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Gesundheit

Interview mit Ex-Fußballprofi: Timo Hildebrand über sein Leben als (Teilzeit-)Veganer

imago/ Objektif Er isst kein Fleisch, aber ab und an Fisch oder Tomate-Mozzarella: Seit drei Jahren lebt Timo Hildebrand überwiegend vegan. Er erzählt, was ihn antreibt und warum er nicht auf seinen Vitaminspiegel achtet.
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#20 - 10.08.2018, 16:13 von jojok

Sehr guter Beitrag

Man braucht nicht verrannter Vegan Freak zu sein - aber ueberwiegend vegetarische Kost ist ohne Zweifel gut fuer die Gesundheit, und hilft gegen Uebergewicht, vorausgesetzt man kontrolliert den Zucker und Kohlehydrate-Konsum .

#21 - 10.08.2018, 16:15 von satsuma

Ich habe es versucht

Zitat von tacv2001
war ich, als ich als seit 30 Jahren tätiger Arzt in den letzten Jahren Veganer untersuchte. Grandiose Laborwerte, top Gesundheitszustand, null Arteriosklerose, selten Arthrose. Als eigentlicher Hasser von Ernähringsthemen, (scheinbar) zu langweilig, zu trivial und es hält sich sowieso nie jemand dran, begann ich mich selbst versuchsweise vegan zu ernähren. Nach 3 Monaten waren meine schmerzenden, geschwollenen Fingergelenke (Heberdenarthrosen) abgeschwollen und schmerzfrei. Gegen diese Form der Athrose angeblich unbekannter Ursache gibt es keine ursächliche Therapie. Ich wurde aufmerksamer und bemerkte, dass die allermeisten Pakinsonkranken verhältnismäß überdurchschnittliche Fleischkonsumenten waren, dass sich bei Fleischverzicht Prostatavrrgrößerungen zurück bildeten und sich Cholesterinwerte in traumhafte Bereiche entwickelten. Dagegen ist das Problem des angeblichen B-12-Mangels eine bis ins geradezu Lächerliche aufgepumpte Kleinigkeit. Übrigens: Vegane Ernährung heißt vor allen selber kochen. Gemüse, Kartoffeln, Mais, Reis usw., sind kostengünstig und ich brauche dafür definiv keinen veganen Supermarkt.
Ich habe es wirklich versucht, war vor einigen Jahren Feuer und Flamme, kein Fleisch mehr zu essen, habe auch nur noch alternative Milchprodukte benutzt und Gemüse gegessen. Und Obst. Leider habe ich eine Soja-Allergie, das heisst, kein Tofu, Seiten mag ich nicht, also war es wirklich nur Gemüse, mal ein bisschen Bulgur oder Couscous und Mandel- oder Hafermilch. Erst war das alles super, aber so nach einem Jahr bekam ich Probleme mit dem Magen, hatte oft Reflux, Übersäuerung, eine Darmentzündung ... ich wurde auch so immer schwächer, konnte kaum einen Fuss vor den anderen setzen, hatte Muskelschmerzen, wurde depressiv ... letzteres alles in einer Zeit von drei Jahren nach meiner Ernährungsumstellung. Als mein Hausarzt dann Blut abnahm, um auch Vitamin D und B12 zu testen, hat er fast die Hände überm Kopf zusammengeschlagen, weil er neben einem niedrigen VitaminD-Wert selten einen niedrigeren Wert beim Vitamin B12 erlebt hatte. Ich bekam Tabletten und es hat gedauert, aber es ging mir langsam besser ... auch die ganzen Milchalternativen habe ich weggelassen, trinke jetzt wieder normale Milch im Kaffee und einmal im Monat esse ich auch mal ne Frikadelle oder einen Burger und merke, wie mir das Kraft gibt. Es geht mir wieder gut, mein Magen ist wieder in Ordnung. Ich weiss, dass die vegane oder vegetarische Lebensweise Wunder wirken soll und Krankheiten vorbeugen und ich habe es wirklich versucht und hätte sehr gern weiter nach diesem Motto gelebt, aber irgendwie hat es mir nicht gut getan und es geht mir jetzt mit der "Flexitarier"-Variante sehr viel besser. Was mich nachdenklich macht.

