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Die Erfindung des Getaway-Cars

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#1 - 24.02.2009, 11:12 von Thomas Tröscher

Wunderschön! In Paris wurde das "Getaway-Car" erfunden! Wirklich? Das kann ich ja fast nicht glauben, dass die Pariser das, was man auf deutsch wohl "Fluchtauto" nennen könnte, "Getaway-Car" genannt haben. Und ein "Shootout" zum Finale? Das scheint doch auch sehr an den Haaren herbeigezogen! Welcher französische Polizist mit seiner angeborene Liebe zur englischen Sprache hat wohl diesen Begriff verwendet? Na denn, frohes frandenglish!

#2 - 24.02.2009, 11:21 von Andreas Kurz

Toller Beitrag! Spannend und interessant, vor allem die ungewöhnliche Brutalität der Täter überraschte mich. Anmerken möchte ich nur, dass das Fluchtfahrzeug vielleicht einen 8-Zylinder Reihenmotor besaß, doch sicher keinen V-8. Diese Bauform gab es meines Wissens nach erst viel später, vor allem Ford machte mit einem kompakt bauenden V8 in den Dreißigern Furore. Die lange Motorhaube ist auch ein guter Hinweis auf die platzraubende Reihenmotorbauweise.

#3 - 24.02.2009, 12:11 von

Auch mir sind Begriffe wie "Getaway-Car", "Shootout" und "Lowtech" sauer aufgestoßen. In einem an sich guten Artikel wird leider - völlig unnötig und durch die Brust ins Auge - ein Bezug zu Hollywood-Filmen herbeigezerrt. Dabei ist es ein Artikel in deutscher Sprache über französische Geschichte.

#4 - 24.02.2009, 13:53 von

Jemandem, der in den 1970er Jahren in Paris auf dem Schulhof mit den Freunden "Bande à Bonnot" gespielt hat ruft dieser Artikel - trotz Fremdwörter - viele Erinnerungen hervor. Wahrscheinlich hängt es auch damit zusammen, dass in der Zeit die sehr beliebte TV-Serie "Les Brigades du Tigres" gedreht und gesendet wurde. Diese vom Ministre Georges Clemenceau, Spitznahme " Le Tigre", 1907 ins Leben gerufene Spezialeinheit der Polizei war maßgeblich an der Festnahme der Bonnot Bande beteiligt. "Bande à Bonnot" ist ein in der französichen Kultur fest verankerter Name.

#5 - 25.02.2009, 10:04 von Werner von Schleiden

Wenn wir hier schon von "getaway cars" reden - warum eigentlich nicht "voitures de fuite"? -, glaube ich, dass die in den USA (wo sonst?) "erfunden" wurden. Und zwar schon deutlich früher.
Seit 1912/13 hatte der Produzent Mack Sennett eine Slapstick-Truppe namens "Keystone Cops" zusammengestellt, und die lieferten sich - im Film - halsbrecherische Verfolgungsjagden mit diversen Gangstern. Und das waren bald auch Autoverfolgungsjagden.
Diese grotesk-akrobatischen Stummfilmchen hatten gewiss einerseits Vorbilder in den Unterwelten der aufstrebenden amerikanischen Großstädte. Und waren andererseits, sie liefen auch in Pariser Kinos, möglicherweise selber wiederum Vorbilder für die französische Ganoven.

#6 - 05.03.2009, 13:04 von Peter Panter

Schließlich wurde der Gangster gestellt und getötet (Bild 22), und zwar "tué d'un coup de feu". "Erschossen", hätte ich übersetzt, denn "coup de feu" heißt schlicht "Schuß". "Feuerstoß" schien im vorliegenden Fall aber wohl dramatischer.

#7 - 14.03.2014, 12:03 von Kai Bonte

Die Erfindung des Getaway-Cars

Flucht mit dem V-8: Eine verwegene Pariser Anarchisten-Bande benutzte kurz vor dem Ersten Weltkrieg zum ersten Mal in der Geschichte Autos für Verbrechen. Die Polizei ritt und radelte hinterher - trotzdem kam es am Ende zum finalen Shootout. Von Hans Michael Kloth