Schrift:
Ansicht Home:
Forum
einestages Blogs

Haile Selassie: Der Wolkenkuckuckskaiser

imago/United Archives Er war der erste Staatsgast der Bundesrepublik, Rastafaris verehren ihn bis heute als Messias: Äthiopiens Herrscher Haile Selassie galt weltweit als moderner Märchenkaiser. Vor 40 Jahren wurde er ermordet, seine Leiche verscharrt - von den eigenen Untertanen.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/4    
#1 - 27.08.2015, 16:27 von Volker Horchler

ein von Hungersnöten und Kriegen geprüftes Land

Und danach kamen die nicht besseren Sozialisten unter Mengistu, auch wieder mit einer große Dürre und Hungersnot um 1984. Ein Aufschrei ging in die Welt, es folgten Hilfsprojekten von Band Aid, das Wirken von Karl-Heinz Böhm usw. Aber auch die Sozialisten waren 1991 am Ende.

#2 - 27.08.2015, 17:03 von Monika Sielmann

Wolkenkuckuckskaiser?

Gegenfrage: Würden Sie die Kaiser und Könige aus Europa, die für das gemetzel in Namibia, Kongo und anderen Kolonien verantwortlich zeichnen und Millionen Menschen aus Europa zur Auswanderung aus Europa aufgrund von elenden Lebensbedingungen und Hubersnöten veranlassten ebenso bezeichnen?

#3 - 27.08.2015, 17:08 von Knud Schmidt

Der Beitrag wirft Fragen auf

Ich zitiere aus dem Artikel:
»Mit der Ausstrahlung einer zugespitzten Version des Dokumentarfilms "Die unbekannte Hungersnot" am 11. September 1974 versiegten auch die letzten Sympathien für den Monarchen.«

"Zugespitzte Version" soll wohl im Klartext heißen: Schwarze Progaganda.
Aber gab es diesen Film wirklich? Google fände zu diesem Titel (in "") exakt einen Treffer, und zwar just diese Webseite. Sonst nix.

Läßt man bei Google die Anführungszeichen weg, fände sich eine Reportage des BBC-Fernsehens über die Hungersnot in Äthiopien aus dem Jahre 1984, also ein Jahrzehnt später.
Es wäre auch der Erwähnung wert gewesen, wie der Monarch eigentlich unter eine Toilette seines Palastes kam. Hatte man Plumpsklos im Palast? Oder wurde seine Leiche eingemauert?

Unerklärt bleibt auch, was zwischen dem 27. August 1975, als er leblos in seinem Zimmer gefunden worden sei ("wahrscheinlich mit einem Kissen erstickt") und dem Jahr 1992 passiert ist, als er überraschend (?) unterm Klo gefunden wurde.
Nun weiß ich ja nichts über die Standardbewaffnung des äthiopischen Militärs in den Siebzigern, aber ein Täter, der jemanden mit dem Kopfkissen erstickt, handelt wohl eher allein und hätte eben gerade KEINE Armee hinter sich.
Die Praxis, den Monarchen zu kidnappen (und zu foltern?), um an dessen Millionen zu kommen, läßt wenig Raum für Spekulationen, ob das Geld am Ende dem Volke zugute gekommen wäre.

Falls an dem Artikel was dran ist, dann hört sich das jedenfalls für mich nach einem Spiel der Geheimdienste an. Der 11. September 1974 wäre übrigens auf den Tag genau ein Jahr nach dem 11.9.1973, dem militärischen Putsch Pinochets in Chile.

#4 - 27.08.2015, 17:18 von Michael Tilly

König der Könige

Unerreicht ist die Darstellung seines Lebens durch Ryszard Kapuscinski in seinem Roman "König der Könige. Eine Parabel der Macht".

#5 - 27.08.2015, 17:40 von Daniel Katzorke

Zumindest eine Antwort

Lieber Knud Schmidt, zumindest auf eine Ihrer Fragen gibt es eine recht einfache Antwort. Da der Dokumentarfilm wie im Artikel erwähnt eine britische Produktion war, lohnt sich die Googlesuche nach dem Originaltitel. Für "The unknown famine" gibt es tatsächlich einige Treffer.

#6 - 27.08.2015, 17:51 von Sven Kielau

König der Könige von R. Kapuscinski

Sehe ich auch so wie Beitrag Nr. 4: Eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe.

#7 - 27.08.2015, 17:52 von Emanuel Gold

Der Kaiser ging, der Hunger blieb.

#8 - 27.08.2015, 17:59 von ulrich springorum

sehr oberflächlich

Selten habe ich einen oberflächlicheren Artikel über Äthiopien und Haile Selassi gelesen. Dabei gibt es viele informative Werke, da hätte man vielleicht mal vorher reinsehen sollen. Zumindest die Rolle des DERG bei der schleichenden Entmachtung von Selassi und die Medienmanipulation wäre zu erwähnen gewesen

#9 - 27.08.2015, 18:04 von Bernd Brincken

Tonalität

Die hämische Tonalität mag identitätsstiftend für die Spiegel-Redaktion sein - aber unpassend für einen Mann, der von nicht wenigen Menschen bis heute als Heiliger verehrt wird.
Dass Haile Selassie von der Regenbogenpresse geliebt wurde, bedeutet nicht, dass man sich auch auf diesem Niveau mit ihm beschäftigen muss.
Hier wäre eine sachlichere und differenzierte Verarbeitung angemessen gewesen.

    Seite 1/4