#22 - 10.08.2018, 16:26 von synuclein

@purple: Vegane Ernährung IST gesund, wenn sie ausgewogen ist und Vitamin B12 supplementiert wird.
Warum sollte sie auch nicht gesund sein?

Fleischesser haben übrigens nur deshalb keinen Vitamin B12-Mangel, weil den Tieren aus der Massentierhaltung Vitamin B12 ins Futter beigemischt wird. So gesehen werden Fleischesser ebenfalls über künstliches Vitamin B12 supplementiert, nur eben ohne dass sie es wissen.

#23 - 10.08.2018, 16:31 von DerAndereBarde

Da ist der Fanatismus wieder

Zitat von mark.waller
Vielleicht versteht man die Entscheidung zur veganen Ernährung so besser: Wir alle schlagen unsere Kinder zu oft. Aber deswegen ist für mich eine gewaltfreie Erziehung immer noch nicht plausibel.. Warum von einem Extrem zum anderen? Einfach WENIGER schlagen.. und mehr gewaltfrei erziehen..
Beiträge wie dieser sind der Grund, warum Veganismus hier auf SPON kürzlich in Zusammenhang mit religiösem Extremismus gebracht wurde, was einen erheblichen S***storm ausgelöst hätte, wenn das ohne Tierprodukte ginge.
Die Überheblichkeit und Intoleranz, die aus dieser zynischen Bildsprache quellen, sind an sich schon unsympathisch, aber umso mehr, als sie nicht durch die Qualität der Argumente gedeckt werden können.
Und nein: das liegt weder daran, dass ich zu wenig über Ökologie wüsste, noch daran, dass ich generell ethisch minderbemittelt wäre, oder zu wenig über mein Leben nachdächte. Face it: man kann ganz rational zu anderen Schlüssen kommen.

#24 - 10.08.2018, 16:38 von synuclein

@satsuma: Vitamin D hat nichts mit Ernährung zu tun, sondern mit Sonnenexposition. Bei mir wurde ein sehr niedriger Vitamin D-Spiegel (und daraus resultierender Calciummangel) zu meinen Fleischesser-Zeiten festgestellt. Seitdem nehme ich auf ärztliche Empfehlung ein entsprechendes Supplement ein. Vitamin B12 wird dem Tierfutter zugesetzt, d.h., ob Sie es direkt selbst einnehmen oder über die Supplementierung des Tierfutters, kommt aufs Gleiche raus. Soja ist, was die Nährstoffe angeht, auch nicht unbedingt notwendig, aber Sie haben Recht - sehr viele vegane Produkte sind auf Sojabasis. Das ändert sich jetzt langsam, es kommen immer mehr Alternativen auf den Markt, aber momentan kommt man an Tofu wirklich kaum vorbei, insbesondere wenn Seitan aus Geschmacksgründen wegfällt.

So, wie Sie Ihre vegane Ernährung beschreiben, klingt sie aber nicht wirklich ausgewogen - zusätzlich zum Gemüse brauchen Sie Proteinquellen (Bohnen, Linsen, andere Hülsenfrüchte), Fettquellen (Nüsse, pflanzliche Öle), komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte) und Ballaststoffe + Omega-3-Fettsäuren (Leinsamen, Chiasamen). Gemüse allein kann Sie nicht mit allem versorgen, was Ihr Körper braucht, und Couscous/Bulgur sind zwar ballaststoffreich, aber darüber hinaus sind sie voll mit einfachen Kohlenhydraten, was für Ihren Körper keinen gesundheitlichen Mehrwert darstellt. Daher wundert es mich nicht, dass Ihr Körper am Ende rebelliert hat.

