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Gesundheit

Darmkrebs: Virtuelle Vorsorge bevorzugt

AP Jährlich sterben Tausende Bundesbürger an Darmkrebs, dennoch meiden viele die Vorsorgeuntersuchung. Ein virtueller Check mit dem Computertomografen kann Patienten die Spiegelung ersparen. Ärzte streiten darüber, wie gut die junge Methode wirklich ist - und welche Risiken sie birgt.
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#1 - 06.10.2012, 14:26 von Phospholite

rasenartig

Ich denke das Problem ist die Darstellbarkeit der rasenartig wachsenden Polypen bei der obigen Methode.. außerdem ist beim Entfernen solche Polypen dann doch eine "konventionell" Koloskopie nötig. Die Vorbereitung ist dieselbe und die Kosten für die virtuelle Koloskopie sind mit 3-500 EUR auch noch um einiges teurer.

#2 - 06.10.2012, 14:35 von graphicdog

Das schlimmste daran

Zitat von sysop
Jährlich sterben Tausende Bundesbürger an Darmkrebs, dennoch meiden viele die Vorsorgeuntersuchung. Ein virtueller Check mit dem Computertomografen kann Patienten die Spiegelung ersparen. Ärzte streiten darüber, wie gut die junge Methode wirklich ist - und welche Risiken sie birgt.
Das schlimmste, an einer Darmspiegelung ist das Abführmittel am Tag davor. Ich hatte schon ein paar, ich weiß, wovon ich spreche. Trotz Dämmerschlaf würde ich de Spiegelung selbst, als erträglich, aber nicht angenehm beschreiben. Da hierbei Polypen sofort entfernt werden, trotzdem, meiner Meinung nach, die bessere Variante. Werden beim CT Polypen entdeckt, kommt, nach den Röntgenstrahlen, noch die Spiegelung oben drauf.

Und das Abführen bleibt einem beim CT doch wohl auch nicht erspart, oder? Aber, da allein in Berlin mehr Röntgenärzte praktizieren, als in ganz Fankreich (die Franzosen werden seltsamerweise trotzdem älter, und dass sogar, obwohl sie auch noch viel mehr rauchen), wird sch das virtuelle Verfahren bestimmt durchsetzen. Die ganzen CTs, MRTs usw, müssen ja ausgelastet werden.

graphicdog

#3 - 06.10.2012, 14:52 von hollens

Und die Strahlung?

Als ich Medizin studierte, hat man uns im Radiologie- und Strahlenschutzkurs erklärt, daß die Bauch-CT-Untersuchung zu den strahlenintensivsten Röntgenuntersuchungen gehört, die es überhaupt gibt. Ein Mehrfaches der JAHRES-Dosis an natürlicher Strahlung wird dadurch an den untersuchten Menschen abgegeben. Man sagte damals, daß dieses Risiko nur in Kauf genommen werden sollte, wenn wirklich triftige medizinische Gründe dafür vorliegen, es also gefährlicher wäre, die Untersuchung nicht zu machen.
Und nun wird versucht, diese Untersuchung bei Gesunden als "Vorsorge" zu etablieren?! Nur weil die Koloskopie irgendwie unangenehm ist?
Da man nicht einschätzen kann, wie viele Darmkrebserkrankungen man erst durch die CT-Untersuchung auslöst (das würde man erst nach Jahrzehnten quantifizieren können), ist große Vorsicht angesagt. Cui bono?

#4 - 06.10.2012, 14:58 von plleus

Folgen

Zitat von graphicdog
Das schlimmste, an einer Darmspiegelung ist das Abführmittel am Tag davor. Ich hatte schon ein paar, ich weiß, wovon ich spreche.

Auch da gibt es Unterschiede. Allerdings sollte sich niemand von einer Untersuchung abhalten lassen (ich persönlich finde diese unproblematisch), da eine Operation mit den möglichen Folgen deutlich mehr Belastung nach sich zieht.
Auf geht's, nur keine Bange.

