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Amoklauf von Winnenden: Mord im Minutentakt

Stefan Puchner/ DPA Ein früherer Schüler schoss 2009 an der Albertville-Realschule in Winnenden um sich und ermordete 15 Menschen, bevor er sich das Leben nahm. Familien der Opfer setzen sich bis heute für schärfere Waffengesetze ein.
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#1 - 10.09.2019, 16:39 von Lars Hausdorf

Ein schreckliches Ereignis, das Leid nicht zu beschreiben.

Meiner Meinung nach ist der der die Tat möglich gemacht hat, nämlich der der die Waffe nicht ordentlich verwahrt hat, mit einer viel zu geringen Strafe davon gekommen.
2.) Waffe und Munition sind getrennt aufzubewahren, wie kommt der Junge an diese Anzahl?
Es ist nach wie vor der der die Waffe in der hand hält zu bewerten.
Was sind zu viele Waffen? Wir haben in DE eines der strengsten Waffengesetze. Jeder Gegenstand kann zur Waffe werden, Pkw, SUV, Lkw. Zugegeben eine Waffe ist durch Feuerkraft gefährlicher, deswegen der Umgang auch streng reglementiert. Man sollte mich nicht falsch verstehen, wenn jemand wirr im Kopf ist und etwas vor hat wird er Mittel finden, wenn der Waffenschrank noch offen steht, ist nicht die Waffe Schuld und auch nicht die die legal Acht geben auf ihre Waffen. Sippenhaft ist nicht angebracht und hilft auch den Opfern / Angehörigen nicht weiter.

#2 - 10.09.2019, 17:00 von norwin richter

Verschärfung der Waffengesetze??!?

wie brauchen nicht darüber zu sprechen, wie schrecklich solche Taten sind, aber mit war noch nicht bewusst, dass wir laxe Gesetze haben, was Schusswaffen betrifft.. also der normale deutsche kann sich doch gar keine Waffe besorgen, oder liege ich da falsch?

#3 - 10.09.2019, 17:24 von Dieter Bürkel

"Dass Einsatzkräfte direkt handeln und nicht auf ein Mobiles Einsatzkommando warten, ist Teil einer damals neuen Strategie." - Haben jemals bewaffnete Beamte untätig gewartet, während zu hören war, dass fortlaufend geschossen wurde? Und andersrum: Wenn sich ein Täter mit oder ohne Geiseln in einem Raum verschanzt hat und derzeit offenbar nichts passiert, ist es dann sinnvoll, dass eine Handvoll ganz normale Streifenbeamte reingeht und versucht, die Geschichte zu beenden, während die Spezialisten auf der Anfahrt sind?

"Sein Vater hatte sie nicht ordnungsgemäß unter Verschluss gehalten." - Das darf nicht sein. Es kann viel Unheil verhindert werden, wenn Waffen ordnungsgemäß verwahrt werden. Unfälle, Handlungen im Suff, Handlungen im Affekt. Aber in dem Zusammenhang sollte man auch anmerken: Wenn sich einer als Angehöriger Tag und Nacht rechtmäßig in der Wohnung eines Waffenbesitzers aufhält und die feste Absicht hat, über kurz oder lang an eine Waffe und Munition heranzukommen, sei es durch List oder Gewalt oder Ausnutzen einer Unaufmerksamkeit, dann wird ihm das gelingen. Wenn sich ein Waffenbesitzer bezüglich einer nahestehenden Person nicht völlig sicher ist, dass die nicht vielleicht Dunkles im Schilde führt, dann kann man ihm nur raten: Weg mit dem Zeug! Sofort weg mit sämtlicher Muniton, schnellstmöglich weg mit allen Waffen.

#4 - 10.09.2019, 17:38 von mo papsin

Waffen haben in den privaten Händen nichts zu suchen!

Die Psyche eines Menschen ist eben nicht 100% stabil. Wenn ein Mensch die Kontrolle über seine Psyche und damit einhergehend über sein eigenes Handeln verloren hat, dann kann dieser Mensch eben zu einer Gefahr für sich selbst und seine Mitmenschen werden - ist dieser dann auch noch mit Gewehren und so quatsch bewaffnet, dann sind solche Tragödien unvermeidbar. Und überhaupt, was soll das? Jemand, der gefallen an Waffen findet hat bereits psychische Probleme!

#5 - 10.09.2019, 19:37 von Hans Hass

Zitat von Lars Hausdorf
Wir haben in DE eines der strengsten Waffengesetze. Jeder Gegenstand kann zur Waffe werden, Pkw, SUV, Lkw. Zugegeben eine Waffe ist durch Feuerkraft gefährlicher, deswegen der Umgang auch streng reglementiert.
Die strengsten Waffengesetze hat Japan. Da wandern Sie schon jahrelang in den Knast, wenn man bloß eine ungeladene Pistole in Ihrem Auto findet. Die Folge: So gut wie keine Toten durch Waffenmissbrauch in Japan. In den hochgerüsteten USA dagegen kommen pro Jahr 35000 Menschen durch Schusswaffen um.