#25 - 10.08.2018, 17:29 von purple

Zitat von synuclein
@purple: Vegane Ernährung IST gesund, wenn sie ausgewogen ist und Vitamin B12 supplementiert wird. Warum sollte sie auch nicht gesund sein? Fleischesser haben übrigens nur deshalb keinen Vitamin B12-Mangel, weil den Tieren aus der Massentierhaltung Vitamin B12 ins Futter beigemischt wird. So gesehen werden Fleischesser ebenfalls über künstliches Vitamin B12 supplementiert, nur eben ohne dass sie es wissen.
Das mit der Supplimentierung ist fast so gut wie UFO Sichtungen..

Es ist einfach Propaganda. Wenn ich mein Steak von argentinischen Rindern esse, haben die garantiert kein B12 gespritzt bekommen. Und das Zeug ist billiger wie deutsches Rind aus Massentierhaltung.
Und zumindest hier in Bayern kann man durchaus Rind aus Weidehaltung bekommen.
Dass es Auswüchse bei der Tiermast gibt - da können wir uns problemlos drauf einigen. Dass hier besonders die Schweine und Geflügelmast indiskutabel ist - ok. Das Problem ist nur, dass der mindestens 4-Fache Preis für Bio-Fleisch halt schon heftig überzogen ist.

Na ja - und hier im Artikel wurde vegane Ernährung OHNE genauen Ernährungsplan und OHNE Supplimentierung propagiert. Und DAS ist fahrlässig.

Und ohne genauen Ernährungsplan ernähre ich mich als Allesfresser einfach gesünder :-)

#26 - 10.08.2018, 17:39 von satsuma

Zitat von synuclein
@satsuma: Vitamin D hat nichts mit Ernährung zu tun, sondern mit Sonnenexposition. Bei mir wurde ein sehr niedriger Vitamin D-Spiegel (und daraus resultierender Calciummangel) zu meinen Fleischesser-Zeiten festgestellt. Seitdem nehme ich auf ärztliche Empfehlung ein entsprechendes Supplement ein. Vitamin B12 wird dem Tierfutter zugesetzt, d.h., ob Sie es direkt selbst einnehmen oder über die Supplementierung des Tierfutters, kommt aufs Gleiche raus. Soja ist, was die Nährstoffe angeht, auch nicht unbedingt notwendig, aber Sie haben Recht - sehr viele vegane Produkte sind auf Sojabasis. Das ändert sich jetzt langsam, es kommen immer mehr Alternativen auf den Markt, aber momentan kommt man an Tofu wirklich kaum vorbei, insbesondere wenn Seitan aus Geschmacksgründen wegfällt. So, wie Sie Ihre vegane Ernährung beschreiben, klingt sie aber nicht wirklich ausgewogen - zusätzlich zum Gemüse brauchen Sie Proteinquellen (Bohnen, Linsen, andere Hülsenfrüchte), Fettquellen (Nüsse, pflanzliche Öle), komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte) und Ballaststoffe + Omega-3-Fettsäuren (Leinsamen, Chiasamen). Gemüse allein kann Sie nicht mit allem versorgen, was Ihr Körper braucht, und Couscous/Bulgur sind zwar ballaststoffreich, aber darüber hinaus sind sie voll mit einfachen Kohlenhydraten, was für Ihren Körper keinen gesundheitlichen Mehrwert darstellt. Daher wundert es mich nicht, dass Ihr Körper am Ende rebelliert hat.
Ja, ich weiss, dass Vitamin D-Mangel nichts mit der Ernährung sondern zu wenig Sonne zu tun hat, hatte das nur erwähnt, weil damals beides zusammen gecheckt wurde. Ich weiss halt, dass mein Vitamin B 12 vor der Ernährungsumstellung top war, deshalb weiss ich, dass dieser Mangel mit meiner Ernährungsumstellung zu tun hatte. Ich habe sicherlich zu einseitig gegessen, schon viel auf grünes Gemüse wie Brokkoli und Bohnen geachtet, aber nun nicht auf Leinsamen, Chiasamen oder Nüsse. Mir ist einfach aufgefallen, dass es mir vor der Ernährungsumstellung eigentlich prima ging, ich mich gesund gefühlt hatte. Ich kaufe mein Gemüse auf dem Markt, esse regional und saisonal, alles was es passend zu den Jahreszeiten bei uns auf dem Acker gibt, keinen Käse, ab und zu mal Fleisch, ca. 1mal im Monat, aber nur bewusst vom Hof, würde nie welches im Supermarkt kaufen, ab und zu mal Fisch, auch mal Pasta und trinke normale Hofmilch im Kaffee und viel Wasser. Jetzt frage ich mich, womit man gesünder lebt. Soll man das Konzept, mit dem es einem prima geht, umwerfen, weil es anscheinend noch viel besser für den Körper ist, wenn man noch mehr weglässt oder ändert ...

