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Als die Münchner ratlos waren

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#1 - 11.10.2008, 13:41 von

Heidukken = ursprüngliche Bezeichnung eines ungarischen Volksstammes

#2 - 11.10.2008, 14:37 von

Heiduk heisst auf serbokroatisch soviel wie "Strauchdieb". In Kroatien findet man dieses Wort (in kroatischer Schreibweise: Hajduk) als Graffiti an jeder zweiten Hauswand, insbesondere in Dalmatien. Der Grund: Es ist der berühmte Fussballklub Hajduk Split damit gemeint. Ich vermute, dass auch die Münchner Graffiti sich auf diesen Klub bezog und auf das "Konto" kroatischer Mitbürger/Fussballfans ging.

#3 - 11.10.2008, 15:00 von

Ich vermute auch, dass es sich um Szene-Spass handelte, der keinen in irgend einer Form ernst zu nehmenden Bezug hatte. In (West-)Berlin gab es Ende der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre etwas ähnliches: Otto Bufonto.

Dieser Name tauchte überall auf, und zwar in jedem denkbaren Zusammenhang - "Otto Bufonto for President", "Otto Bufonto klärt auf", etc.

Der Name tauchte auch weit ausserhalb Berlins auf. Ich habe ihn mal in einem Wartehäuschen an der Eisenbahn zwischen Lulea und Kiruna in Polcirkeln angeschrieben gesehen.

Entstanden war "Otto Bufonto" meines Wissens an einem Zehlendorfer Gymnasium.

Ich schätze, dass es sich mit der Münchener Bezeichnung ähnlich verhält, zumal damals Scherze dieser Art verbreitet waren...

Beim Flachdach ist das Dach flach,
Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr.

#4 - 11.10.2008, 16:46 von

Die Morlachen aber schimpft man mit dem Namen Heiduken, denn es bedeutet Ueberläufer, Räuber, Mörder:
http://www.ungarninfo.org/index.php?id=846&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=770&tx_mmforum_pi1[page]=1

Offenbar hat da jemand auf die Gesellschaft geschimpft.


Oder ein bestimmter Heiduk war gemeint:
http://www.yasni.de/person/heiduk/heiduk.htm
eventuell Franz Heiduk, der hat um 1970 Bücher veröffentlicht, die vielleicht im Studium Verwendung fanden.

#5 - 12.10.2008, 11:07 von

Also ich weiß zwar nicht, was Heiduk heißt, aber ich heiße zufällig Heidu(c)k. Soweit ich weiß, stammt dieser Name aus dem ungarischen und man sagt, das es sich hier um einen leicht gewaffneten Soldaten zu Fuß handelt. In Deutschland beleget man mit diesem Namen einen Diener in der Tracht dieser Ungarischen Heiducken, dessen vornehmstes Amt darin bestehet, die Kutsche oder Sänfte seines Herren zu begleiten.

#6 - 12.10.2008, 11:07 von

Meines Wissens stand damals hinter den Heiduk-Graffiti eine militante Freimauerer-Loge aus München, die auf Geheiß ihrer Oberen dieses Wort auf Hauswände sprühen mußten. Es war eine Art Gehorsamsübung. Wer nicht mitmachte, wurde ausgeschlossen. Die Heiduk- Freimauerer-Loge gibt es im verborgenen immer noch.

#7 - 13.10.2008, 09:54 von

Heiduk war seinerzeit eine Aktion des berüchtigten Erfinders Frank Stelzer ("Stelzermotor"). Er wollte ursprünglich seinen Motor unter dem Namen "Heiduk-Motor" auf den Markt bringen und hat deshalb in München das Wort Heiduk getestet.

#8 - 13.10.2008, 17:22 von

Eines macht mich an der Geschichte ein wenig stutzig: Wenn man "Heiduk" in eine der verbreitetsten Suchmaschinen eingibt, führt gleich der erste Treffer zu einem gleichnamigen Malermeister aus München, bei dem man "fachliche Beratung und ein grosses Warenangebot an Wand- und Fassadenfarben" erhält. Wäre spannend zu wissen, seit wann es den Betrieb schon gibt ;).

#9 - 14.10.2008, 09:19 von

Heiduk lässt viele Fragen offen. Ich habe 1970 in Paris auf einer Demonstration rote Fahnen mit schwarzenr Inschrift Heiduk gesehen. Vieles deutet bei Heiduk auf Guy Debord und die Situationistische Internationale hin. Vielleicht ist das das letzte Geheimnis dieses Großmeisters der Dekonstruktion.

#10 - 14.10.2008, 15:58 von

Heiduk war eine Lesbenbewegung. In der Szene war das allgemein bekannt.

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