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Trauerrede für den Mann im Mond

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#1 - 08.07.2009, 13:02 von Ralf Bülow

So unbekannt ist Nixons ungehaltene Mond-Rede aber nicht, was man schnell sieht, wenn man mit "Nixon" und den Anfangsworten der Rede - "Fate has ordained" - googelt. Am Ende spielt der Text übrigens auf das berühmte Kriegsgedicht "The Soldier" von Rupert Brooke an, wobei "forever England" zu "forever Mankind" wird.

#2 - 08.07.2009, 14:32 von Dirk Kämper

Es gibt sie auch schon lange in dtsch. Übersetzung im Netz. z.B:

http://www.science-explorer.de/mondmission.htm

Wenn ich mich nicht irre, kannten die Astroauten den Text schon vor ihrem Abflug. Aldrin jedenfalls ist der Meinung, Nixon hätte nur einen guten Job gemacht und wäre mit dieser Rede auf einen durchaus möglichen Zwischenfall gut vorbereitet gewesen. Das haber von einem Präsidenten auch erwartet. Besser als Reagan dann Jahre später.

#3 - 09.07.2009, 09:30 von

Das zugrundeliegende Szenario war eine offensichtlich reale Option. Grund genug also, auch für den Fall aller Fälle Vorsorge zu treffen.

Was mir aber nicht in den Kopf will: warum, um Himmels willen, sollte bei einem Stranden der Astronauten auf dem Mond der Funkverkehr gekappt werden?
Gab es hierfür rationale Gründe oder ließ sich die NASA hier von der sprichwörtlichen Unaussprechlichkeit des Schlimmstmöglichen leiten und fürchtete einfach nur das Gespräch mit Todgeweihten?

#4 - 14.03.2014, 12:04 von Kai Bonte

Trauerrede für den Mann im Mond

Blaupause für die Katastrophe: Was, wenn die Mondmission 1969 in einem Desaster geendet hätte? Tatsächlich gab es Vorbereitungen für den schlimmsten Fall, sogar eine geheime Ansprache für Präsident Nixon. einestages hat Washingtons Plan B nachgespürt - und zeigt die Nixon-Rede ungekürzt. Von Marc Pitzke, New York

#5 - 19.07.2019, 16:51 von Matthias Herkommer

Zitat von Martin Holtmann
Das zugrundeliegende Szenario war eine offensichtlich reale Option. Grund genug also, auch für den Fall aller Fälle Vorsorge zu treffen. Was mir aber nicht in den Kopf will: warum, um Himmels willen, sollte bei einem Stranden der Astronauten auf dem Mond der Funkverkehr gekappt werden? Gab es hierfür rationale Gründe oder ließ sich die NASA hier von der sprichwörtlichen Unaussprechlichkeit des Schlimmstmöglichen leiten und fürchtete einfach nur das Gespräch mit Todgeweihten?
Vielleicht, weil es nicht so angenehm ist, wenn einem Milliarden Menschen beim jämmerlichen Krepieren zuschauen. Natürlich hätte man den Astronauten alle Zeit gelassen zu sagen, was sie noch auf dem Herzen gehabt hätten und erst abgeschaltet, wenn sie dies gewünscht hätten.

In der Situation hätten die Astronauten vielleicht noch 1 Tag Sauerstoff gehabt. Natürlich hätte man in der Zeit alles Menschenmögliche versucht, um doch noch einen Rückstart zu ermöglichen. Und wenn man nur von Außen mal ordentlich gegen die Triebwerke getreten hätte. Aber irgendwann wäre dann der Moment gekommen, wo der Sauerstoff nicht mehr gereicht hätte, um noch zum Mutterschiff zu kommen, selbst wenn der Start plötzlich doch noch geklappt hätte. Spätestens dann wäre die Situation hoffnungslos gewesen.

Anzunehmen ist, dass die beiden dann vorher selbst dem Leben ein Ende gesetzt hätten. Vielleicht wären sie noch mal auf die Mondoberfläche gegangen und hätten dann einfach den Helm aufgemacht. Und sowas macht man dann halt gerne unbeobachtet.

In den Medien kursierten damals Berichte, dass für solche Katastrophenfälle Gift an Bord wäre. Aber die Astronauten haben das in einem Interview mal verneint, das wäre gar nicht notwendig. Man müsste ja nur die Tür aufmachen und dann wäre man in Sekunden tot.

Interessant natürlich noch die Frage, was Collins im Mutterschiff allein gemacht hätte. Hätte er überhaupt alleine zur Erde zurückfliegen können oder waren für die Bedienung der verschiedenen Mannöver mehrere Personen notwendig? Dann wäre vielleicht auch Collins noch oben geblieben.

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als der Rückstart von der Mondoberfläche geplant war. Ich war damals 11 und habe dem ganzen atemlos zugeschaut.

#6 - 21.07.2019, 14:09 von Christian Floreck

@3

Vermutlich wollte man sicher stellen, das panische u anklagende Worte nicht in alle Welt getragen werden.
Ob wirklich alle Kanäle gekappt würden weiss ich nicht.
Zumal man sicher bis zum Schluss nach einer Lösung gesucht hätte.
Ein Schalter in der Fähre war ja abgebrochen und mit einem Stift überbrückt worden.