#27 - 10.08.2018, 18:15 von Newspeak

...

Ein typischer Veganer:

1) "Ich kann deshalb guten Gewissens sagen, dass ich auf einem guten Weg bin."

Man muss betonen, dass es gut ist, was man tut.

2) "Eine pflanzliche Ernährung rettet auch unseren Planeten."

Man rettet die Welt (sorry, dem Planeten ist es voellig egal, wie wir uns ernaehren)

3) "Es hat natürlich seine Zeit gebraucht, aber ging relativ schnell in die richtige Richtung. Ich bin nicht dogmatisch - weder bei mir selbst noch bei anderen."

Man ist nicht dogmatisch, aber man kennt natuerlich die Wahrheit, und weiss, dass man richtig liegt.

4) "Dass es für Veganer wichtig ist, auf ihren Vitamin-B12-Spiegel zu achten, sagen nicht nur Fleischesser, sondern Experten. Hildebrand: Ich glaube, dass man vor allem sehr lange diskutieren kann, was nun wirklich gesund oder ungesund ist. Wichtig ist doch, dass man sich in seinem Körper wohlfühlt."

Man leugnet wissenschaftliche Fakten fuer seine Ideologie.

Sorry, jeder kann sich ernaehren, wie er moechte, aber dieses Interview zeigt deutlich, dass Veganismus eine Ideologie ist, und wie alle Ideologien, spinnt man sie weiter, am Ende zur Bevormundung von anderen Menschen fuehrt. Denn wenn es richtig ist, was ich tue, wieso kann dann der Mitmensch das falsche tun duerfen?

#28 - 10.08.2018, 18:34 von Unbequeme-Wahrheit

Vegane Lebensweise: alleinig ethisch, ökologisch, ökonmisch vertretbar

@dasdingausdemsumpf: "Vegetarisch ist tendenziell gesund, vegan ohne Nahrungsergänzung (NUR B12 notwendig) eher nicht"??? Bitte informieren! Omnivoren weisen, so Schätzungen, zu >70%, Vegetarier zu >40% einen mittleren bis hohen B12-Mangel auf (aus Unwissenheit-> keine supplementieren von B12, B12-> hitzeempfindlich, Intrinsic-Faktor-> nahezu bei allen Omnivoren [und vielen Vegetariern-> Konsum artfremder Säuglingsnahrung-> Milch/Milchprodukte]). Bei Veganern bei >seriösen

#29 - 10.08.2018, 18:41 von Unbequeme-Wahrheit

Hervorragender Kommentar! :-)

@social_d: hervorragender Kommentar, vielen Dank dafür! :-) Hier weiß jemand Bescheid, kommt selten vor! :-) Meist ließt man eher irgend welchen Papperlapapp von ahnungslosen Besserwissern ohne Wissen!

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