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Illegale Autorennen: Tödlicher Wahnsinn

Johannes Arlt / DER SPIEGEL Bei illegalen Autorennen riskieren junge Männer ihr Leben - und das Unbeteiligter. Warum tun sie das? Von Bruno Schrep
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#1 - 12.07.2016, 14:58 von Amadís

Auch in Kassel finden jedes Wochenende Rennen in der Innenstadt statt. Die Polizei tut: NICHTS! Der Disponent in der Leitstelle rät den Anwohnern, sie sollten sich selbst mal an die Kreuzung stellen, und die Kennzeichen notieren. Welche strafrechtlich relevante Erkenntnisse dabei erziehlt werden sollen, kann allerdings auch dieser feine Herr nicht zweifelsfrei erläutern.

#2 - 12.07.2016, 15:03 von gollum04

das ist kein modernes Phänomen....

,...das war schon immer so. Und wir haben auch nicht überlegt, was passieren konnte....und wir hielten uns für tolle Fahrer und absolut unsterblich.
Nur das in meiner Jugend der mit dem 75PS Kadett C schon der Held war, und der mit dem 110PS GTE Manta der Gott. Heute trauen sich die Kiddys mit derartiger Motorleistung garnicht zum Sammelpunkt. Im Netz kauft man heute einen 250PS Kracher für unter 3000 Euro. Diese Autos sind dann mit entsprechenden Wartungstau gesegnet...aber wen stört das. Die ausgeschlagenen Fahrwerke hört man eh nicht, wenn die Musik sogar locker die Notarztfanfare übertönt. Und mit diesen Boden-Boden-Raketen gehts dann los. Null Erfahrung, null Praxis, aber jede Menge Leistung und schon 2 Millionen Kilometer Nürburgring auf der Playstation. Dazu Habitus und Attitüde aus den Fast`n Furious Filmen. Gefährliche Mischung. Aber wir hätten das damals genau so gemacht. Klar! Aber unsere Computer konnten nur Astroids und ein mechanischer Flipper hat einem nicht zum Rasen verleitet. Aber ich habe versucht auf dem Metroparkplatz einen Sprung wie Bullit hinzubekommen. Aber der 02 hatte wohl nicht genug Leistung. Aber was tut man gegen diesen Wahnsinn? Den Kiddies permanent den Verbotsfinger zeigen, verschärft die Sache nur.
M.E. wäre es eine Möglichkeit, aus den Möchtegern-Rennfahrern "echte" zu machen. Schafft wir früher die Möglichkeit, auf Parkplätzen ADAC Geschicklichkeits- oder Slalomrennen abzuhalten. Da lernt man am BEsten, das es Mist ist, wenn man gegen den Bordstein knallt. Und man baut Adrenalin ab, und die Hormone könnnen Ihrer Bestimmung nach Abenteuer und Paarung nachkommen.

#3 - 12.07.2016, 16:09 von hirnschlacht

der moderne Mensch

hat ein Problem. Uns fehlt Gefahr. Gefahr im Alltag. Es nutzt daher gar nichts Aufklärungsarbeit zu leisten. Diesen Autofahrern ist durchaus bewusst, was sie da tun und wen sie gefährden. Aber es ist egal und wird für das Erlebnis gerne in Kauf genommen.
Ob man diese Gefahr in Extremsportarten sucht, bei Schlägereien unter Hooligans oder im 200PS-Wagen, es geht darum, den Körper absichtlich in Gefahrensituationen zu begeben. Die Konsequenzen werden dafür gerne in Kauf genommen. Auch Knast, Geldstrafen etc. bringen rein gar nichts.

#4 - 12.07.2016, 17:54 von quark2@mailinator.com

Jeder braucht irgendwas in dem er besonders gut ist und Respekt aus seiner Gruppe bekommt. Und für manche ist das eben Rasen oder Prügeln. Gerade in einer Zeit, in welcher körperliche Fähigkeiten beruflich immer weniger gebraucht werden, suchen sie sich halt andere Wege um sich zu beweisen.

