auf 100: 10,4 s
Höchstgeschw.: 140 km/h
Kraftstoff: Strom
Kofferraum: 343 Liter
umgebaut: 1.233 Liter
Preis: 34.900 EUR

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