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Gluten-Unverträglichkeit: Wenn der Dünndarm verrückt spielt

DPA Der Bauch grummelt, manchmal kommen Schmerzen und Durchfälle hinzu. Doch ist das schon eine Gluten-Unverträglichkeit? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Zöliakie.
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#1 - 23.02.2013, 09:53 von lscpilot

Modediagnosen

Ein Riesenproblem sind in Medizin und Alltag die selbstgestellten Diagnosen "Glutenunverträglichkeit" wie auch "Lactoseunverträgliuchkeit". Beide werden von Patienten fast so gerne vor sich hergetragen wie "Allergie". Leider nutzt die Nahrungsmittelindustrie diese Form der Somatisierung von Ängsten bzw. Depressionen um mit den Begriffen " frei von Gluten oder Lactose " Umsatz zu generieren. Echte Unverträglichkeit von Gluten oder Lactose ist aber in der Tat selten und sollte als "Diagnose" nicht leichtfertig oder aus Verlegenheit benutzt werden.

#2 - 23.02.2013, 10:45 von jberner

Selbstgestellte Diagnose?

Zitat von lscpilot
Ein Riesenproblem sind in Medizin und Alltag die selbstgestellten Diagnosen "Glutenunverträglichkeit" wie auch "Lactoseunverträgliuchkeit". Beide werden von Patienten fast so gerne vor sich hergetragen wie "Allergie". Leider nutzt die Nahrungsmittelindustrie diese Form der Somatisierung von Ängsten bzw. Depressionen um mit den Begriffen " frei von Gluten oder Lactose " Umsatz zu generieren. Echte Unverträglichkeit von Gluten oder Lactose ist aber in der Tat selten und sollte als "Diagnose" nicht leichtfertig oder aus Verlegenheit benutzt werden.
Diese selbstgestellten Diagnosen fallen ja nicht vom Himmel herab, sondern sind ein Versuch des Patienten, seine Probleme einzuordnen. Begünstigt werden sie durch einen Medizinapparat, der durch ewige Wartezeiten, ungenügende Bezahlung für nichtapparative und -medikamentöse Behandlung und Beratung und Zersplitterung in sich voneinander abschottende Spezialgebiete eine vernünftige Diagnose unmöglich macht.

Ich, Ende 40, habe seit zwei Jahren (vermutlich) eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und suche zunehmend verzweifelnd einen Mediziner, der in der Lage ist, mich vernünftig zu untersuchen, so daß wenigstens eine Diagnose möglich ist. Erfolglos. Und da wundern Sie sich, daß ich als Patient auf alle möglichen Vermutungen komme? Ich suche Hilfe, ich finde aber keine. Wenn ich wüßte, was ich machen kann, würde ich es tun. So bleibt mir nichts anderes als Vermutungen. Und nein, es ist kein psychosomatische Syndrom.

#3 - 20.03.2013, 15:53 von agnestappe

Zöliakie

Wer jahrelang an Durchfällen, Bauchkrämpfen und Fieberschüben leidet (war bei meiner Tochter so, der sucht
nach Antworten. Denn die Beschwerden bildet er sich nicht ein, er leidet. Dazu kommen Krämpfe, weil lebens-
notwendige Mineralien und Vitamine nicht mehr vom schwer geschädigten Darm aufgenommen werden können.
Quälend ist auch die ständige Müdigkeit, Angstattacken und und und.. Da muss ich Iscpilot mal kräftig auf die Zehen treten. Als meine Tochter endlich durch eine Darm-
Spiegelung die Diagnose "Zöliakie" bekam, fiel eine Zentnerlast von uns ab. Nun kannten wir den Feind und konnten endlich gegen ihn kämpfen. Der Alltag mit dieser
Autoimmunerkrankung ist schwer genug. Die Lactoseunverträglichkeit wie auch die Fruktoseintoleranz waren bei ihr schon Jahre vorher bekannt. Die beiden letzteren mit Zöliakie gleichzusetzen, beweist eine deftige Intoleranz. Niemand trägt so etwas gerne vor sich her....
Der Patient sucht nach Antworten (und seine Familie mit ihm), und wenn dann sogar selbst Fachärzte versagen und nichts begreifen, missverstehen Leute wie er diese Suche nach dem "Warum". Schade eigentlich!

