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Der Staatsschützer und der Stasi-Friseur

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#1 - 07.03.2012, 16:42 von Matthias Frase

Das sind ja wieder mal Ungeheuerlichkeiten, die man unter dieser seltsamen Überschrift zu lesen bekommt.

Agents und Provocateurs, wohin man schaut; soffen wie die Irren, hatten reihenweise ihren Altnazidreck am Stecken und machten nahtlos Karriere in einem Apperat, der sie gegen die Demokratiebestrebungen der Jugend einsetzte.

Wird das endlich mal aufgearbeitet?!

#2 - 07.03.2012, 17:29 von Britta Niermeyer

Es ist ja schon peinlich... Eigentlich müßten wir der STASI dankbar sein, das dieses entsetzliche Verhalten dokumentiert wurde, sonst würde es fein weiter unter den Teppich gekehrt bleiben. Was für ein verachtungswürdiger Haufen Altnazis.

#3 - 07.03.2012, 17:34 von Harry Bleckert

Auch die Hambuerger polizei hat mindestens in den 70ern als Demonstranten "verkleidete" Beamte als gezielt Provokatuere eingesetzt.

Einmal wurde ich während einer Demo gegen den Vietnamkrieg Zeuge wie in einer Seitenstraße Uniformierte und "Demonstranten" in gemischter Gruppe zusammenstanden und sich unterhielten. dies war offensichtlich eine Einsatzbesprechung.

Wenige Minuten waren es genau diese "Demonstranten" die anfingen Steine zu werfen und zu Gewalt aufzurufen.
Danach bin ich nie wieder auf eine Demo gegangen. Mein Vertrauen in diesen "Rechtsstaat" habe ich damals verloren.

#4 - 07.03.2012, 20:52 von

Und? Was passiert jetzt?
Wird jetzt eine Historikerkommission gebildet, die diese Vorkommnisse "rückhaltlos" aufklärt?
Die noch greifbaren Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen?
Wird sich der Berliner Polizeipräsident öffentlich entschuldigen und Besserung geloben?
Die Ausbildung der Polizei endlich auf eine demokratische Grundlage gestellt?
Die Kumpanei, die Meineide vor Gericht, die abgesprochen Zeugenaussagen und der "Korpsgeist" unter den Polizisten beendet?
Wird Merkel eine entschuldigende Rede am Grab von Benno Ohnesorg halten?
Die geistigen Brandstifter aus dem Haus Springer zur Verantwortung gezogen?
Nein! All das natürlich nicht!

#5 - 07.03.2012, 20:54 von Jens Schuetz

Was bringts der Polizei, wenn einige von denen verdeckt Aufstaende anzetteln?
Ruhe und Ordnung sicher nicht. Also warum machen die das? Spass am Pruegeln, Geltungsbeduerfnis kann ich mir bei einem Einzelnen noch vorstellen, aber eine ganze Organisation? Vielleicht hoffte man so auch die gefaehrlicheren Demonstranten zu identifizieren und zu neutralisieren. Die Demonstranten die dazu tendieren bei Randale mitzumachen sind sicher die gefaehrlichsten.

ps: Gibt es auch BND dokumente die mal etwas neues aus der DDR berichten koennen?

#6 - 07.03.2012, 20:54 von Jean Pierre Hintze

>Eigentlich müßten wir der STASI dankbar sein, das dieses entsetzliche Verhalten dokumentiert wurde(...)<

Natürlich ist es wichtig und richtig, diese Verhältnisse nach dem Krieg öffentlich zu machen. Die STASI allerdings vom Bock zum Gärtner zu diskutieren, ist ebenfalls bezeichnend für ein "typisch deutsches" Selbstverständnis. Denn in der sog. SBZ arbeiteten auch Altnazis am Spitzel- und Repressionapparat der sozialistischen Diktatur, gaben Schiessbefehle gegen Republikflüchtlinge aus und liessen am eisernen Vorhang auch maschinell durch Selbstschussanlagen töten.
Die Missstände der westdeutschen Apparate sind zumindest, wenn dies auch ein schwacher Trost ist, aus persönlichen Verfehlungen der Beteiligten erklärbar - und wurden im Gegensatz zu "drüben" nicht staatlich angeordnet.

#7 - 08.03.2012, 09:17 von Michel Wittmann

Interessanter Typ! :)

Sowas gibt's heut nicht mehr...schade.

#8 - 08.03.2012, 09:17 von

>Die Missstände der westdeutschen Apparate sind zumindest, wenn dies auch ein schwacher Trost ist, aus persönlichen Verfehlungen der Beteiligten erklärbar - und wurden im Gegensatz zu "drüben" nicht staatlich angeordnet.

Natürlich. Der die Greuel des ganzen zweiten Weltkrieg bestand nur aus persönlichen Verfehlungen.
Altnazis, angefangen vom Bundespräsidenten bis hin zu maßgeblichen Vorgesetzten in Militär und Polizei. Na glauben Sie tatsächlich, dass diese Weisungsgeber "staatliche Anordnungen" für den widerwärtigen Umgang mit als "links" eingeschätzte Bürger brauchten? Nein, sondern "der Staat" hat dies gewusst und bewusst toleriert. Er konnte fest mit diesem Umgang rechnen! Einer Anordnung bedurfte es da nicht.

#9 - 08.03.2012, 09:17 von Uwe Schwarz

@Jean Pierre Hintze: Soso, in der DDR gaben Altnazis Schießbefehle gegen Republikflüchtlinge aus.

Gott erhalte Ihnen Ihr schlichtes Weltbild!

#10 - 08.03.2012, 09:17 von

>Was bringts der Polizei, wenn einige von denen verdeckt Aufstaende anzetteln?

Also diese Frage ist ja nun wirklich leicht zu beantworten: Auch zu Zeiten von Starke und Kurras war das gewaltsame polizeilich Vorgehen gegen friedliche Demonstranten nicht mehr en vogue...
Um also zu verhindern, dass unliebsame Demonstrationen vielleicht auch noch "bürgerlichen" Zulauf erhalten und man eine abschreckende Wirkung auf Organisatoren und Teilnehmer erzielen kann, muss diese Demo also gewalttätig werden. Und voila - schon sind polizeilicher Gewalteinsatz und willkürliche Festnahmen gerechtfertigt.

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