Wie "streng reglementiert" der Waffenbesitz in Deutschalnd ist, sah man ja in Winnenden.

Feuerwaffen gehören nicht in den Besitz von Privatleuten. Die gehören nur in die Hände von erstklassig geschulten Spezialkräften wie Polizisten und Soldaten. Japanische Polizisten wiederum tragen in der Regel gar keine Waffen, sondern sind ausgebildete Kampfsportler. Das Land versinkt trotzdem nicht in Kriminalität.

#6 - 10.09.2019, 21:12 von Norbert Jensen

@mo papsin
Dann haben hier in Norwegen sehr viele psychische Probleme. Eine Langwaffe kauft man mit einem Wochenendlehrgang und Handfeuerwaffen mit 15 nachgewiesenen Trainingseinheiten. Die Jagd ist Jedermann ausdrücklich erlaubt. Dass jemand bei der Arbeit stolz sein neues Gewehr mitbringt und auspackt, ist nicht ungewöhnlich. In Wirklichkeit geht es doch darum, dass der Deutsche ansich seinem Mitbürger nicht traut. Deshalb haben wir ein undemokratisches System, das durchaus jedem eine Waffe erlaubt, der das Theater mitspielt und brav die gesetzlichen Hürden nimmt - was wirklich kein Problem ist für jeden mit etwas Hirn. Oder aber man ist reich bzw. mächtig, dann bekommt man eine Erlaubnis die selbst Texaner beneiden würden (verdecktes Tragen überall). Wir sind leider abhängig von der geistigen Gesundheit unserer Mitmenschen, daran kann kein Gesetz etwas ändern.

#7 - 10.09.2019, 21:19 von G. Schumann

Zitat von Dieter Bürkel
1) Haben jemals bewaffnete Beamte untätig gewartet, während zu hören war, dass fortlaufend geschossen wurde? ..... 2) Wenn sich ein Täter mit oder ohne Geiseln in einem Raum verschanzt hat und derzeit offenbar nichts passiert, ist es dann sinnvoll, dass eine Handvoll ganz normale Streifenbeamte reingeht und versucht, die Geschichte zu beenden
1) Das war beim Amoklauf in Erfurt (2002) tatsächlich der Fall.
Einer der eingetr. Beamten hatte zwar versucht in das Schulgeb. einzudringen, Amokläufer Robert S. nahm diesen aber unter Beschuss, sodass sich der Beamte zurückzog. Bei dem Feuergefecht hatte er den Beschuss durch S. nur mit 1 Schuss erwidert. Wenig später feuerte S. dann sogar noch vom 1. Stock durch das Fenster und erschoss dabei einen der draußen abwartenden und sich in Deckung wähnenden Polizisten.

Das Verhalten der Polizei wurde nach Bekanntwerden dieser Details massiv kritisiert. Tatsächlich sahen aber die meisten (oder sogar alle) Landespolizeigesetze zwingend vor, dass Streifenbeamte bei Amokläufen o. Geiselnahmen auf das SEK warten mussten.
Nach Erfurt 2002 wurde dann damit begonnen, die Polizeiausbildung zu reformieren, damit auch am Tatort zuerst eintreffende Streifenbeamte ausreichend geschult sind, um wenigstens gegen Amokläufer vorgehen zu können. Das Ziel ist dabei dann, den Täter so schnell wie möglich von weiteren Morden abzuhalten, also seine gegen Zivilisten gerichtete Handlungszeit zu minimieren, selbst wenn dies zunächst nur in einer Schießerei (einem Patt) endet.

In Winnenden waren die Beamten bereits entsprechend geschult, und nach dem Polizeigesetz auch verpflichtet schnell einzugreifen.
Der Täter dort bemerkte die 3 eintreffenden Beamten, schoss auf sie + floh aus dem Gebäude, wobei er dabei auf den Gängen noch 2 Lehrerinnen erschoss. Dabei begingen die 3 Beamten auch einen taktischen Fehler, da sie sich nicht aufteilten, um die Seitenausgänge zu besetzen, weshalb der Amokläufer seine Mordserie dann nach einer Geiselnahme und einer 100-km-Fahrt in einem Industriegebiet fortsetzen konnte.

2) Normale Streifenbeamte haben nicht die Ausrüstung, geschweige denn die Ausbildung um Geiselnahmen gezielt/erfolgreich zu beenden. Hätten bei den Amokläufen noch in den Schulgebäuden Geiselnahmen stattgefunden, dann hätten die Beamten definitiv auf das SEK warten müssen.