#4 - 20.03.2013, 19:47 von marionffm

Glutenunverträglich ist nicht einfach

Also ich leide auch an Glutenunverträglichkeit und es ist nicht einfach. Jede art von Glutenhaltigen Lebensmittel sind in der Küche bei mir verboten. Selbst wenn Weizenmehl neben dem Glutenfreien Mehl steht bekomme ich problem. Denn der grenzwert ist sehr gering

Hier mal ein Auszug einer sehr guten Beschreibung ( Quelle: Teff Mehl glutenfrei Teffmehl Produkte auch für Injera NEU Quinoa, Amaranth und Buchweizen )

Glutenfreie Lebensmittel dürfen sich glutenfrei nennen, wenn Sie weniger als 20ppm (parts per million), also nur 20 Teile auf 1.000.000 Teile Gluten enthalten. Anders dargestellt sind dies nur 0,002% Gluten. Das bedeutet, dass schon geringste Spuren Gluten im Produkt für eine Verunreinigung reichen und Ihrer Gesundheit schaden können. Stellen Sie sich eine Reihe Zuckerwürfel mit je 1 cm Kantenlänge vor. 1 Millionen Zuckerwürfel hätten entsprechend eine Länge von 10 km. Innerhalb dieser Reihe Zuckerwürfel dürfte nur jeder 50.000ste Würfel aus Gluten bestehen.

Glutenfreie Mehle sind z.B Teff Mehl ( was ich super lecker finde, Quinoa Mehl, Amaranth Mehl, Reismehl, Maismehl, Buchweizenmehl, Milomehl )

hoffe etwas licht ins dunkle gebracht zu haben wie empfindlich man darauf reagiert wenn ein Produkt nicht 99,99% Glutenfrei ist.

#5 - 17.04.2013, 14:17 von WernerR

Glutenunverträglichkeit ist heilbar!

Ich selbst war von dieser Krankheit betroffen und konnte sie heilen! Die Methode ist so einfach, wie auch logisch. Einfach alles weg, was uns die Nahrungsmittelindustrie an chemisch hergestellten Nahrungsmitteln beschert hat, vor allem Raffinade Zucker. Dazu machte ich eine Art Trennkost, die einfach günstige Kombinationen von Lebensmitteln vorschlug, um die Darmflora wieder aufzubauen. Der Erfolg stellte sich bei mir schon nach wenigen Tagen ein! Alles was unsere Darmflora schädigt, schädigt unser Immunsystem! Das bringt dann wiederum Allergien und viele andere Krankheiten hervor. Wie die genauen Zusammenhänge sind, kann jeder im Internet leicht selbst herausfinden, denn ich möchte hier nicht zu ausschweifend werden. Auch mag es sein, dass nicht für jeden dieselbe Methode gleichermaßen erfolgreich ist. Also viel Spaß beim Ausprobieren! Ich hoffe, ich habe euch damit nützliche Anregungen gegeben.

#6 - 30.05.2013, 11:54 von petze0815

@iscpilot

Ich gehöre mit Sicherheit nicht der Gruppe von Ökopaniker an. Allerdings habe ich nach 30 Jahren(!) Verdauungsproblemen endlich festgestellt dass ich kein Gluten vertrage. Letztlich kam der Zufall zu Hilfe, da ich einmal vergessen hatte Brot einzukaufen und mich über einige Tage nur von Obst, Gemüse und Fisch ernährt habe und dann feststellte dass ich auf einmal keine dieser unglaublichen Blähungen und keine Krämpfe mehr hatte, die mich seit Jahrzehnten begleiten. Auf einmal einen völlig entspannten Bauch zu haben ist ein unglaubliches neues Lebensgefühl! Ich kann wieder unbeschwert ins Kino u.ä. gehen ohne Angst zu haben, dass mein Bauch anfängt sich zu blähen und grummeln, schnurgelen, blubbern etc.. Dazu sollte ich erwähnen, dass ich mich immer wieder aufgrund meiner Probleme untersuchen ließ. Alle möglichen Unverträglichkeitstests, Darm- und Magenspiegelungen fielen immer negativ aus. Auch der Zöliakie-Test. Deshalb schloss ich Gluten auch aus und aß weiterhin Weizen. Die Ärzte meinten ich hätte einen Reizdarm und überhaupt ich sollte nicht so empfindlich sein und ich bilde mir das alles ein.. Mittlerweile weiss ich was ich essen kann und was nicht. Ich kann alle möglichen "ungesunden" Sachen futtern die die Lebensmittelindustrie bervorbringt, solange kein Gluten "verbaut" ist. Esse ich aber eine meiner geliebten Butterbrezeln, weiss ich, dass ich dann relativ schnell unglaublich pupsen muss und Durchfall kriege. Gerne würde ich allen Ärzten die mich in den letzten 30 Jahren für psychosomatisch hielten dieses einmal in ihrer Praxis vorführen!! Es gibt sie die Glutenunverträglichkeit ohne Zöliakie. Ich bin der Beweis.

