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Gesundheit

Muskelkraft durch EMS-Training: Gefährliche Stromstöße

DPA Nur wenige Minuten Anstrengung pro Woche, dafür ein straffer Körper: Das verspricht das Elektrostimulationstraining. Die Studios haben regen Zulauf, doch die Methode birgt Risiken.
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#90 - 08.04.2015, 11:09 von virginia.pineiro

Es wird kein Strom durch den Körper gejagt

...schade, wenn Artikel so schlecht recherchiert sind. Bei guten Studios muss man nichts befürchten. Da steht man unter ständiger Kontrolle, hat ein ausführliches Vorgespräch, wird darauf hingewiesen, dass man bei Herzbeschwerden o.a. Krankheiten nicht geeignet ist, bekommt nur so starke Stromstöße, wie man sie unter Anspannung der Muskulatur gut ertragen kann. Mit Bodystreet z. B. habe ich ebenfalls keine guten Erfahrungen gesammelt. Da geht es nur um Mitglieder um jeden Preis aber nicht um fachkundige Beratung oder Betreuung. Ich bin schließlich höchst zufrieden bei APROSPORTS gelandet. In einem Jahr konnte ich 1,3 kg an Muskelmasse zulegen (Frau, 45, Normalgewicht), fühle mich super und fit und habe nie wieder Rücken- oder Nackenschmerzen gehabt (Schreibtischjob).
Jeder muss seine Sportart finden und auch das richtige Studio, den richtigen Anbieter. Viel falsch machen kann man bei jeder Sportart und immer findet man auch Menschen, die irgendetwas nicht vertragen.
Schade, dass hier so pauschal verteufelt wird, nur um einen Artikel zu schreiben...

#91 - 08.04.2015, 17:02 von Ihr5spieltjetzt4gegen2

Zitat von barlog
@Ihr5bla . ... Also mir reicht die Bezeichnung "Herzpatienten", werter Dottore und ich wüsste nicht, an welche Risikogruppe als "Menschen mit Herzrhythmusstörungen" ich sonst beim Lesen dieses Wortes, daß selbstverständlich jeden wissenschaftlichen Fachartikel entwertet, denken sollte. Im übrigen sagt mir mein Bauchgefühl (als fitnesssporterfahrener Mensch), daß es langfristig gesehen nicht folgenlos bleiben könnte, meinen extrem komplex u. a. auch von elektrischen Impulsen gesteuerten Wunderkörper auf primitive Weise (vergleichsweise) mit Starkstrom zu irritieren. Aussagen von sog. Fachleuten über die Harmlosigkeit derartiger Anwendungen sind für mich genauso glaubhaft wie die noch vor kurzem geltenden Informationen über die Unbedenklichkeit von Blutspenden. Ich wünsche den überzeugten Anhängern dieser Körperbearbeitung (unter Aufsicht einer anfeuernd quiekenden Fitnesstrainerin, die zuverlässig die Drehrichtung des Intensitätsreglers auswendig gelernt hat) viel Spass.
@bar...
Schön, dass Sie sofort an 'Menschen mit Herzrhythmusstörungen' als Risikogruppe denken, wenn Sie 'Herzpatienten' im Zusammenhang mit EMS-Training hören. Leider ist dies bei weitem nicht bei jedem der Fall. Und von einem einem Artikel, der sich mit dem Thema EMS-Training auch unter dem Aspekt der Risiken beschäftigt, sollte man mMn schon erwarten können, dass er dezidiert die Risiken und Riskogruppen benennt und nicht undifferenziert positive Erfahrungen eines Kardiologen wiedergibt. Auch wenn der Artikel nur bei SPON erscheint. Oder vielleicht gerade.

In den Herzsportgruppen (und es steht zu vermuten, dass der im Artikel genannte Kardiologe eine oder mehrere betreut) finden sich Patienten, die bewegungseingeschränkt sind bzw. nur sehr dosiert und beaufsichtigt Sport treiben können, andererseits Sport treiben sollen. Also z.B. Postinfarktpatienten, Patienten mit KHK, Herzinsuffizienz, etc. Solange diese Patienten keine Störungen der Herzelektrik haben, kann für den einen oder anderen ein EMS-Training wie für andere Gruppen mit eingeschränkter Belastungsfähigkeit auch mMn sogar sinnvoll sein. Ist die Herzelektrik allerdings gestört, ist dies ein absolutes 'no go'.

Ich gehöre keineswegs zu denjenigen, die ein EMS-Training für Gesunde befürworten. Im Gegenteil. Doch es gibt Einsatzmöglichkeiten, die durchaus sinnvoll sein können und wo es positive Erfahrungen gibt. Reha, gezielter Muskelaufbau nach Verletzungen. Als unterstützende oder in einer Frühphase als einzig mögliche Maßnahme. Oder für Betagte zur Verhinderung weiterer Muskelatrophie. Oder halt für bestimmte bewegungseingeschränkte Patienten.

