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Ifo-Studie zur Klimabilanz: Wie das Elektroauto schlecht gerechnet wird

Frederic J. BROWN / AFP Laut dem Ifo-Institut hat ein Elektroauto in Deutschland eine miesere CO2-Bilanz als ein Diesel. Doch wer ein paar fragwürdige Annahmen in der Kalkulation ändert, bekommt ein ganz anderes Ergebnis.
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#90 - 23.04.2019, 21:20 von Ökofred

Warum sollte das so sein?

Zitat von Zinks
Aus irgendeinem Grund haben sich Journalisten und Gutachter in das Wort "Strom-Mix" verliebt. Untersucht man aber die Frage des CO2-Fußabdrucks von Elektroautos *im Vergleich* zu Verbrennungsmotoren, ist der Strom-Mix irrelevant. Relevant ist, wie der *zusätzliche* Strom, den man für die Elektroautos brauchen wird, erzeugt wird. Dieser wird in viel höherem Maße mit fossilen Brennstoffen generiert werden müssen, als dies beim bestehenden Strom-Mix der Fall ist. Wir bauen keine zusätzlichen Kernkraftwerke für die Elektroautos und auch keine zusätzlichen erneuerbaren Anlagen *für* diese. Der Zuwachs an aus erneuerbaren Energien erzeugtem Strom ist im Wesentlichen (nicht vollständig) *unabhängig* von dem sich aus Elektroautos ergebendem Bedarf. Anders gesagt: nimmt man den "Strom-Mix" zur Grundlage, übersieht man, dass die Elektroautos Windstrom (als Beispiel) verbrauchen, der nun für andere Verbräuche nicht mehr zur Verfügung steht. Dieser Aspekt verändert die CO2-Betrachtung ganz erheblich zum Nachteil von Elektroautos. Liebe Journalisten, das ist ein *sehr wesentlicher* Punkt. Bitte beachten sie diesen bzw., wenn sie das nicht einsehen, denken Sie darüber nach.
Wir verscherbeln im Moment 10% unseren Strom ins Ausland, da die Kapazitäten in den Leitungen im Inland nicht ausreichen. Wenn man allein diese Überkapazitäten nutzen könnte würde es für 20 Mio E- Autos reichen. (50 TWh). Dazu müssen ständig Windparks abgeregelt werden, 5% des Windstroms wird gar nicht erzeugt, (aber trotzdem bezahlt).
Insofern ist ihre Betrachutng leider unzutreffend. Alle Autos in E - Autos zu verwandeln würde uns etwa 20% mehr Strom kosten, die sich auch locker regenerativ erzeugen lassen (in 20 Jahren wird der "Strommix" 60% Ernerubare ausmachen).
Die Bayern müssen sich allerdings was einfallen lassen, wenn die Trassen nach Süden nicht gebaut werden können.

#91 - 23.04.2019, 21:20 von kpfeilst

Der Meister Sinn....

...ist bekannt für sein Spiel mit nicht realistischen Annahmen (u.a. Target 3, und sein widersinnigen Annahmen bzgl des CO2 Vermeidungsportentials erneuerbarer Energie im europäischen Kontext). Jedenfalls und redlicherweise ist das Thema Eltromobilität wissenschaftlich eigentlich schon durch, siehe Plötz et al., CO2 Mitigation Potential of Plug-in Hybrid Electric Vehicles larger than expected, ScientificREPORTS | 7: 16493 | DOI:10.1038/s41598-017-16684- siehe https://www.nature.com/articles/s41598-017-16684-9.pdf. Entscheidend für das CO2 Vermeidungspotential ist welchen Strom (EE Anteil) man tankt...man müsst halt nicht die Biuchstaben vom eigenen Bauchnabel lesen.