#7 - 30.05.2013, 12:00 von juli_84_5

optional

Ich leide auch an einer Glutenunverträglichkeit, wie ich nach jahrelanger Quälerei herausfinden musste... Aber seit ich es weiß und gelernt habe damit umzugehen ist mein Leben wieder deutlich einfacher geworden. Mittlerweile vertrage ich sogar wieder Gluten krümelweise, ohne direkt einen riesigen Bauch und schmerzen zu bekommen. Habe nun schon mehrfach gelesen und auch von leuten gehört, dass es möglich ist durch ein langes Meiden von Gluten es irgendwann wieder zu vertragen. Ich helf mir also mit einer glutenfreien Diät. Ist eigentlich nicht so schwer. Hab ne recht nütliche Seite gefunden http://www.nahrungsmittelunvertraeglichkeit-1.de/gluten/glutenunvertraeglichkeit/ da steht auch viel beschrieben und es gibt auch eine Unterseite mit glutenfreien lebensmitteln. Mal sehen wie lang ich noch diäten muss, bis ich vielleicht doch mal wieder gluten essen darf =)

#8 - 30.06.2013, 17:55 von autobild2009

Heilbar?

WernerR: Was heißt ".... und konnte sie heilen?". Alle ernstzunehmende Wissenschaft sagt, Zöliakie ist nicht heilbar! Essen Sie seither wieder glutenhaltige Nahrungsmittel ohne Probleme? Wichtig ist bei der Diagnose der Zöliakie: Es bedarf IMMER einer Blutuntersuchung UND einer Magenspiegelung mit Probenentnahme aus dem Dünndarm! Sonst ist keine gesicherte Diagnose möglich!

#9 - 05.10.2014, 17:54 von jasmin.deneke87

Die guten Tipps der Pseudo-Betroffenen

Das Schlimme an Zöliakie ist nicht einmal die Krankeit selbst. Meine Tochter kommt dami -unter Einhaltung strenger Diät- relativ gut klar.

Aber immer, wenn das Gespräch darauf kommt, steht irgend jemand auf und sagt "Kenne ich. Eine Bekannte hat das auch gehabt. Aber die hat hat dann eine Weile nichts Glutenhaltiges gegessen und dann war es wieder gut". Sorry: das ist Unfug. Weder mit Diät noch anderen Dingen ist Zöliakie heilbar -leider.

Zweitens: Ernährung unterwegs. Leider weiß fast kein Restaurantpersonal, dass es nicht genügt, Gluten zu vermeiden, sondern dass auch Bestecke, Schneidebrettchen, Pfannen usw. einwandfrei sein müssen. So wird viel zu häufig geraten "Natürlich können wir Ihnen das auch Glutenfrei anbieten", ohne überhaupt zu wissen, was das bedeutet.

Drittens: gerade beim Brot bedeutet "Glutenfrei", dass das Brot extrem haltbar gemacht wird, um es nach Produktion so lange wie möglich verkaufen zu können. Dennoch haben wir schon Brot vorgefunden, das ein sattes Vierteljahr abgelaufen war -wohlgemerkt zum vielfachen Preis normaler Brote, denn "glutenfrei" bedeutet meist "so teuer, dass einem schwindlig wird". Beispiel Nudeln: 500 Gramm drei Euro.

Und viertens: selbstverständlich wird die teurere Spezialernährung steuerlich nicht als Belastung anerkannt, denn "Essen ist keine Medizin". So müssen Betroffene die weit höheren Ernährungskosten (inklusive zusätzlicher Fahrtkosten zur Beschaffung) komplett selbst tragen.

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