#5 - 12.07.2016, 18:15 von bernd_laurer

Viel tödlicher und wesentlich wahnsinniger ist, dass es im Alter keinerlei medizinische Checks gibt, ob eine Fahrtauglichkeit überhaupt besteht.
Es ist nicht sinnvoll, dass einem Führerschein-Neuling nach einem Joint der Führerschein entzogen wird (unabhängig davon, ob er überhaupt unter Drogeneinfluss fuhr oder gar auffällig wurde), während Senioren munter Menschen totfahren dürfen und sich niemand darum schert.
Jeden Tag geschehen unzählige Unfälle, mit hohem Sachschaden und schwer verletzten Personen oder gar Toten, die vermeidbar wären, wenn der Unfallverursacher körperlich und geistig fahrtauglich gewesen wäre. Oder im Falle der Untauglichkeit den Führerschein abgeben hätte müssen.
Hier ist dringend der Staat gefordert.
Illegale Autorennen sind Kinkerlitzchen im Vergleich zu der Verkehrsgefährdung durch Alte.

#6 - 12.07.2016, 19:19 von MaritaS

Herr Laurer, vielleicht sollte man nur Sachverhalte kommentieren, die man überblickt...

Unsere Tochter Miriam ist bei einem solchen "Kinkerlitzchen" im Kölner Auenweg im April 2015 getötet worden. Deswegen finde ich die Argumentation , gelinde gesagt, befremdlich. Dass ZUSÄTZLICH zur Verfolgung sog. illegaler Rennen auch die Fahrtauglichkeit der Älteren im Auge bleiben sollte, steht ausser Frage.
Aber doch nicht alternativ, nicht "entweder - oder" !

Der Begriff "illegale Rennen" suggeriert im übrigen fälschlicherweise es gäbe innerstädtisch auch "legale Rennen"; es handelt sich keineswegs um ein Sportereignis, sondern um fahrlässiges Handeln, durch das Menschen getötet werden können.
Versuchen Sie sich einfach in unsere Lage zu versetzen, dann haben sie einen anderen Blickwinkel auf die Sachlage. Mit freundlichen Grüssen.

#7 - 12.07.2016, 22:13 von Exilant06

Gaaanz früher...

...so ungefähr vor der neuen zeit....wurden solche "rennen" zunächst mit säbelzahntigern, dann später (mangels s.z.t.) ...mit pferden und straußen ausgetragen.
Es gab danach sogar eine 2-rad rennkultur (die der z900 : duc-mhr : honda bol d'or : andere), die auch einige opfer auf beiden seiten fand. Dann kam flensburgs punktekonto, dann der 'idiotentest'.
Wir sollten nun über einen 'vollidiotentest' ernsthaft nachdenken. Mit anschliessender sicherheitsverwahrung...im erfolgsfall.

Ich kann #2 nur zustimmen! So wars damals wirklich-
aber es wird leider immer schlimmer. ...."No respect"

