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Volkszählungen: "Es gibt keine harmlosen Daten"

DPA Mittwoch entscheidet das Bundesverfassungsgericht über Klagen zum Zensus 2011. Fast vergessen ist der Massenprotest der 80er - ein junger Jurist trug zum Stopp der Volkszählung bei, ein Soziologiestudent rief zum Boykott auf.
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#1 - 19.09.2018, 08:00 von Georg Scheffczyk

Und jetzt ist die Rasterfahndung nach Rundfunkhörern normal,

sie kriegt die Daten von den Einwohnerämtern und es werden Fragebögen ausgestellt,
mit wem man zusammenwohnt, wenn es dieselbe Wohnung ist. Vor Jahren undenkbar,
heute Alltag. Privatheit perdu.

#2 - 19.09.2018, 09:59 von Wolfgang Aichinger

Damals und heute

Mich würde brennend interessieren, ob die Verweigerer aus den Achtzigern heute zu den "Datenschleudern", sprich Facebooknutzer, WhatsApp Fanatiker etc. gehören!

#3 - 19.09.2018, 10:23 von Volker Podworny

@Wolfgang Aichinger*

Vermutlich wird die Anzahl der Verweigerer von damals ehr gering auf Facebook etc.sein. Es ist über 30 Jahre her seit der Volksausschnüffelung. Der größte Anteil der Verweigerer wird mittlerweile über 50 und aufwärts sein.

#4 - 19.09.2018, 12:40 von Hans Mayer

Private Daten

Inzwischen postet man seine Daten in die sozialen Netzwerke. Da braucht es keine Volkszählung mehr. Der Datenschutz ist doch kaum noch vorhanden.

#5 - 19.09.2018, 13:14 von Harald Vogler

Damals war der Staat die Bedrohung

Heute sind die privaten Kraken noch mächtiger, weil global aufgestellt. Die Staaten greifen zwar auch dort ab, was geht, aber das geschieht heutzutage heimlich. Von daher sind Staaten infolge der Privatisierung geheimdienstlicher Tätigkeiten nicht mehr so im Focus wie früher, aber immer noch genauso gefährlich für die Freiheit. Manchen ist das immer noch bewusst, die gehen sparsam mit ihren Daten um, aber viele offenbaren ja alles über sich und Rücken sogar freiwillig ihre Fingerabdrücke raus. Es geht nicht nur um Werbung, wie immer suggeriert wird. Herr Maaßen weiß das und wird nun an anderer Stelle zum Wohle des Staates tätig

#6 - 19.09.2018, 13:26 von Stephan Herrmann

Im Gegensatz zu den Menschen,

die über mangelnden Datenschutz jammern, bin ich nicht bei Facebook und: Man kann über mangelnde Kita-Plätze, Schulen, unzureichenden ÖPNV etc. jammern - aber dann sollte man Politik und Verwaltung nicht die erforderlichen Daten als Grundlage des Handelns vorenthalten.

#7 - 19.09.2018, 15:20 von Lothar Paschedag

@Stephan Herrmann

Politik und Verwaltung haben die erforderlichen Daten, jeder kleine neue Bürger muss ja mal angemeldet werden, es gibt ein Melderegister. Und wenn jemand seinen Wohnsitz nicht anmeldet hat er halt Pech wenn er/sie keinen Kitaplatz bekommt, geht ganz einfach

#8 - 20.09.2018, 12:16 von Martin Maschmann

viel Lärm

um nichts damals. Getue. Ich hab damals bei Religion 'jüdisch' angekreuzt und mich soo toll gefühlt. So wie die ganze Boykottaktion doch nur ein paar Egos gepusht hat. Wenn jemand Daten missbraucht dann eher nicht der Staat sondern Versicherungen, Banken, sowas.

#9 - 20.09.2018, 17:11 von Linda Zenner

Es gibt Daten,

die einfach keine Rolle für die Bedarfsplanung spielen, wie die Frage nach der Religion. ich war damals für einen Teil-Boykott. Aber in Zeiten von Hartz IV gibt es Staatsangestellte, die klingeln, um Zahbürsten im Becher zu zählen, Herrenhemden im Kleiderschrank oder um die Nachbarn zu befragen, ob ab und zu ein freundlicher Besucher mit vollen Alditüten auftaucht.....und das alles ist ein Kinderspiel verglichen mit der Datensammelwut der Privaten - und die interessieren sich für alle Daten, weil sie alles vermarkten können, von der Kleidergröße bis zum Lieblingsurlaubsland.