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Gesundheit

Lebenskrise: Vom Schwergewicht zum Gleichgewicht

Getty Images/EyeEm Weg von höher, schneller, weiter: Michael Klotzbier, Ex-160-Kilo-Mann, begräbt seine Mission, unter 100 Kilo zu wiegen. Warum? Weil er als "Botschafter der Dicken" gegen die Stigmatisierung von Übergewichtigen kämpft.
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#20 - 11.02.2019, 15:04 von welt_frieden

genau richtig!

Zitat von bunterepublik
...Ich habe auch vor 2 Jahren über 30 Kilo abgenommen (jetzt 80 Kilo) und würde vollkommen den Überblick über meine Kalorienzufuhr verlieren, wenn ich nicht weiter tagtäglich die Nahrungsaufnahme dokumentieren und die Kalorien zählen würde. Denn ich habe immer noch - nach jedem Essen - grundsätzlich Appetit, auch wenn die Mahlzeit 1000 Kalorien hatte. Ich fühle mich subjektiv erst richtig satt, wenn ich 1.500 Kalorien je Mahlzeit zu mir genommen habe. Und ich habe grundsätzlich immer noch Lust auf Süßes. Und wenn ich keine Kalorien zähle, nehme ich einfach viel zu viel Nahrung auf, selbst wenn ich meine, mich gezügelt zu haben. Soviel Sport kann man gar nicht treiben, um die Kalorien zu verbrennen, die man aufgenommen hat. Ich weiss, normal ist das irgendwie nicht, mag sich auch komisch für manche anhören, aber was soll ich tun. Entweder wieder zunehmen, oder Buch führen. Ich habe mich für letzteres entschieden und hoffe es durchzuhalten. Aber dazu braucht man nicht nur die Zeit, sondern darf letztlich nicht außer Haus essen gehen (keine Kantine, keine Restaurants etc.); und wer hat dazu schon immer Lust oder den Nerv, gerade in schwierigen Lebensumständen? Nur Aufgeben ist keine Alternative; der Herr muss sich innerlich sammeln und wieder abnehmen!
Es ist genau richtig, was Sie tun!
Jeder normale Mensch wirtschaftet ja auch mit seinem Geld und schaut recht genau, was rein kommt und rausgeht. Nach Gefühl funktioniert es nicht gerade bei jedem.
Dasselbe kann man auch auf die Energiezufuhr übertragen.
Ich gehöre auch zu denjenigen, die ohne ein Tracken schlicht zu viel konsumieren würden.

#21 - 11.02.2019, 15:06 von lock_vogell

Zitat von Newspeak
Die meisten Duennen, die ich kenne, sind deswegen nicht fleissig und diszipliniert. Die machen einfach auch keinen Sport, nehmen aber deshalb nicht zu. Es ist ungefaehr so, als ob man einem 1,90 m grossen Menschen vorwirft, dass er keine Disziplin habe, kleiner zu werden, wo das doch viele andere Menschen problemlos sind. Ich bin nicht dafuer, dass man sich das schoenreden muss. Body Positivity ist Unsinn. Dick sein hat immer gravierende Nachteile. Deshalb muss man sich aber nicht hassen, deshalb koennen andere einem mit Respekt begegnen, und deshalb braucht es das Gerede von der Disziplin auch nicht.
das stimmt absolut!
und nachdem ich angefangen habe tatsächlich mal buch über die kalorien zu führen die ich verbrauche, ist mir bei meinem essverhalten eine sache aufgefallen.
scheinbar nehme ich über die großen mahlzeiten (frühstück, mittag und abendessen) zu wenig nährstoffe auf, dadurch bekomme ich abends auf der couch unnötigen hunger und baller mir unnötigen süßkram rein!
seit dem ich versuche während der mahlzeiten mehr zu mir zu nehmen, bekomme ich abends auch weniger hunger und futter weniger müll abends auf der couch und seit dem nehme ich auch wieder langsam aber stetig ab!
ich werde allerdings damit leben müssen, dass mich die leute mittags komisch angucken und mich für absolut maßlos halten, wenn ich meine riesenportionen esse.

kleiner tipp am rande -> yazio ist ein super ernährungstagebuch und zieht sich von google fit - sofern man das möchte - auch die aktivitäten und passt das kalorienziel dementsprechend auch an.
teilweise kommt so bei einem mittagsessen für mich dann auch 1200 kcal als ziel raus...

