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Gesundheit

Krankenhaus-Report 2013: Darmkrebsvorsorge wirkt

DPA Früherkennung mit Erfolg: Immer weniger Patienten müssen wegen Darmkrebs im Krankenhaus behandelt werden. Das zeigt der neue Barmer GEK Krankenhausreport. Betroffene aber leiden oft noch nach der Behandlung.
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#1 - 23.07.2013, 12:32 von firenafirena

Zitat von sysop
Experten allerdings weisen immer wieder darauf hin, dass der Nutzen der Darmkrebsvorsorge unklar ist. Sie besitzt wie alle Screening-Methoden ein grundlegendes Problem: Kranke sollen als krank erkannt werden, Gesunde als gesund. Es gibt aber keinen Test, der absolute Sicherheit bietet. Je mehr Kranke als krank erkannt werden, desto höher ist auch die Rate der Gesunden, die fälschlicherweise als krank eingestuft werden
Diesen Abschnitt verstehe ich nicht. Grundsätzlich trifft er auf Srceening-Methoden zu, insbesondere wenn es keine klaren Nachweise gibt. Doch soweit ich das Verfahren der Darmspiegelung verstanden habe, werden dort mit 100%-iger Sicherheit die Vorstufen der Tumore, bzw. die Tumore selbst erkannt. Wieso ist dann der Nutzen dieser Vorsorge unklar?

#2 - 23.07.2013, 12:35 von karlsiegfried

Das stimmt nachdenklich

ZITAT 1: 'Jährlich erkranken etwa 69.000 Menschen daran, 20 Prozent der Patienten sterben laut Barmer bereits ein Jahr nach der ersten Behandlung. Fünf Jahre danach leben noch etwas mehr als die Hälfte der Betroffenen.' ZITAT 2: 'Auch die Psyche der Patienten leidet unter der Erkrankung. Betroffene erleben oft Scham und soziale Einschränkungen. Sie fühlen sich im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung oft eingeschränkter in Bezug auf die Bewältigung des Alltags, der Arbeit und des Familienlebens. Außerdem berichten sie vermehrt von zusätzlichen körperlichen Belastungen wie Durchfall oder Müdigkeit sowie von finanziellen Schwierigkeiten. Patienten, bei denen ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt wurde, bewerten ihr persönliches Wohlbefinden und ihre physische Funktionalität als besonders schlecht.' WAS TUN?

#3 - 23.07.2013, 13:08 von specchio-lettore

@firenafirena

Ich denke, es ist nicht die Darmspiegelung gemeint, sondern die Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl. Erst wenn das erkannt wurde, wird eine Spiegelung durchgeführt.

#4 - 23.07.2013, 14:14 von ls451

falsch Positive

Der Artikel erklärt es doch. Selbst wenn 100% der tatsächlich Erkrankten durch einen Test erkannt würden (die dann natürlich einen "Gewinn" aus der Behandlung ziehen) kann es sein, dass von den Nicht-Erkrankten ein "zu hoher" Anteil fälschlicherweise als krank diagnostiziert werden (mit erheblichen Nachteilen ohne irgendwelche kompensatorische Vorteile). Wenn die Basisrate der tatsächlich Erkrankten klein ist (wie hier) sind in absoluten Zahlen die Falschpositiven erheblich häufiger. Entscheidend ist immer die Teststärke (Beta-Fehler) UND die Basisrate und natürlich welcher Nutzen/Schaden aus einer Behandlung/Nichtbehandlung entsteht.

#5 - 23.07.2013, 14:35 von firenafirena

Zitat von specchio-lettore
Ich denke, es ist nicht die Darmspiegelung gemeint, sondern die Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl. Erst wenn das erkannt wurde, wird eine Spiegelung durchgeführt.
Danke für den Hinweis - das würde passen.

