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Abgasskandal: Einigung beim Diesel-Gipfel vertagt

DPA Angesichts flächendeckend drohender Fahrverbote kamen in Berlin Regierung und Autokonzerne zusammen. Eine Einigung gab es nicht - aber interessante Einsichten.
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#20 - 23.09.2018, 22:48 von jrcom

Jetzt hat Merkel die Kurve zwar halb gekriegt, ist zu hoffen, aber: Was für eine Art Politik zu machen! Stelldichein mit den Wirtschaftsbossen, Verhandlungen, bei denen niemand weiß, wer am Ende mächtiger sein wird: die Bosse oder die Kanzlerin.

Früher gab es eine Legislative, und die machte Gesetze. Und wer sich nicht dran hielt, wurde von Justiz und Exekutive zur Rechenschaft gezogen. Lang lang ists her.

#21 - 23.09.2018, 22:56 von zippo2012

komisch .........

Jeder kleine ertappte Betrüger hierzulande wird im Rahmen des Gesetzes bestraft.
Da es sich beim Dieselbetrug (Dieselaffäre ist wohl kaum das richtige Wort) um den größten jemals in Deutschland aufgedeckten Betrug handelt ist nicht zu verstehen warum die Betrüger nicht einfach zum Austausch ihres Schrotts verpflichtet werden, bevor sie mit Milliardenstrafen (wie in Amerika) belegt werden.

#22 - 23.09.2018, 22:59 von AlBundee

"Erneuerung der Flotte" heisst (Langenscheidt Deutsch - Manager, Manger - Deutsch): "Der betrogene Käufer hat das Recht, beim betrügenden Hersteller mit etwas Rabatt erneut ein Fahrzeug kaufen zu dürfen". Problem dabei: der Kunde durfte schon immer gegen etwas Rabatt Autos beim Hersteller kaufen, nennt sich auch "BAU" oder "Business as usual" (Langenscheidt: "Geht weiter wie gehabt"). Heisst: war nix, zero impact, wir machen wozu wir lustig sind. Alleine die Symbolik offenbart, wer hier wem was steckt: Die Götter des Transports jetten ein und aus. Die mit dem Auto zugegene Politik bleibt mit der Suppe allein zurück. Die gute Nachricht: der Markt wird's regeln. Einmal der Markt für Autos (ich werde nie wieder einen VW kaufen) und der Markt für Wahlstimmen (ich Wähle keine Parteien, die meine Interessen nicht vertreten). Bei mehreren Millionen Geschädigten multipliziert sich sowas. Wie Stickoxid in Ballungsgebieten.

#23 - 23.09.2018, 23:03 von unky

Es gibt nur eine "saubere" Lösung - ...

... und das ist die Nachrüstung ausschließlich auf Kosten der Autohersteller, die schließlich den Dieselbetrug veranstaltet haben. Wenn diese Bundesregierung das nicht durchsetzt, wird sie krachend scheitern - d.h. spätestens bei der nächsten Bundestagswahl werden SPD und CDU/CSU haushoch verlieren. Genug ist genug.

#24 - 23.09.2018, 23:05 von Normalbürger18

Wo der Hammer hängt

Zitat von flaps25
Die einzige Lösung ist: die Hersteller müssen verpflichtet werden zu 100% auf ihre Kosten Hardware-Nachrüstungen zu realisieren. Es stellt jedes Rechtsverständnis auf den Kopf, dass die Betrüger nicht für ihre Taten haften, sondern die Opfer (Autokäufer) oder der Steuerzahler den Schaden bezahlen sollen. Und je länger über solche sonnenklaren Sachverhalte diskutiert wird, umso schlechter... es wird Zeit, dass den Autokonzernen mal klar gesagt wird wo der Hammer hängt.
Die Autokonzerne wissen genau, wo der Hammer hängt:
Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA)
Behrenstr. 35
10117 Berlin
Und Herr Scheuer weiß sicher auch schon, dass in drei Jahren dort ein gut dotierter Posten frei wird. Dann wird nämlich der VDA-Präsident Mattes 65 Jahre alt und geht vermutlich in den Ruhestand. Der ehemalige Verkehrsminister und VDA-Präsident Matthias Wissmann läßt grüßen.

#25 - 23.09.2018, 23:29 von segundo

Es langt

Seit jetzt schon 16 Monaten ist erwiesen, dass die deutschen Hersteller die saubersten Autos bauen.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dieselkrise-sauber-volkswagen-1.3650943

Warum wird trotzdem nur auf VW herumgehackt. Für mich ist das Verrat am eigenen Wohlstand. Warum soll die deutsche Wirtschaft geschwächt werden, wenn sie die besten Autos baut. Tatsächlich sind VW Diesel Euro 6 auf der Straße sogar unter den erlaubten Prüfstand Werten. Wenn sie einen VW Diesel fahren würden, hätten wir keine Probleme mehr.

#26 - 23.09.2018, 23:48 von Teile1977

Ausländische Hersteller.

Zitat von MisterD
heisst nix Anderes als: "Lass deinen 5 Jahre alten EURO 5 Diesel verschrotten und kauf für 40.000 EUR (inkl. 5.000 "Rabatt") eines unserer neuen Modelle"...werde ich irgendwann tun... allerdings nie wieder ein deutsches Modell. Nie wieder...
Ihnen ist aber schon bewußt das fast alle ausländischen Hersteller von Dieselautos teilweise noch deutlich mehr Abgase ausstoßen als es ein VW im Abschaltmodus jemals getan hat? Das wird hier in den Medien jedoch nur geringfügig erwähnt, weil diese Firmen in Deutschland nicht haftbar gemacht werden können. Es ist das Land der Typengenemigung dafür verantwortlich, und Paris wird niemals Renauld verklagen weil er in Deutschland zu viel Abgase ausstößt. Die ganzen Fahrzeuge die Mercedes jetzt zurückrufen muß haben einen Renauldmotor, der wird in Den Renauld-PKW mit Sicherheit nicht sauber sein.