#22 - 11.02.2019, 15:23 von benmartin70

Zitat von golfstrom1
Das bedeutet es müsste eine Steuer erhoben werden auf Cola, Schokolade, Chips und ähnlichen. Wenn man für 0,60 Cent eine Tüte Erdnussflips kaufen kann, dann stimmt hier was nicht. Warum kostet solch eine Tüte keine 5,-?
Weil sie keiner mehr kaufen würde und die Firmen pleite gingen.
Und wenn ich ne Tüte Flips möchte dann kauf ich mir die und nur weil sich manche Menschen nicht im Zaun halten können möchte ich auch keine 5 EUR dafür zahlen müssen.
So ne Türe Flips kann bei mir drei Monate im schrank rumliegen bis ich sie dann halt mal aufmache, und dann ess ich die auch nicht auf einmal sondern über mehre tage verteilt. Das ist ganz einfach. Hirn einschalten vorm essen.

#23 - 11.02.2019, 15:28 von scharada

Ich gebe zu

dass ich mich nicht in dieser Lage versetzten kann. Ich hätte auch Mühe, weniger zu essen und esse jeden Tag Nachtisch, habe aber immer noch ein BMI von 21. Entweder hat der Author ein Stoffwechselproblem, dann sollte er dringend zum Arzt (weil krank), oder er hat eine Esssucht, was auch eine Krankheit ist. Denn von einem Stück Torte jeden Tag kommt man nicht zu diesem Gewicht, normalerweise. Und das mit der fehlenden Zeit, gesund zu essen, kaufe ich auch nicht, jeder schafft es, sich alle paar Tage einen grossen Eintopf zu kochen. Dazu meinetwegen einen Kuchen mit wenig Zucker backen, Obst kaufen etc. Keine Cola, kein McDonalds, keine 10 Tüten Chips jeden Tag.
Dass das Problem psychisch und seelisch ist, weiss der Author selber und das ist nichts, wofür man stigmatisiert oder belächelt werden sollte, denn jeder von uns scheitert oder hat seelischen Schmerz. Wenn Essen aber zu einer Droge wird, braucht man Hilfe.

#24 - 11.02.2019, 15:42 von oli h

Stigma

Es ist natürlich nicht in Ordnung wenn Menschen mit Übergewicht stigmatisiert werden, aber komplett verharmlosen sollte man das Thema auch nicht, denn Übergewicht steigert nun mal das Krankheitsrisiko. Mir kommt es jedoch so vor als ob es gesellschaftlich akzeptierter ist, einen Feierabendbiertrinker zu stigmatisieren als jemanden, der Übergewicht hat.

#25 - 11.02.2019, 15:44 von dertorsten

Zitat von acitapple
Ich kann es echt nicht fassen. Klingt wie ein Ex-Raucher, der Jahre durchgehalten aber doch wieder mit dem Rauchen angefangen hat. Alle Mühen und Kämpfe ignoriert und wieder zurückgefallen. Wo bleibt das genannte Kindervorbild ?
Tja, das wohl tatsächlich sehr vergleichbar und steht auch in Verbindung:

https://www.nordbariatric.com/de/artikel/magenbypasse-erhohen-das-risiko-des-alkoholmissbrauchs

#26 - 11.02.2019, 15:57 von jjcamera

komisches Gesellschaftsbild

Wenn ein übergewichtiger Mensch stark abnimmt, nennen wir das eine "Leistung des Willens". Für mich ist es aber eine viel stärkere Willensleistung, erst gar nicht dick zu werden. Solche Leute werden aber nicht bewundert, sondern in einer Gesellschaft mit mehr als 50% Überernährten abfällig als "Spargel", "Bohnenstange" oder "Hungerleider" bezeichnet. Beim mit dem Rauchen aufhören ist es übrigens ähnlich.

