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100 Jahre Leica: Klein, sieht aber alles

Alfred Eisenstaedt/ Leica Camera AG 1914 erfand ein Amateurfotograf die Kamera im Miniformat. Mit der Leica lichteten seither unzählige Fotografen das Zeitgeschehen ab. Hier, zum hundertsten Geburtstag der Ur-Leica, einige der eindrucksvollsten Bilder, die je mit einer solchen Kamera geschossen wurden.
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#1 - 24.10.2014, 10:48 von Hans Ulrich Süss

Ergänzt werden muss:

Der Erfolg der Leica war in hohem Mass der Qualität der Objektive geschuldet! Das 50 mm Elmar hatte eine für seine Zeit ungewöhnlich gute Abbildequalität über die gesamte Bildfläche. Erst dies macht Vergrössern möglich! (Nicht die Fläche des Negatives.)

#2 - 24.10.2014, 11:03 von Jürgen Timm

Leitz war damals das was heute Apple ist...

und ich freue mich sowohl Leica als auch Apple Produkte heute verwenden zu können...

#3 - 24.10.2014, 11:06 von

Happy Birthday!!

Leider ist LEICA zu einer Schicki Micki Mode Fuzzi Firma verkommen, die sich nicht um die Belange von Fotografen sondern nur um Leute mit Geld schert. Den Herzblutfotografen schiebt LEICA mit einer unverschämten, gutsherrnartigen Preispolitik einen Riegel vor. Kaum einer kann und möchte sich eine Kamera ohne Sucher für fast 3.000€ kaufen oder leisten. Es ist kein fotografischen Qualitätsmerkmal ob ein Stück Metall 45 Minuten mit der Hand geschliffen wurde, oder ein Stück KUNSTLEDER (ein paar qcm)in den französischen Farben gleich 650€ mehr wert sein soll. Mir kann auch keiner erzählen das dies die Lohnkosten in Deutschland sein sollen. LEICA ist nur SNOB. Als Fotograf achtet man ja gerne darauf, welche Kamera die anderen so haben. Von gefühlten 1000 Anwendern kam eine LEICA und die war von Panasonic. Ohne Frage kann LEICA wie keine andere Firma den Fotografen inspirieren , man denke nur an eine Kamera die "Farbenblind" ist. aber reicht das? Ohne Japaner, reiche Scheichs oder sonstige Geldgeber und Liebhaber, gäbe es diese Firma schon lange nicht mehr. Wenn man es genau nimmt ist diese Art der Firmenaussendarstellung einer "deutschen" Firma nur noch peinlich und nicht würdig.
Sorry für die harten Worte zum Geburtstag. Aber dieses Jahr kaufe ich mir eine LEICA und erfülle mir einen fast 40 jährigen andauernden Traum. Eine LEICA ist eben eine LEICA. Ohne Wenn und Aber. Happy Birthday, LEICA.

#4 - 24.10.2014, 11:22 von Jürgen Kuhfuß

Die Leica war bis in die 70er Jahre nie ein sogenanntes "Lifestyleprodukt" wie sie z.B. Apple heute in Massen auf dem Markt wirft.
Die Klientel, die heute ihre Leica spazieren führt, past schon eher in diese Kategorie, wenn auch mit Appleprodukten nicht vergleichbar, da diese eine völlig andere Zielgruppe haben. Heute besteht die Leicaklientel hauptsächlich aus reichen alten Männern, die ihr völlig überteuertes Nobelprodukt spazieren führen. Profifotografen benutzen heute hauptsächlich Nikon, Canon, Sony(Minolta), weil dort das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt und absolute Spitzenqualität geboten wird.

#5 - 24.10.2014, 11:23 von Olaf Nyksund

@ Jürgen Timm:

Stimmt, beide wären sogar um ein Haar aus ähnlichen Gründen Bankrott gegangen. Sowohl Apple als auch Leica wähnten sich allzu lange in ihrer Überlegenheit. Beide wären beinah durch die qualitativ konstant schlechteren, jedoch immer billigeren Mitbewerber aus der Welt geschaffen. Beide wurden eine Zeit lang künstlich am Leben erhalten. Beide funktionieren heute… Alleine, Apple ist zum Anbieter von Massenwaren geworden, während Leica in höheren Sphären den Einfluss zu behalten sucht. Apple gibt mit Innovationen den Ton auf dem Markt an –Leica bedient eher den konservativen Teil der Klientel. Welche Strategie das Überleben mittelfristig sichert?

