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Geschönter Spritverbrauch: Autokonzerne tricksen immer dreister

imago/ JOKER 42 Prozent - so viel verbrauchen Autos im Schnitt mehr als vom Hersteller angegeben. Das hat die Umweltorganisation ICCT herausgefunden. Die Konzerne sagen: alles legal.
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#1 - 17.11.2016, 00:09 von goethestrasse

Wozu haben wir einen Verkehrsminister

und ein Kraftfahrbundesamt??? ...und ein Verbraucherschutzministerium ...einen Gesundheitsminister ?? ..einen Justizminister ??? und noch weitere ...nasen ???
Nur für Pensionsansprüche und Posten nach der Politkarriere ??

#2 - 17.11.2016, 00:15 von emmimaus

Die Zukunft

liegt ohnehin nicht mehr bei den Otto oder Dieselmotoren. Der Abgesang eingeläutet. Zutief ist der Graben des Misstrauens ggü den Herstellern. Gleichgültig welche Angaben die Hersteller machen. Von daher sind die Angaben der Produzenten nicht mehr relevant. Potenzielle Käufer für Neuwagen im Privatbereich werden abwarten. Andere wiederum, ich zähle mich dazu, entscheiden sich für neue Konzepte. Bei mir sieht es so aus:1 Auto nur noch Langstrecke, zwei neue E-Bikes angeschafft für die Kurzstrecke. 1 Auto abgeschafft...

#3 - 17.11.2016, 00:17 von kleineRatte

Geschönter Spritverbrauch: Autokonzerne tricksen immer dreister

Ds kann ich alles nicht so nachvollziehen. Mehr als 40 Jahre rechnete ich immer mit. Ich hatte bei FORD und TOYOTA immer die angegebenen Werte. Beim Verbrauch kommt es auch auf das Fahrverhalten an. Beobachtet man die Raser auf der Autobahn oder die Egoisten im Berufsverkehr. Dann sind die Werte natürlich höher.
Man sollte mal die Kirche im Dorf lassen.

#4 - 17.11.2016, 00:20 von matbhmx

Und die Autohersteller haben im Zweifelsfall völlig Recht!

Denn jeder weiß, dass die Angaben in Prospekten und der Werbung Ergebnis von durch den Gesetzgeber (natürlich in enger Abstimmung mit den Fahrzeugherstellern - und das wird noch das Entscheidende sein) vorgegebenen Fahrprofile sind, die mit dem tatsächlichen Fahrverhalten nichts zu tun haben. Die Vorgaben sind letztlich durch die Politik zu verantworten - die hat's, wie meist, Mal wieder vergeigt. Sie hat dem Drängen der Fahrzeughersteller nachgegeben, wobei man wiederum die Fahrzeughersteller hinsichtlich ihres Interesses an gefaketen Verbrauchswerten versteht (denn im Ergebnis dieser "Blindgänger"-Aktkionen steht ein maßlos enttäuschter und damit unzufriedener Kunde.

Wie könnte man es künftig besser machen? Ganz einfach: Nachdem ohnehin in moderne PKW Schnüffelsoftware das Fahrverhalten der Nation erfasst, empföhle sich, aus diesen Daten ein Durchschnittfahrverhalten herauszufiltern, mit dem man Fahrzeuge testet, sodass man zu annähernd realistischen Verbrauchswerten käme. Damit käme man im Übrigen auch zu realistischen Abgaswerten.

Und ansonsten gilt, dass der Weg der Grünen (so wenig die sonst richtig machen) richtig ist, der Industrie einfach klar anzusagen, dass ab einem bestimmten Stichtag Autos mit Verbrennungsmotoren schlicht nicht mehr zugelassen werden können. Denn die Patriarchen der deutschen Automobilindustrie wollen keine Änderung. Die Patriarchen haben Aktien oder Anteile bei Zulieferern, bei Erdölkonzernen usw. Und der Elektromotor ist stinklangweilig, weil er mit irre wenigen Teilen auskommt. Ein guter Teil der deutschen Zuliefererindustrie wird erhebliche Probleme bekommen, Ölkonzerne erhebliche Probleme bekommen. Es gibt mithin zwischen klassischen Zulieferern, Autoproduzenten und Ölkonzernen einen nachgeradezu mafiosen Verbund, der mit (staatlicher) Gewalt durchbrochen werden muss. Ob der Staat das tut, ist zweifelhaft. Denn die Politik hat - wie meist - auf die daraus erwachsenden Umbrüche keine Antwort!

#5 - 17.11.2016, 00:41 von frageniemals

Aufhören...Durchschnittsverbrauch

Es reicht, die Hersteller daran festzunageln. Ich kriege mein Auto auf 2 Liter unter Normverbrauch (und ich bin kein blöder AFD-Bot). mE kann man sowas gar nicht angeben (+/- 1 Liter), juristisch sowieso nicht haltbar. Schon weil keine Norm bzw. vertragliche Abrede existiert...

#6 - 17.11.2016, 00:45 von Sique

Und was ist, wenn die Herstellerangaben stimmen?