#6 - 23.07.2013, 14:37 von firenafirena

Zitat von ls451
Der Artikel erklärt es doch. Selbst wenn 100% der tatsächlich Erkrankten durch einen Test erkannt würden (die dann natürlich einen "Gewinn" aus der Behandlung ziehen) kann es sein, dass von den Nicht-Erkrankten ein "zu hoher" Anteil fälschlicherweise als krank diagnostiziert werden (mit erheblichen Nachteilen ohne irgendwelche kompensatorische Vorteile). Wenn die Basisrate der tatsächlich Erkrankten klein ist (wie hier) sind in absoluten Zahlen die Falschpositiven erheblich häufiger. Entscheidend ist immer die Teststärke (Beta-Fehler) UND die Basisrate und natürlich welcher Nutzen/Schaden aus einer Behandlung/Nichtbehandlung entsteht.
Das scheint mir nicht ganz schlüssig, da es keinen Hinweis auf falsch-positive Untersuchungsergebnisse bei der Spiegelung gibt! Bei der Untersuchung auf Blutspuren kann das aber natürlich der Fall sein - diese Personen müssten sich dann ohne wirklichen Grund einer Darmspiegelung unterziehen, um wirklich sicher zu sein.

Ich hätte mir etwas mehr Differenzierung in dem Artikel zu den beiden Methoden gewünscht, aber nun passt es ja.

#7 - 23.07.2013, 14:48 von hannesR

Schade eigentlich,

denn bis auf die Stoma Probleme stimmen alle anderen Probleme nur unter vorbehalt. Sie sind hausgemacht und die Patienten bedauern sich zu sehr selber.
Eine wichtige Vorraussetzung wird aber immer wieder zurecht angeprangert: Das stetige Schweigen der Ärzte. Als Patient muß man sich eigentlich immer alles selbst zurechtsuchen und kann nicht beurteilen was wahr ist oder nicht.
In meinem Umfeld habe ich keinerlei negative Erfahrungen sondern nur Zuspruch erhalten. Ich habe nie viel über mein Problem geredet und wurde wegen meiner schnellen Gesundheitsfortschritte gelobt und gefördert. Viel Walking schon auf der Intensiv Station ab dem 3 Tag hat mir unglaublich geholfen obwohl es extrem Schmerzhaft war. Aber mein Chirurg versicherte nach 2 Tagen sind alle Nähte voll belastbar. Wehleidigkeit egal bei welcher Krankheit ist nicht hilfreich.
Fairerweise muß ich dazu sagen, das ich ein extrem gutes Ärzteteam einschließlich oder gerade mit den Chirugen gefunden habe. Die qualität der operierenden und behandelnden Ärzte ist leider nicht überall gleich.

#8 - 23.07.2013, 16:21 von Pete259

Stuhltest

Die Coloskopie hat natürlich einen positiven Effekt-damit wird der Darmkrebs erkannt, Vorstufen können entfernt werden.
Die Stuhltests sind ihr Geld nicht wert, weil viel zu ungenau. Wenn der Test positiv ist muß man spiegeln, wenn er negativ ist sagt das nichts. Wir sehen viel zu viele (auch große) Tumore bei negativem Test.
Die Stuhltests sind einfach Augenwischerei, sie spiegeln eine Sicherheit vor, die nicht gegeben ist. Allerdings ist er eben billig-das mag die KK.

#9 - 23.07.2013, 17:24 von unglaeubig

optional

Zitat aus dem Artikel:
"Ein Barmer Versicherter kostete 2012 im Schnitt 792 Euro und verbrachte 1,9 Tage im Krankenhaus."

Habe ich das richtig verstanden? Schämen die sich nicht?

Arbeitgeber und -nehmer zahlen zusammen 15% in die Krankenversicherung. 792 Euro sind etwa 15% von 5000 Euro. Davon kann man nicht leben. Also liegt das Durchschnittsbruttoeinkommen eines Barmer-Versicherten mit Sicherheit mehrfach über 5000 Euro im Jahr und die Einnahmen pro Versicherten ebenfalls.
Ich selbst habe in 2012 (zusammen mit meinem Arbeitgeber) knapp das Zehnfache von 792 Euro in meine gesetzliche Pflichtversicherung eingezahlt!!!

Ich frage mich Folgendes:

Wo ist das übrige Geld geblieben?
Kann mir das mal jemand erklären??

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