#27 - 24.09.2018, 00:11 von milhouse_van_h.

Hier werden von den Kommentatoren im Forum wieder zwei Dinge durcheinander geworfen. Zum einen gibt es den Dieselskandal mit der Betrugssoftware bei u.a. VW, zum anderen das Problem, dass die Stickoxidgrenzwerte in den Städten nicht engehalten werden können.
Letzteres resultiert daraus, dass man sich auf die Abgasmessung des NEFZ Zyklus verlassen hatte und dachte, dass die Autos viel sauberer seien, als sie es im Endeffekt sind. Wäre allen klar gewesen, wie viel Schadstoffe die Fahrzeuge ausstoßen, hätte man natürlich keinen solch niedrigen Grenzwert fest gelegt. Jetzt allein die Automobilhersteller dafür verantwortlich zu machen, dass sie sich an den unsinnigen NEFZ Testzyklus gehalten haben, ist natürlich auch albern.

#28 - 24.09.2018, 00:28 von ardbeg17

Wenn es denn solchen Spaß macht, soll Scheuer doch die nötigen Verordnungen auf den Weg bringen. Die Hersteller geben 1000 Euro, der Staat und der Kunde teilen sich die zweiten 1000. Denn mehr als 2000 kostet es ja angeblich nicht. Und die mit der großen Klappe, wie günstig und einfach alles machbar wäre, bauen es ein und übernehmen die Funktionsgarantie (federführend twintec). Keine Fahrverbote, alle glücklich. Und Resch kann sich endlich den Feinstaub-Benzinern widmen, denn dann kann er endlich zugeben, dass doch nicht das NO2, sondern der Feinstaub das Hauptproblem ist.

#29 - 24.09.2018, 00:34 von ghdstz

Der Faktor Zeit -> Ausnahmen für Anlieger

Die Autohersteller haben auf Zeit gespielt und tun es natürlich auch weiterhin. Es hilft aber alles nichts, die EU-weit vorgeschriebenen NOx - Werte liegen nun mal bei 40 Mikrogramm/m³ und wenn die nicht eingehalten werden kostet das etliche Milliarden pro Jahr an Strafgebühren. Viel Geld der Steuerzahler, welches anderweitig viel sinnvoller eingesetzt werden könnte. Diese Grenzwerte liegen schon seit etlichen Jahren fest, und die Autoindustrie war natürlich bei deren Festlegung eingebunden. Deren Techniker haben sich ganz einfach vertan und gemeint, sie könnten ihre Aufgabe leicht schaffen. Jetzt muss entsprechend nachgerüstet werden, und es geht auch relativ leicht - wenn man halt flächendeckend SCR und AdBlue-Technologie mit entsprechend hoher Dosierung einsetzt. Das machen die Hersteller jetzt gezwungenermaßen bei den Neuwagen, haben aber keine Lust auch Nachrüstsätze für gebrauchte Fahrzeuge zu zertifizieren - selbst wenn diese Autos in bestem Zustand sind und noch hohe Restwerte im fünfstelligen Bereich haben. Die Fahrzeuge sollen verschrottet und deren Besitzer (teil)enteignet werden - ein ökonomischer und ökologischer Wahnwitz.

Zu allem Überdruss halten die Fahrzeuge - und das gilt auch für die meisten EURO 6 - Modelle ausser 6d temp - die in den Prospekten angegebenen NOx-Abgaswerte im realen Fahrbetrieb nicht ein sondern liegen um ein Vielfaches höher. Es ist aber gar nicht so wesentlich dass früher recht laxe Prüfverfahren galten die auf dem Prüfstand formal eingehalten wurden - entscheidend ist dass die real abgegebenen hohen Abgasmengen in ihrer Gesamtheit dazu führen dass Fahrverbote in großen Stadten erlassen werden müssen.

Jetzt kann es nur darum gehen die Belastungen für die betroffenen Autofahrer zu minimieren. Eine flächendeckende Umrüstung aller Fahrzeuge läßt sich gar nicht zeitnah umsetzen, schon weil noch keine zugelassenen Umrüstsätze vorhanden sind - es wird noch ziemlich lange dauern bis alle Fahrzeuge deren Umrüstung wirtschaftlich sinnvoll ist auch tatsächlich umgerüstet sind.

Ein Ansatz wäre, die Einwohner der betroffenen Städte für einen ausreichend langen Übergangszeitraum vom Fahrverbot auszunehmen (für Handwerker, Busse etc. wird es ja auch Ausnahmen geben). Viele dieser Einwohner nutzen ja schon heute den ÖPNV für den Weg zur Arbeit weil sie so den innerstädtischen Staus und der Parkplatzmisere entgehen, und verwenden ihre Autos weniger häufig und größtenteils außerhalb der Stadt. Ein generelle Fahrverbot ist für sie eine übertriebene und unnötige Härte, sie werden de facto enteignet. Sind jedoch nur Fahrzeuge mit auswärtigem Kennzeichen vom Fahrverbot betroffen, dann wird dies wohl in den meisten Fällen auch ausreichen um den NOx-Grenzwert einzuhalten. Besser auf die Pendler gezielte ÖPNV-Maßnahmen (mehr Park-and-Ride - Plätze am Stadtrand, Ausbau der Linien/Transportkapazitäten und günstige Jahrestarife) schaffen hier eine schnellere Umsetzung der erforderlichen Luftreinhaltungsmaßnahmen.

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