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Abgasskandal: Einigung beim Diesel-Gipfel vertagt

DPA Angesichts flächendeckend drohender Fahrverbote kamen in Berlin Regierung und Autokonzerne zusammen. Eine Einigung gab es nicht - aber interessante Einsichten.
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#1 - 23.09.2018, 21:48 von burlei

Diesen Begriff "Erneuerung der Flotte" ...

... liebe ich. Er ist so klasse! Genau so toll wie "Flottenverbrauch". Er bedeutet nichts anderes, als das ein Autokonzern mit ein paar Feigenblättern von den Verfehlungen seiner Modellpolitik ablenken kann. Beste Beispiel Mercedes. Um den "Flottenverbrauch" zu senken, wird der Smart durchgezogen. Fahrzeuge mit geringem Verbrauch, besonders E-Fahrzeuge mit ihren "Super-Credits" senken den Verbrauch der gesamten Flotte. Also zieht ein E-Smart den Verbrauch von einem halben Dutzend Protzkarren in den Keller und vermeidet Strafzahlungen in Millionenhöhe. Und die "Erneuerung der Flotte" bedeutet nichts anderes, als das man ein oder zwei Feigenblätter im Portfolio hat und dafür ein Dutzend Umweltkatastrophen liefern kann.

#2 - 23.09.2018, 21:51 von wiescheid

Man kann natürlich nicht alles differenziert betrachten,...

... aber irgendwie denke ich bei dem Thema immer an die nicht wenigen Leute in meinem Umfeld, die sich Ende 2014 noch Auslaufmodelle mit Euro 5 Dieseln und extremen Rabatten geholt haben. Damals alle anderen ausgelacht, warum die viel mehr zahlen und jetzt sich nicht mehr an die Rabatte erinnern können. Und nein, bei Betrug muss gehandelt werden, aber nur eine alte Norm ist für mich kein Grund. War es mit den Umweltzonen nicht und sollte es jetzt auch nicht sein. Wenn es damals legitim war, dann ist es Pech und finanzieller Nachteil des Kunden und nicht des Herstellers oder gar des Steuerzahlers. Meine bescheidene Meinung als Diesel-Fahrer, der aber ehrlich genug ist zuzugeben, dass ich trotz schon jahrelangem Wissen um die umweltschädlichen Abgase vor dem Kauf von bestimmten Vorteilen profitiert und damit eben gezockt habe. Da muss man auch mal verlieren können...

#3 - 23.09.2018, 21:56 von tednuber

Peinlich und schmutzig

Diese Große Koalition bringt auch in Sachen Diesel nichts zustande. Seit Jahren ist der Dieselskandal (nicht „Dieselthematik“ wie die Tagesschau autokonzernhörig nachplappert) rauf und runter bekannt. Anstatt daß die Kanzlerin klar sagt, die Konzerne als Verursacher müssen auf ihre eigenen Kosten Hardware nachrüsten, wird abgewartet und ausgesessen bis deutschen Gerichten die Hutschnur reißt. Und dann wundert sich die abgewirtschaftete CDU-SPD-Bundesregierung daß so viele WählerInnen abdriften. Den derzeit Regierenden fehlt völlig die Bodenhaftung.

#4 - 23.09.2018, 21:58 von flaps25

Es kann nur eine geben!

Die einzige Lösung ist: die Hersteller müssen verpflichtet werden zu 100% auf ihre Kosten Hardware-Nachrüstungen zu realisieren. Es stellt jedes Rechtsverständnis auf den Kopf, dass die Betrüger nicht für ihre Taten haften, sondern die Opfer (Autokäufer) oder der Steuerzahler den Schaden bezahlen sollen. Und je länger über solche sonnenklaren Sachverhalte diskutiert wird, umso schlechter... es wird Zeit, dass den Autokonzernen mal klar gesagt wird wo der Hammer hängt.

#5 - 23.09.2018, 21:59 von cherrypicker

Die Betrüger kommen weiter ungeschoren davon

Deutsche Autokonzerne haben wissentlich Millionen Autofahrer getäuscht und Produkte verkauft, die gar keine Betriebserlaubnis hätten erhalten dürfen. Statt den Fehler einzugestehen, ihn auf eigene Kosten zu reparieren und Besserung zu geloben, weisen die Autobauer die geprellten Kunden an, weitere, teure Produkte zu kaufen. Das ist dreist -- und der Umgang der Politik damit zeigt, dass sich unsere Regierung längst im Würgegriff der Automafia befindet.

#6 - 23.09.2018, 22:01 von MisterD

Erneuerung der Flotte...

heisst nix Anderes als: "Lass deinen 5 Jahre alten EURO 5 Diesel verschrotten und kauf für 40.000 EUR (inkl. 5.000 "Rabatt") eines unserer neuen Modelle"...werde ich irgendwann tun... allerdings nie wieder ein deutsches Modell. Nie wieder...

#7 - 23.09.2018, 22:02 von curiosus_

Staatsversagen

Zitat von SPON
Scheuer richtete zudem einen Appell an die ausländischen Autohersteller, die sich ebenfalls an den Anstrengungen beteiligen sollten, die Luft in den Innenstädten sauber zu bekommen. Das ist grundsätzlich richtig, trotzdem irritierte das von Scheuer herangezogene Beispiel: Er verglich den NOx-Ausstoß eines BMW 320 (360 mg/km NOx) im Realbetrieb mit dem eines Chevrolet Cruze mit vergleichbarer Motorisierung (1813 mg/km NOx). Das klingt tatsächlich erschreckend und so, als wäre der BMW das viel kleinere Problem. Tatsächlich kommt der Cruze in Deutschland allenfalls in homöopathischen Dosen vor - er ist also nicht das Problem der deutschen Innenstädte.
Was soll denn das? Würde ein Rechtsverstoß vorliegen macht es natürlich einen Unterschied wie hoch der ausgefallen ist. Dass keiner vorliegt sieht man schon daran wie Frau Merkel und Herr Scheuer rumeiern. Wenn die Abgaswerte des Chevrolet Cruze rechtswidrig wäre soll Herr Scheuer nicht rumjammern sondern die (wenigen) Fahrzeuge stilllegen. Punkt.

Ein Trauerspiel mit Witzfiguren.

#8 - 23.09.2018, 22:05 von guema

Furchtbar

Man kann es fast nicht mehr lesen. Ich habe mich jedenfalls bei dieselnachruestung.eu registriert und zahle die Ausrüstung meines EU5 Diesels, dem besten Auto, was ich je hatte, zur Not selber. Und werde dann den Betrag mit den anderen einklagen. Ich kann mir nämlich den eigenen Beitrag zur „Erneuerung der Flotte“ -also den Kauf eines neuen Autos- schlichtweg nicht leisten. Wo ich mein Kreuz bei der anstehenden Landtagswahl nicht mache, falls die Nachrüstung nicht kommt, dürfte damit klar sein. Einen schönen Abend, Herr Scheuer!

#9 - 23.09.2018, 22:06 von bakabandar

Warum einigen?

Wo sind wir denn? Wieso muss sich die Bundeskanzlerin mit den Autobossen einigen? Ich komm langsam echt nicht mehr mit. Warum sagt die Regierung nicht endlich mal, wo es lang geht?

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