Aus irgendeinem Grunde verbrauchen die Autos, die ich fahre, ungefähr so viel wie der Hersteller angibt. So steht mein derzeitiges Auto mit 99 g/km in der Tabelle, und in der Tat, wenn ich viel Landstraße fahre, komme ich durchaus auf einen Verbrauch von 3,7 Liter auf 100 km. Kurzstrecken-Stadtverkehr und lange Autobahnfahrten mit Geschwindigkeiten über 130 km/h jagen den Verbrauch schon knapp an die 5 Liter/100 km, aber grundsätzlich kann ich an den Herstellerangaben nichts aussetzen. Mein Bordcomputer gibt für die letzten 5000 km einen Durchschnittsverbrauch von 4,6 Liter/100 km an, und die Tankstellen-Intervalle bestätigen das.

Wahrscheinlich mache ich irgendwas falsch.

#7 - 17.11.2016, 00:47 von Ein_denkender_Querulant

Toleranz vom Zyklus

Wer sich einmal den Zyklus angeschaut hat und die Breite der Toleranzfenster, mit der Geschwindigkeiten einzuhalten sind, erkennt mögliche Unterschiede. Zwischen dem Standardfahrer, der irgendwie mit wilden Manövern im vorgegeben Fenster bleibt und dem erfahrenem Profi, der das Fahrzeug bestmöglich am unteren erlaubten Fenster bewegt, liegen schnell 25% Unterschied im Verbrauch.

Da alle Hersteller entsprechend geschulte Versuchsfahrer nutzen, ist die Vergleichbarkeit gegeben. Misst ein unabhängiges Institut nach, kommt in der Regel nicht Vergleichbares heraus.

Alleine schon durch eine geignete Toleranzlage zur Schwungmassenklasse lassen sich mit gut gewählten Ausstattungspaketen 5% Verbrauch einsparen. Ein wiegen realer Fahrzeuge führt immer zu einer höheren Schwungmassenklasse, weil kein Tester ein Volumenfahrzeug kauft.

Die Versuchsdefinition umfasst knapp 200 Seiten. Viele Sonderregelungen, wie z.b. das Abschalten sämtlicher elektrischer Verbraucher, haben nichts mit Praxiseinsatz zu tun und dienen ausschliesslich der Vergleichbarkeit.
http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:42006X1227(06)R(01)&from=DE

Wer sich bei einem Autokauf über den Spritverbrauch informieren will, sollte entweder längere Testfahrten durchführen, oder einschlägige Tests lesen, aber den Normverbrauch unbeachtet lassen.

#8 - 17.11.2016, 00:50 von Braveheart Jr.

da hilft nur ...

... als geschädigter Autofahrer die Hersteller gnadenlos verklagen. Kostet, wie im jüngsten SPIEGEL am Fall einer VW-Kundin zu lesen war, alles in allem ca. 10.000 EUR (Dekra-Messungen, Anwalt, etc.). Entscheidend ist dabei, daß niedriger CO2-Ausstoß mit hohem Verbrauch erkauft wird, auf Meßständen aber immer nur eine Eigenschaft gemessen wird (also entweder CO2 oder Verbrauch) und kein Manager und/oder Politiker den Zusammenhang zur Kenntnis nehmen will ... gell, Herr Dobrindt? Besonders lustig fand ich die Floskel, daß der Hersteller den gegen ihn angestrengten Prozeß v"... aus Gründen der Prozeßökonomie nicht weiter verfolgen will"; Auf gut Deutsch, die Autofritzen stehen bis auf die Knochen blamiert da und müssen am Ende die Prozeßkosten übernehmen und den Sprit-Mehrverbrauch (auf die Lebensdauer des Autos gerechnet) auch ... und bestimmt gilt das nicht nur für VW. Autofahrer aller Marken, vereint euch ... und klagt!!

#9 - 17.11.2016, 00:55 von hmutt

Tests

Habe im Sommer einen 10 Jahre alten Fiat Diesel gekauft, weil ich ein Zugfahrzeug brauchte, obwohl ich die Dieselstinker hasse. Angegeben mit 5,6 l/100km. Im Spätsommer fuhr ich den mit 5,0 l, jetzt, wo es kälter ist, sind es etwa 5,3 l bei einem ziemlich durchschnittlichen Drittelmix. Ich fahre bewußt sparsam, ohne zu schleichen. Kein Start/Stop. Die Verbrauchsanzeige ist übrigens regelmäßig etwas höher als der Realverbrauch.
Letztens bin ich beruflich einen neuen Miet-Golf TDI mit vergleichbarem Motor ca 2000 km gefahren, 2.0l, ~120PS. Verbrauchsanzeige war 5,2l. Real waren es 6,0l! Die Meßungenauigkeit ist gering, ich habe mehrmals zwischendurch an der gleichen Zapfsäule auf die gleiche Weise getankt, auch wenn der Wagen nicht leer war, da mich der Verbrauch interessiert hat.
Aus diesem Ergebnis kann ich nur zwei Schlußfolgerungen ziehen:
1. Der reale Verbrauchsfortschritt in den letzten 10 Jahren ist gering oder gar nicht vorhanden.
2. VW betrügt sogar mit der Verbrauchsanzeige, das ist umso ärgerlicher, als die Autotester heutzutage ja nicht einmal mehr den Verbrauch messen, sondern aus Faulheit nur die Verbrauchsanzeige ablesen. Was Wunder, wenn VW dann gute Tests hat...

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