#27 - 11.02.2019, 16:03 von bluebill

Lebenslange Askese? Nein danke.

Das zweifelhafte Modeideal, dass wir alle gertenschlank, topfit und durchoptimiert zu sein haben, ist im Prinzip ein dekadenter Effekt der Wohlstandsgesellschaft. In der Natur kommt es nicht vor, dass sich Tiere bewusst das Futtern versagen, um schlank zu bleiben. Oder dass sie freiwillig riesige körperliche Anstrengungen unternehmen. Ich selbst hatte schon Phasen, in denen ich trotz viel Essen von selbst immer dünner wurde. Das ist weder optisch vorteilhaft noch fühlte ich mich dabei besser. Und es gab Phasen, wo das Gegenteil eintrat. Seit dem Rauchstopp vor 15 Jahren habe ich sicher 40 Kilo zugelegt, trotz anfänglicher Zurückhaltung beim Essen und viel Bewegung. Der Körper hat da offenbar seine eigenen Gesetze. Ich fühle mich nicht unwohl und bin über Modeerscheinungen sowieso hinweg. Der Anblick mager gehungerter "Promis" löst in mir eher Mitleid aus, ein 50-jähriges Gesicht auf dem Körper eines 18-jährigen Menschen. - Wenn Diäten, Selbstoptimierung und Disziplin wirklich zu mehr Gesundheit führen, warum gibt es dann die zahllosen Diäten und Ernährungstipps und Fitnessprogramme?

#28 - 11.02.2019, 16:21 von Actionscript

Die Umgebung ist wichtig.

Es ist leider so typisch. Doch viele der Marathonläufer sind diese Eintagsläufer, die nach dem Marathon wieder wie der Autor in alte Gewohnheiten zurückfallen. Ich bin selber Läufer, hatte auch Übergewicht und laufe jetzt regelmässig bei Wettkämpfen mit. Ich habe mich einem Klub angeschlossen.

Hier im Forum wurde nur über Essen diskutiert. Sport ist absolut notwendig egal ob Fitnesscenter oder was einem eben Spass macht. Weniger oder Anders Essen allein hilft da nicht. Von daher sollte man sich einem Sportclub anschliessen und regelmässig wenigstens einmal in der Woche am Training teilnehmen. Wichtig ist die Umgebung, sind die Leute, mit denen man zu tun hat. Und es entwickeln sich dann neue Freundschaften. Ich kenne nicht das Familienleben des Autors. Doch auch da sind Umstellungen notwendig, dass die Familie als Ganzes ihre Lebensweise verändert. Alles alleine zu schaffen und konstant diszipliniert zu sein ist schwierig wenn nicht sogar unmöglich.

#29 - 11.02.2019, 16:25 von Marvel Master

Schade das er wieder aufgegeben hat.

Mir persönlich hat nur folgendes geholfen. Ich habe Kalorien gezählt
und Sport gemacht.

Ich wusste, dass ich mit Sport auf ca 2800 kcal/Tag komme. Also musste
ich nur 1500 kcal zu mir nehmen, um ab zu nehmen. Und nach 6 Monaten
war ich 15 KG leichter und hatte wieder eine normale Figur und einen
normalen BMI.

Man muss es allerdings wollen. Ist eine Kopfsache. Disziplin gehört auch dazu.

Bzgl Nahrung kann ich nur harmlose Sachen empfehlen. Das war mein Weg. Kann
aber jeder anders machen.
Gemüse ohne alles. Also quasi roh.
2x Knäckebrot + 1 Scheibe Vollkornbrot am Tag ohne Butter und 3% Brotaufstrich.
Dazu 1 Teil Obst am Tag.
Nur Wasser trinken.
Mittags nur ein Salat ohne alles.
1 Kinderriegel oder Duplo pro Tag als Nachtisch.

Wenn man dann sein Idealgewicht erreicht hat, kann man wieder andere Sachen essen.
Man muss sich aber jeden Tag wiegen. Wird
man wieder schwerer, dann wieder zurück zu obigen Essensplan.

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