#92 - 23.04.2019, 21:21 von redrat69

Tesla Tesla Tesla

Bei den ganzen Tesla Lobeshymnen vergisst der Autor dass BMW mit dem i3 bereits hält, was Tesla verspricht. Der i3 wird bereits überwiegend mit Ökostrom hergestellt. Auch Materialen etc. werden unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt. Nur mal nachforschen

#93 - 23.04.2019, 21:21 von Benjowi

Zitat von kleinsteminderheit
Wahrheit ist das, worauf sich der Gutachter mit seinem Auftraggeber verständigt. Um so besser, wenn mehrere Gutachter von unterschiedlichen Finanziers beauftragt und mit ihren Wahrheiten am Start sind. Dann ist für jeden was dabei. Mal im Ernst: wahrscheinlich tun wir der Umwelt den größten Gefallen, wenn wir den alten Euro 4 fahren bis er platzt, anstatt ihn lange vor der Zeit zu verschrotten und Ressourcen für einen Elektrokarren aufzuwenden. Sicher ist wohl, dass die Herstellung eines Autos der Umwelt fast mehr schadet als sein Betrieb und dass die Verschrottung funktionierender oder reparierbarer Autos der Umwelt weit weniger nützt als der Autoindustrie.
Das ist genau der wesentliche Punkt. Autos werden hierzulande systematisch weit vor ihrer möglichen Lebensdauer verschrottet-nach meiner Meinung bei 50 % und weniger. Dabei gilt dabei, wie auch bei vielen anderen Produkten, dass ein sehr wesentlicher Teil der CO2-Belastung in der Herstellung und Rohstoffgewinnung steckt, der durch die bekanntlich manipulierten etwas geringeren Verbrauchswerte neuerer Fahrzeuge oder Geräte kaum aufzuholen ist. Solange dieses Land auf Konsum und Umsatz setzt, kann man die ganzen CO2-Diskussionen schlicht vergessen. Dieses Wirtschaftssystem und CO2-Vermeidung geht nicht wirklich im nötigen Umfang zusamme-n auch wenn es für das Florieren der Wirtschaft wohl grundlegend ist.

#94 - 23.04.2019, 21:22 von Faktomat

Unbekannt

Fakt ist, wir wissen nicht, ob Elektromobile eine bessere CO2 Bilanz und schon gar nicht ob sie eine bessere Umweltbilanz haben. Eine „cradle to grave“ Bilanz mit allen Komponenten ist unglaublich komplex und kann nicht ohne kontroverse Annahmen auskommen.///
Der Artikel trägt wenig zur Klärung bei und enthält gravierende Fehler.///
„…ein Elektroauto sollte eher nicht mit einer so großen Batterie wie der Tesla bestückt werden, weil sie das Auto unnötig schwer macht“. Falsch. Ohne große Batterie fehlt die Reichweite. Für die Reichweite eines 60-Liter Tanks mit Dieselmotor braucht man eine 900kg Batterie mit Elektromotor. Dass Tesla die Eigenschaft großer Batterien, einer volatilen Batteriechemie, und eines Elektromotors dazu nutzt, kurzfristig irrsinnige Leistung abzurufen, ist ein reines Marketinginstrument.///
„Tesla stellt selbst Batterien in den USA her und nutzt dabei auch Solarstrom“. Viertelwahr. 70% des Stroms in Nevada kommt aus fossilem Brennstoff. Und selbstverständlich gibt es auch in den USA einen Stromverbund, sodass Strom aus anderen Staaten nach Nevada strömt. Tesla produziert nur die Batteriemodule selbst, die Batteriezellen für das Modell 3 produziert Panasonic in der Nevada Tesla-Fabrik, für die Modelle S und X in Japan. Und die Batteriematerialen bezieht Panasonic aus China. Die CO2 Bilanz für die – hochgradig umweltbelastende – Produktion der Vormaterialen in China kennt niemand. Man – d.h. ein wirklich investigativer Journalist – könnte es wissen, denn BASF baut eine Anlage für Kathodenmaterial in Finnland. Aber bisher geht alles in Kinderarbeit im Kongo abgebautes Kobalt zunächst nach China zur Aufbereitung, zusammen mit Lithium und Graphit.///
„sodass fast der gesamte Strom in Deutschland emissionsfrei ist.“ Eine absurde Zukunftsvision, die keines Kommentars würdig ist. ///
„Und viele Akkus bekommen nach ihrer Zeit in Autos ein zweites Leben.“ Bislang bekam noch kein einziger Auto-Akku ein zweites Leben. Es ist eher unwahrscheinlich, dass dies jemals der Fall sein wird. Die Anforderungen an Speicherakkus sind völlig anders als für Elektroautos. Deshalb ist die Akkuchemie für Speicherakkus in Häusern mit Solaranlagen eine andere als für Autoakkus.