#5 - 06.10.2012, 15:12 von graphicdog

Aber ja!

Zitat von plleus
Auch da gibt es Unterschiede. Allerdings sollte sich niemand von einer Untersuchung abhalten lassen (ich persönlich finde diese unproblematisch), da eine Operation mit den möglichen Folgen deutlich mehr Belastung nach sich zieht. Auf geht's, nur keine Bange.
Mir müssen Sie das nicht sagen.

Ich bin mit Ihnen völlig auf einer Linie. Überzeugen Sie ihr Umfeld. Ich hab das getan. Mit Ehrlichkeit, und dem Hinweis, dass sehr sehr viel von dem Arzt und seiner Erfahrung abhängt. Ich hatte einmal eine nicht so schöne Erfahrung, und nach Arztwechsel war alles Easy.

graphicdog

#6 - 06.10.2012, 15:19 von freelancer71

1000 fache Strahlendosis...

... einer normalen Röntgenaufnahme.
Ich habe in der Röntgengeräte Entwicklung gearbeitet. Keiner den ich von ort kenne, würde sich ohne höchste not in so ein Gerät legen.

#7 - 06.10.2012, 15:23 von Friedrich der Streitbare

Nachfrage

Zitat von hollens
Als ich Medizin studierte, hat man uns im Radiologie- und Strahlenschutzkurs erklärt, daß die Bauch-CT-Untersuchung zu den strahlenintensivsten Röntgenuntersuchungen gehört, die es überhaupt gibt. ...
Wann haben Sie denn studiert ? Mittlerweile hat die Technologie rasante Fortschritte gemacht. Ein 256-(Siemens) bzw. 320-Schichten (Toshiba) CT-Aufnahme des Herz dauert 0,3 sec und liefert genügend Informationen, um den Zustand der Herzgefäße befunden zu können. Die Strahlenbelastung ist dabei gegenüber den vor ein paar Jahren noch üblichen CT-Geräten als vernachlässigbar zu betrachten.

Sollte so ein Gerät auch bei der Darmuntersuchung verwendet werden, würde ich das auf jeden Fall einer Koloskopie vorziehen. Aufgrund einer OP sind bei mir einzelne Darmschlingen aneinander gewachsen, so dass ich bei der letztjährigen Untersuchung trotz Dormicum deutlich etwas gespürt habe - da hat es gehakt, wie mir der Arzt hinterher sagte. Wenn ich dann noch bedenke, dass es in 2 von 10000 Fällen zu Todesfällen kommt, dann ist für mich die Wahl klar.

Ich habe bereits 2 Koloskopien hinter mir und bin froh, dass für die nächste (in 5-6 Jahren) eine Alternative zur Verfügung stehen wird.

#8 - 06.10.2012, 15:29 von dew378

Koloskopie vor CT.

Wird man im CT fündig, muss ohnehin der Befund mittels Koloskopie abgetragen werden. Ist das CT unauffällig, ist man eine nicht unwesentlichen Strahlenbelastung unnötig ausgesetzt gewesen. Die Kosten sind beim CT auch noch deutlich höher.
Daher ist das CT für die Krebsvorsorge nicht geeignet. Es ist sicher eine gute Option vor OP von nicht passierbaren Engstellen, um nicht andere Befunde zu übersehen, aber nichts für eine Vorsorge-Routine.

#9 - 07.10.2012, 11:44 von ruhepuls

Nette Umrechnung

Nett finde ich auch die Argumentation, dass die Strahlendosis in etwa der jährlichen natürlichen Strahlendosis entspricht. Das mag ja sein, aber die natürliche Strahlendosis verteilt sich eben auf ein Jahr - und wirkt nicht innerhalb weniger Sekunden oder Minuten auf die Zellen ein. Dabei werden gleichzeitig wesentlich mehr Zellen geschädigt.

Es gibt keine "ungefährliche" Schwellendosis für das Auslösen von Zellschäden (und damit das mögliche Auslösen von Krebs)

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