#8 - 13.07.2016, 06:47 von gollum04

Äpfel und Birnen

Zitat von bernd_laurer
Viel tödlicher und wesentlich wahnsinniger ist, dass es im Alter keinerlei medizinische Checks gibt, ob eine Fahrtauglichkeit überhaupt besteht. Es ist nicht sinnvoll, dass einem Führerschein-Neuling nach einem Joint der Führerschein entzogen wird (unabhängig davon, ob er überhaupt unter Drogeneinfluss fuhr oder gar auffällig wurde), während Senioren munter Menschen totfahren dürfen und sich niemand darum schert. Jeden Tag geschehen unzählige Unfälle, mit hohem Sachschaden und schwer verletzten Personen oder gar Toten, die vermeidbar wären, wenn der Unfallverursacher körperlich und geistig fahrtauglich gewesen wäre. Oder im Falle der Untauglichkeit den Führerschein abgeben hätte müssen. Hier ist dringend der Staat gefordert. Illegale Autorennen sind Kinkerlitzchen im Vergleich zu der Verkehrsgefährdung durch Alte.
Es gehr hier nicht um die verschwindent geringen Unfälle, welche Senioren durch körperliche Einschränkung herbeiführen. Sondern um Unfälle, welche junge Leute in der Blüte ihrer Leistungsfähigkeit bauen. BTW: Senioren fahren extrem wenig Kilometer, damit sind sie an Unfällen wenig beteligt. Allerdings wenn sie beteiligt sind, sind sie zu dreivierteln auch die Schuldigen. Aber die Presse macht das zu einem Ereignis, was jeden Tag tausendfach passiert.M.E.ist unser gesamtes Verkehrssystem nicht primär darauf ausgelegt, Menschen und Güter von A nach B zu bringen. Oder wie ist es zu erklären, dass wir ein Verkehrssystem haben, wa bei zunehmender Nutzung immer schlechter funktioniert. Ist eher ein Speichersystem. Aber seis drum. Unser Verkehrssystem ist ein Emotionstummelplatz, befeuert durch die Industrie. Die Nutzer sind nicht Menschen mit einem Beförderungsverlangen, sondern Konsumenten, deren Instinkte befriedigt werden sollen. Solange das so bleibt, kann ich leider jeden 18 jährigen verstehen, der hier sein Troja sucht und findet. Ach ja....Konsumenten.... die größte Gefahr im Stassenverkehr geht ja von den 18 bis 25 jährigen aus. Stellen Sie sich mal vor, diese Altersgruppe hätte Probleme, sagen wir mal, mit Parkbänken umzugehen.Innerhalb von kürzester Zeit wäre ein PArkbank-Verbot ausgesprochen. Aber die jungen Autofahrer dürefn in unserem System sogar noch früher ans Steuer um Erfahrung zu sammeln. Vielleicht klappt das ja sogar. Aber es hat nie einer darüber nachgedacht, das das Problem entgültig verschwunden wäre, wennn wir den jungen Konsumenten einfach das Autofahren verboten hätten. Ich weis, eine dünne Beweisführung, aber einfach mal drüber nachdenken. Ich muss nun los zur Arbeit. Das heisst auf der Autobahn fahren sie rechts 85km/h (lkw) und links 280km/H Golf GTI.

#9 - 13.07.2016, 06:51 von gollum04

Äpfel und Birnen

Es gehr hier nicht um die verschwindent geringen Unfälle, welche Senioren durch körperliche Einschränkung herbeiführen. Sondern um Unfälle, welche junge Leute in der Blüte ihrer Leistungsfähigkeit bauen. BTW: Senioren fahren extrem wenig Kilometer, damit sind sie an Unfällen wenig beteligt. Allerdings wenn sie beteiligt sind, sind sie zu dreivierteln auch die Schuldigen. Aber die Presse macht das zu einem Ereignis, was jeden Tag tausendfach passiert. M.E.ist unser gesamtes Verkehrssystem nicht primär darauf ausgelegt, Menschen und Güter von A nach B zu bringen. Oder wie ist es zu erklären, dass wir ein Verkehrssystem haben, was bei zunehmender Nutzung immer schlechter funktioniert. Ist eher ein Speichersystem. Aber seis drum. Unser Verkehrssystem ist ein Emotionstummelplatz, befeuert durch die Industrie. Die Nutzer sind nicht Menschen mit einem Beförderungsverlangen, sondern Konsumenten, deren Instinkte befriedigt werden sollen. Solange das so bleibt, kann ich leider jeden 18 jährigen verstehen, der hier sein Troja sucht und findet. Ach ja....Konsumenten.... die größte Gefahr im Stassenverkehr geht ja von den 18 bis 25 jährigen aus. Stellen Sie sich mal vor, diese Altersgruppe hätte Probleme, sagen wir mal, mit Parkbänken umzugehen. Innerhalb von kürzester Zeit wäre ein Parkbank-Verbot ausgesprochen. Aber die jungen Autofahrer dürfen in unserem System sogar noch früher ans Steuer um Erfahrung zu sammeln. Vielleicht klappt das ja sogar. Aber es hat nie einer darüber nachgedacht, das das Problem entgültig verschwunden wäre, wennn wir den jungen Konsumenten einfach das Autofahren verboten hätten. Ich weis, eine dünne Beweisführung, aber einfach mal drüber nachdenken. Ich muss nun los zur Arbeit. Das heisst auf der Autobahn fahren sie rechts 85km/h (lkw) und links 280km/H Golf GTI.