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"Wo bleibt denn da die Freude?"

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#1 - 09.10.2007, 07:55 von

Hmm, ich frage mich, was das Besondere sein soll - schlecht angezeogene Menschen, die sich zum Affen machen ("Disco", heute eher "Club" oder Karneval) sieht man auch heute noch und überall in Deutschland... - das hat mit "Alltag in den 80ern" nicht viel zu tun... Ja, es gab und gibt bis heute triste und trotzdem oder grade deswegen faszinierende Ecken im Pott, keine Frage - aber steht ihnen auch ihre triste Farbgebung zu - "schwarz-weiß" verwechselt hier Tristess mit "gewollt alt"... alles in allem suggeriert der titel hier mehr, als der Inhalt halten kann...schade.

#2 - 09.10.2007, 09:38 von

Grossartige Bilder. Ich habe selber in den 80ern in Duisburg gelebt und erkenne Vieles wieder. Gerne würde ich noch mehr sehen.

#3 - 09.10.2007, 10:11 von

Mich überzeugen die Bilder ganz und gar nicht - kenne und erlebe auch das Ruhrgebiet seit 30 Jahren... und ja, es gibt dort Tristess... aber die sieht anders aus, fasziniert anders. Menschen die sich zum Affen machen und/oder schlecht gekleidet sind gibt es weltweit und auch im Jahre 2007. Auch werden schwarz-weiss-Fotos dem Anliegen nicht gerecht - die faszinierende Tristess des Potts an einigen Ecken erschließt sich doch grade in bzw. mit seinen Farben... - deutlich gelungener und aussagekräftiger ja da sogar die Eindrücke, die uns heute ein Felmy- oder Schimmi-Tatort aus den späten 70ern oder frühen 80ern gibt...

#4 - 09.10.2007, 11:03 von Mark Seifert

Fantastisch dokumentiert. Ich als Bochumer habe den Pott ebenso wahrgenommen. Viele graue Gestalten, Mantelomas, Säufer. War natürlich nicht alles so. Schön zu lesen, dass sich in den Köpfen kaum was geändert hat. Alles wird weiterhin idealisiert. Schöne Geschichte.

#5 - 09.10.2007, 13:30 von

Die Bilder sind großartig. Krause versteht es die Menschen in ihrerer Verletzlichkeit und Absurdiät so darzustellen, das er sie dennoch nicht denunziert. Als ehemaliger Altenessener und aufgewachsen neben den Gartenstühlen am Coop kann ich mir kaum vorstellen, wie man diese Zeit besser dokumentieren und kommentieren könnte.

Jeder der nur "schlecht angezogene" Menschen sieht, sollte noch einmal seine alten Bilder heraus suchen. Mit Sicherheit findet er ähnliche modische Strafttaten. Ob allerdings mit soviel Wahrhaftigkeit und Ironie fotografiert, bleibt offen.

#6 - 09.10.2007, 15:06 von

Als ich die Fotos mir ansah kam mir die ein oder andere Erinnerung an diese Zeit. Auch an Peinliche situationen in denen ich nicht ger Fotgrafiert worden wäre, konnte ich mich erinnern. Von daher "funktionieren" diese Bilder bei mir ganz gut und das ist der Punkt der für mich bei einer Fotografie wichtig ist - sie muß bei mir was bewegen.

Daher 4 Sterne von mir für diese Reihe

#7 - 09.10.2007, 15:22 von

Astreine Dokumentation! Heißt es nicht immer, dass "die Ruhrpottler zum Lachen in den Keller gehen"? Nun, ich bin ein wenig hin- und hergerissen. Viele der Bilder haben eine Art traurige Fröhlichkeit, andere wieder einen offenen Humor (Männerpinkeln..), der manchem die Schamesröte ins Gesicht treiben könnte, dem der spezielle Ruhrpotthumor nicht geläufig ist.
Reinhard Krause hat genau diese feinen Momentaufnahmen geschaffen, die heute als "Streetfotografie" gelten. Hier muss keine besondere Dramatik herrschen, keine schmutzigen, überarbeiteten Bergwerker, keine Nachkriegstraurigkeit. Es waren die Achtziger mit fiesen Schnauzbärten und saloppen Schlaghosen, die mit dem verschmitzten Lächeln des Fotografen eine sehr gute Zeitreise darstellen. Danke!

#8 - 09.10.2007, 16:10 von

Erstklassige Fotos! Ich bin auch im Ruhrgebiet und Suedwestfalen aufgewachsen und spuere in den Bildern genau diese ambivalenten Emotionen die mit dieser Region fuer mich verbunden sind. Ich sehe, warum wir uns dort wohlgefuehlt haben - und ich sehe, warum die meisten von uns am Ende weggegangen sind. Und das lag nicht nur an den Prolos in ihren stonewashed Jeansjacken (aeh, ja, natuerlich hatte ich auch eine...) und den ewig meckrigen popeline-bejackten Silbermuetzen, sondern auch an den Dingen, die man hier nur im Hintergrund spuert.
Die Kritik, hier "mehr Farbe" zu zeigen, halte ich fuer unberechtigt. Schwarz-weiss erhoet die Intensitaet, den dokumentarischen Charakter und lenkt weniger ab. Und ich finde, das passt auch gerade gut zu den 80ern, die wir ja sonst eher als bonbon- bis neonfarben kennen.
Ich muesste auch mal wieder durch meine alten Fotokartons gucken...

#9 - 09.10.2007, 17:43 von

Hallo,
mir gefallen die Bilder ebenfalls sehr gut. Mich würde interessieren, ob es einen Bildband hierzu, oder ähnliche Bildbände gibt.
Also solche, die sich mit ebendieser Atmosphäre speziell auch der 80er 90er Jahre im Ruhrgebiet befassen.

Grüße,

Tobias

#10 - 11.10.2007, 00:23 von

Lese gerade 'Stier' von Ralf Rothmann und da kommt mir dieses Album aus den 80ern als Illustration gerade recht. Ganz hervorragende Fotos aus einer Stadt in der ich seit 1993 lebe und die ich auch 20 Jahre später in diesen Bildern entdecke.

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