#95 - 23.04.2019, 21:22 von Bibs1980

Zitat von rabode
ist die Lebensdauer des Akkus mit einzubeziehen. Denn 200000 km wird ein Akku nicht halten und dann siehts wahrscheinlich wieder ganz düster aus fürs Batterieauto.
Aha, woher wissen Sie das? Ich finde bei diversen Autoverkaufsportalen eine Menge Elektroautos mit Laufleistungen weit jenseits der 200 TKM. Die dürfte es doch gar nicht geben, oder?

#96 - 23.04.2019, 21:23 von Steinberg

#60

Ich habe Familie in Oklahoma auf deren Grundstück wird Shalegas gefördert.
Die haben quasi ihre eigene, auf Jahrzehnte nicht versiegende Ölquelle.

In Montana und North Dakota gibt es Grundstücksbesitzer die aus den aufgegebenen Bohrlöchern der früheren kommerziellen Förderer noch immer kleinere Mengen Rohöl fördern und diese selbst raffinerieren. (Dass das technisch möglich und praktikabel ist hat man im Syrienkrieg und damals in Tschetschenien gesehen)
Mit einem alten V8 und US Gesetzen daher kein Problem seinen eigenen Treibstoff herzustellen und zu nutzen.
Für Bürger der EUdSSR natürlich vollkommen unvorstellbar; ich weiß...

#97 - 23.04.2019, 21:23 von heinzerichii

Batterie

Sehr gern wird die CO2-intensive Produktion der Batterien genannt, um Elektroautos schlecht zu reden. Im gleichen Atemzug wird aber nicht erwähnt wieviel CO2 gegenüber einem Verbrennerfahrzeug eingespart wird, weil Fahrzeugkomponenten wie Verbrennungsmotor, Schaltgetriebe oder Abgassystem im E-Auto nicht existieren, bei deren Produktion aber genauso CO2 entsteht wie bei der Produktion von Batterien. Ebenso entsteht allein schon bei der (ebenso umweltschädlicher) Förderung, Transport und Produktion (Raffinerie) des Sprits wahrscheinlich genügend CO2, was auch kaum zum Ausdruck kommt. Wir können auf diesem Planeten nur soviel "Material/Rohstoffe" verbrennen, wie erstens zur Verfügung stehen und zweitens im Gegenzug die Ökosysteme überhaupt aufnehmen und umwandeln können. Das wird aber nur schlecht gelingen, wenn gleichzeitig zu den permanent rußschleudernden Verbrennungstechniken auch noch die Ökosysteme immer weiter gestutzt werden..

#98 - 23.04.2019, 21:24 von mvla

"Glaube nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast" ... ;-)

Sehr spannend, diese Vergleiche, aber knifflig, selbst wenn man ohne Vorurteile an die Analyse rangeht. M.M. wäre der sinnvollste Vergleich:
E-Pkw: CO2-Impact der Batterieherstellung + CO2 Emission des verbrauchten Stroms unter Annahme des typischen deutschen Strommixes
Diesel-Pkw: CO2-Impact resultierend aus der Produktion des Antriebsstrangs (Motor, Getriebe, etc. - das ist nämlich auch nicht ohne) + CO2 Emission aus Verbrennen des Kraftstoffs + C02-Impact aus der Herstellung (Raffinerien) und Distribution des Kraftstoffs (auch nicht ohne ...).
Das Ganze gerechnet auf die durchschnittliche Gesamtlebensdauer eines PKWs (150.000 km?). Wenn der E-PkW mit einer Batterie über die Gesamtdistanz kommt (möglicherweise eine gewagte Annahme), müsste der Gesamt CO2-Impact des E-Pkw eigentlich deutlich geringer sein. Interessante Frage am Rande - angenommen, der Diesel-PkW könnte mit "2nd-Gen" Bielkraftstoff gefüttert werden (d.h. Umwandung von Biomasse und Abfälle in Dieselkraftstoff) - würde das den Vergleich entscheidend ändern ... ?

#99 - 23.04.2019, 21:25 von ghdh

Strommix

Den gegenwärtigen Strommix zugrunde zu legen ist unseriös. Gegenwärtig ist allenfalls 40 % des Stromes ökologisch herzustellen. Jeder zusätzliche Stromverbraucher, auch jedes Elektroauto , verbraucht deshalb Strom, der noch nicht, und vermutlich auf lange Sicht nicht, wenn überhaupt, ökologisch hergestellt werden kann, somit Atom-oder Kohlestrom. Nein danke!

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