#8 - 10.09.2019, 22:05 von G. Schumann

Zitat von norwin richter
wie brauchen nicht darüber zu sprechen, wie schrecklich solche Taten sind, aber mit war noch nicht bewusst, dass wir laxe Gesetze haben, was Schusswaffen betrifft.. also der normale deutsche kann sich doch gar keine Waffe besorgen, oder liege ich da falsch?
Da liegen Sie falsch.
Dafür müssten Sie nur zum Thema Waffenrecht und Waffenbesitzkarten recherchieren.
Allerdings berechtigen die Erlaubnisse nur zum Besitz, nicht aber zum Führen außerhalb von Privaträumen oder den Anlagen der Sport-/Schützenvereine.

2016 gab es laut nationalem Waffenregister (NWR) genau 5,83 Millionen legale Waffen in Deutschland und die gehörten zu 2,31 Millionen waffenrechtlichen Erlaubnissen.
Zusätzlich kursieren Schätzungen, die besagen, dass es in Deutschland rund 20 Millionen illegale Waffen geben soll. Tatsächlich gibt es wohl zumindest eine hohe Zahl von illegalen Langwaffen von denen viele geerbt wurden, und die sich z.T. bereits über Generationen in Familienbesitz befinden. Diese sind i.d.R. auch nicht dem Schmarzmarkt zugänglich, sie verbleiben einfach in den Haushalten. Anders sieht es mit der vermutlich hohen Zahl von Pistolen aus dem Ostblock und vor allem aus russischen Armeebeständen aus, die nach der Wende und noch vor Abzug der russischen Truppen an den Stationierungsorten von den Soldaten gegen Devisen verkauft wurden.

Laut Bundesinnenministerium besitzen rund 1 Million Menschen die legalen Waffen, viele dieser Personen haben also mehr als eine Waffe. Außerdem gibt es ein Nord-Süd-Gefälle gibt, denn in Bayern gibt es 1,138 Millionen legale Waffen, in Bremen aber z.B. nur 12.448.

#9 - 11.09.2019, 02:00 von Karl-Heinz Müller

Atemberaubend...

Es ist wirklich atemberaubend wieviel gefährliches Halb- und Facebookwissen bezgl. der deutschen Waffengesetzgebung hier in den Kommentaren herrscht. Da spricht jemand mit genug Geld bekommt man eine Waffenerlaubnis mit verdecktem Tragen. So einen Unsinn kann man nur von Facebook haben. Verdecktes Tragen wird nur bei extrem gefährdeten Personen erlaubt... und das auch nicht indem man nur genug Geld aufbringt sondern nachdem man durch die Polizeibehörden bis auf die Unterhose herunter durchleuchtet wurde. Und man kann pro Großstadt an einer Hand aufzählen wieviele das dürfen. Was viel zu einfach in Deutschland ist das Schreckschusswaffen für besorgte Bürger so einfach zu bekommen sind und das man die wirklich auch in der Öffentlichkeit führen darf (ausser auf Veranstaltungen etc.). Aufgesetzt können die auch tödlich sein.
Und im Waffengesetz heisst das Waffe und Munition getrennt aufzubewahren sind, das die Waffe NICHT geladen ist und nicht Zugriffsbereit ist. Nicht mehr und nicht weniger. Waffe und Munition sind im Normalfall in einem Schrank in unterschiedlichen Fächern gelagert. Und jetzt mal ehrlich. Was für einen Unterschied würde es machen? Wenn jemand seine Pflichten als Waffenbesitzer so lax auslegt das sein Sohn problemlos rankommt weil sie praktisch ungesichert irgendwo in der Schublade liegt nutzen auch strengere Gesetze nichts. Gesetze schützen nicht vor Unvermögen des Einzelnen.
Wir haben Europaweit mit die strengsten Waffengesetze überhaupt. Selbst als Sportschütze muss man sich nackig machen und es dauert Jahre bis man die Erlaubnis erhält eine eigene Waffe zu besitzen.
Als Sportschütze muss man nähmlich nachweisen das man den Sport regelmässig ausübt und auch geschult im Umgang mit der Waffe ist. Wenn man z.B. den Sport einstellt wird die Erlaubnis wieder einkassiert und die Waffe ist wieder weg. Man ist als Waffenbesitzer steter Kontrolle unterlegen die bis zu Kontrollbesuchen durch die Polizeibehörden reicht.
Das Problem ist das die Kontrolle wie in allen Lebenslagen nicht 24/7 erfolgen kann. Wie z.B. ein 10-Jähriger den Autoschlüssel von Papa klaut und damit einen anderen Menschen überfährt. Verbieten wir Autos weil durch falsche Benutzung dieses hochgefährlichen Kraftfahrzeuges Menschen getötet werden? Oder weil damit vorsätzlich Terroranschläge verübt werden? Nö... das wäre ja unvorstellbar, nicht wahr?

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