Für meinen Part bin ich jedenfalls froh, Apple-Produkte weiterhin verwenden zu können. An der Foto-Seite kann ich auf eine Leica dagegen verzichten. Da gibt es, zum Glück, genug exzellente Alternativen. Und die grossartigen Optiken von Leica lassen sich heutzutage ohne Weiteres mit vielen Kameras verwenden, etwa mit den mFT-Systemen.

Die Verdienste des Duos Barnack/Leitz sind historisch einmalig, keine Frage. Aber es ist nun mal genau das: Geschichte. Leica hat in dieser ihren festen Platz. Schön. Die neuere Geschichte der Marke ist hingegen von Pech und Pannen gezeichnet. Man denke nur an die "Filtergate"-Geschichte.

P.S. Den EVF von Leica gibt es auch – baugleich – von Olympus für das halbe Geld. Eines der vielen Beispiele für die teuer verpackte, an sich hervorragende, japanische Technik unter dem "Made in Germany"-Label.

#6 - 24.10.2014, 12:05 von Hannes Birnbacher

Erfolgsrezept

Die Leica war in vielerlei Hinsicht ein guter, fortschrittlicher Fotoapparat. Ihr Hauptmerkmal sehe ich aber in dem gekuppelten Entfernungsmesser.
Das Hauptproblem der Fotografie war immer, wie man ein scharfes Bild bekommt, denn die frühen Großformat- oder Rollfilmkameras konnten in der Tendenz nur auf eine bestimmte Entfernungseinstellung oder ab einer bestimmten Entfernung die Motive scharf abbilden. Man warf typischerweie ein schwarzes Tuch über sich und die Kamera, stellte erst auf einer Mattscheibe scharf und steckte dann eine Plattenkassette statt der Mattscheibe hinein, um das Foto zu schießen.

Bei einer Boxkamera mit Rollfilm blieb man eben tunlichst ein paar Meter weg vom Motiv, stellte eine geschätzte Entfernung ein und dieser Kameratyp hatte als lichtstärkste Blende sowieso nur 8 oder 11.

Damit ist gesagt, daß die Entfernungszone (Tiefenschärfe) auch noch von der Lichtstärke bestimmt wird, auf die das Objektiv abgeblendet wurde. Eine Plattenkamera auf einem Stativ, mit Blende 32, konnte super scharfe Bilder produzieren - aber nur bei einer entsprechend langen Belichtungszeit. Schnappschüsse waren damit unmöglich.

Es kam die Leica, eine kleine, robuste Kamera (ohne Faltbalgen), mit einem Objektiv der Lichtstärke 3,5 und einem gekuppelten Entfernungsmesser - blickte man durch den Fernrohrsucher des Entfernungsmessers, hatte man automatisch den linken Zeigefinger auf dem Entfernungseinstellhebel und brachte blitzschnell zwei gegeneinander verschobene Bilder des Motivs zur Deckung. Schon war ein scharfer Schnappschuß gewährleistet. Das Kleinformat 24x36 Millimeter begünstigte die Schärfentiefe. Damit ist eine Schärfentiefenzone bei z.B. lichtstarker Blende 3,5 möglich, für die bei einer Rollfilmkamera vielleicht auf 8 abgeblendet werden musste (dunkler).

Irgend wann ließ man den zweiten Fernrohrsucher, der nur für den Entfernungsmesser da war, fallen und integrierte das Doppelbild in den einen und einzigen Sucher. Damit verzichtete man auf die Vergrößerung und damit eine leichtere, schnellere Entfernungseinstellung, musste aber nicht vor dem Auslösen das Auge an den anderen Einblick nehmen.

Möglich, daß die aufkommende Konkurrenz, die Contax, diese Änderung notwendig machte. Bei ihr war konstruktiv der Entfernungsmesser deutlicher (weiter auseinanderliegende Messfenster), sodaß bei ihr nie die Notwendigkeit nach einer Vergrößerung (Fernrohrsucher) des Entfernungsmesser-Abbildes entstand.

Die Kleinbild-Spiegelreflexkameras, die das Mattscheibenprinzip handhabbar machten und bei sehr großen Objektivdurchmessern eine ähnlich schnelle Entfernungseinstellung ermöglichten, drängten die Kameras vom Leica-Typ zurück.

Die Leica und ihre vielen Nachahmungen ("Rangefinder"-Kamera) wurden erst mit der allgemeinen Einführung des Autofocus verdrängt.

#7 - 24.10.2014, 12:30 von Uwe Keilich

es war keine Krankenschwester sondern eine Zahnarzthelferin

#8 - 24.10.2014, 13:02 von Gerd Diederichs

Ein grosser historischer Moment fuer die Fotografie

Ein begnadeter und praezisionsbesessener Techniker und ein Unternehmer mit visionaeren Faehigkeiten. Der Erfolg der fruehen Leica war wohlverdient und hat die Welt veraendert. Objektive, die auch heute noch der juengeren Konkurrenz standhalten koennen.

Barnack und Leitz haben mit dieser Kamera die Fotografie neu erfunden. Kompakt und damit extrem mobil kam dieses Praezisionswerkzeug daher und war von da an wohl der wichtigste Zeitzeuge des fruehen 20. Jahrhunderts.

Die hier praesentierten Fotos sind ein ausgezeichneter Querschnitt der Einsatzmoeglichkeiten einer solchen Kamera. Fuer mich ist das beste Beispiel wohl das Bild, wo dem belgischen Koenig der degen stibitzt wird - spontan "aus der Huefte geschossen" - das konnte man mit den bisherigen Kameras auf keinen Fall.

Die Bildreportage war als Genre geschaffen.

(um bei dem obigen Streitgespraech kurz mitzumischen: Mit dieser historischen Dimension haben Apple und Leica heute nichts mehr zu tun. Der erste Apple-Computer (aus der Garage) hatte vielleicht in seinem Anwendungsfall eine aehnliche Bedeutung - vielleicht ...)

Ironisch, dass wir das damalige "Kleinbildformat," auf dem die extreme Mobilitaet dieser Kamera beruhte, bei der heutigen Digitaltechnik als "Vollformat" bezeichnen und praktisch nur noch in den Apparaten der Spitzengruppe finden.

Vielleicht auch signifikant, dass viel spaeter zwei andere Kameras von zwei ganz verschiedenen Herstellern die Miniaturisierung des 35mm-Formats an ihren logischen Endpunkt brachten. Zum einen war da die Rollei 35 (von dem Hersteller der 6x6-Rollfilmkamera mit separatem Objektiv fuer den Sucher) und zum anderen die Minox 35 (die nun wieder von dem Hersteller, der fuer seine noch kompakteren "Spionagekameras" beruehmt war, wobei dabei das verwendete Filmformat besonders klein ausfiel.)

Die kleinste Rollei und die groesste Minox ... und doch - fuer mich waren sie zu klein, um noch gut in der Hand zu liegen. Dafuer war die originale Leica viel besser ausgelegt. Kein Wunder, dass bis heute verschiedene Hersteller (auch Leitz) Kameras mit diesem Form-Faktor (und dem nunmehr nostalgischen Look) auf den Markt bringen.

#9 - 24.10.2014, 15:55 von Thomas Karg

jede Kamera hat ihre Zeit

die Leica M ist ein hervorragendes Teil.
Jedenfalls was den 35mm Film anging. Die aktuellen Digitalvarianten kann ich nicht bewerten.
Mit meiner damaligen M 6 hat man wirklich anders fotografiert.
Das ist schwer zu erklären.
Das Meiste meiner Arbeit habe ich mit meinen F 3`s gemacht. Unverwüstlich und gute optische Leistungen.
Aber wenn ich mit der M unterwegs war, dann kamen ganz andere Bilder bei raus.
Somit ist der Ansatz ein anderer
Die Nikon F 3 war sozusagen das Schnellfeuergewehr, die Leica das Scharfschützengewehr.
Leider waren und sind die Leica-Preise schon was für die ganz harte Fraktion.

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