Übrigens haben nicht wenige vermeintlich kerngesunde Menschen (auch und gerade Sportler) Herzrhythmusstörungen, ohne dies zu wissen. Und zwar nicht die der harmlosen Art. Der plötzliche Herztod und der Schlaganfall lassen grüßen. Wenn jemand meint, unbedingt so ein EMS-Training absolvieren zu wollen, sollte er dies vorher unbedingt ärztlich abklären lassen. Kann aber ohnehin nicht schaden... ;-)

#92 - 08.04.2015, 18:13 von Siemon Ziskine

Teil 1: Stellungnahme eines EMS-Studiobetreibers

Als Studiobetreiber eines EMS-Studios in Berlin möchte ich mich zu diesem Artikel äußern. Ich bin seit 2006 mit EMS-Training unterwegs, habe seither über 5.000 Kunden betreut, praktiziere das EMS-Training selbst, bin Fitnessökonom und habe Erfahrung mit verschiedenen EMS-Geräten gesammelt. Dieser Artikel hat nach kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit erhalten. Unter anderem vermutlich, weil immer mehr Menschen das EMS-Training ausüben, in Erwägung ziehen es zu machen oder jemanden kennen, der es macht. Warum es immer beliebter wird, sollte viele stutzig machen, zumal in der Regel Menschen etwas dauerhaft machen, wenn es mindestens einen positiven Effekt nach sich zieht.
Bereits viele unserer Kunden, allgemeine EMS-Interessierte und EMS-Liebhaber haben diesen Artikel gelesen und sind nun unter Umständen verunsichert.
Die Überschrift ist bereits gezielt gewählt. „Muskelkraft durch EMS-Training“ (klein geschrieben) und „Gefährliche Stromstöße“ (groß geschrieben) schreibt Frau Habich im SpiegelOnline.
So erregt man Aufmerksamkeit und guten Traffic. Chapeau – die Hausaufgaben im Werbesinn erfüllt. Erscheint logisch, da Frau Habich als freie Journalisten auftragsabhängig arbeitet und somit ihre Artikel „verkaufen muss“.
Die aufgestellten Thesen wurden mangels ausreichender Recherche nur mittelmäßig begründet bzw. analysiert. Ich nehme mir hier das Recht heraus zu behaupten, dass dies entweder der gewünschte Stil für Artikel im SpiegelOnline ist oder einfach der Schreibstil von Frau Habich. Das interpretiere ich anhand der weiteren Artikel von Frau Habich im SpiegelOnline mit Titeln wie „Achtung, Ansteckungsgefahr, Spiegel Online, 15.12.2014“, „Rauchen ist out, dampfen ist in, Spiegel Online 30.05.2014“, „Drohender Versorgungsmangel: Krankenkassen sparen bei Dialyse, Spiegel Online, 1.7.2013“ usw.
Nun zurück zum Artikel „Gefährliche Stromstöße“. Ich zitiere einige Aussagen und werde diese kritisch hinterfragen, teilweise genauere Erläuterungen abgeben und mehr Klarheit verschaffen.
„Die Methode birgt Risiken“ heißt es bereits in der Einleitung. Das ist grundsätzlich richtig. Wenn die Intensität falsch gewählt wird oder nicht empfehlenswerte Übungen durchgeführt werden. Betrachten wir einmal das herkömmliche Fitnesstraining. Birgt dies keine Risiken? Was ist, wenn wir zu viel Gewicht wählen, falsche Übungsabläufe durchführen, die Gelenke belasten, die Gewichte unzureichend sichern? Was birgt bitte keine Risiken? Wir fahren Auto, Zug, fliegen mit Flugzeugen etc. Bei allem ist ein Risiko vorhanden. Das Ziel sollte es sein, dass Risiko möglichst gering zu halten!

#93 - 08.04.2015, 18:15 von Siemon Ziskine

Teil 2: Stellungnahme eines EMS-Studiobetreibers

Leider muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass jeder ein EMS-Studio eröffnen darf. Der Beruf Fitnesstrainer bzw. das Betreiben eines Fitness-Studios bedarf keiner abgeschlossenen Ausbildung. Somit tummeln „schwarze Schafe“ in der Branche und wollen EMS-Training an den Mann bringen ohne selbst ausreichend Fachwissen über das Training oder generell trainingswissenschaftliche Kenntnisse zu haben. Daher empfehle ich immer zu fragen, wem man gegenüber steht und wer da eigentlich das EMS Training anbietet. Hier sollte man eher an die deutschen Gesetze denken. Warum wird der Erwerb eines Meister-Titels für das Eröffnen eines Friseur-Salons verlangt, aber für Arbeiten am menschlichen Körper nicht?! Was birgt größere Risiken?
Dann heißt es weiter „Beim EMS-Training jagt ein Gerät Strom durch den Körper“. Es ist richtig, dass EMS-Training mit Strom arbeitet. Hier steckt nicht umsonst das Wort ELEKTRO-MyoStimulation (kurz EMS) drin. Hier wird jedoch der Strom umgewandelt, so dass er „ungefährlich“ für den Menschen ist. Es ist also nicht 1 zu 1 der direkte Strom aus der Steckdose zu betrachten.
Durch den menschlichen Körper fließt grundsätzlich Strom. Beim herkömmlichen Training werden die Muskeln über elektrische Signale vom Zentralen Nervensystem (kurz ZNS) gesteuert. Beim EMS-Training wird ein Impuls von außen zugeführt, damit die Muskulatur je nach gewählter Intensität zur Kontraktion gezwungen wird. Muskeln können die Herkunft des Signals nicht unterscheiden. Der Effekt ist somit gleich.
„Nach den ersten beiden Malen wurde ihr flau und ihr Kopf schmerzte,...“ Genau deshalb empfiehlt es sich die Vorbereitungshinweise für das EMS-Training nicht nur zu lesen, sondern auch umzusetzen. Hat das die benannte Frau „Manuela D.“ gemacht? Ich weiß es nicht. Zumindest ist dies zunächst zu hinterfragen. Vor dem EMS Training sollte man immer ausreichend trinken, nicht zu knapp vorher Essen, jedoch ca. 3 Stunden vor dem Training kohlenhydratreich gegessen haben. Wie wir im theoretischen Sportunterricht oder sogar Biologie-Unterricht gelernt haben, verbrennt der Körper Zucker (also Kohlenhydrate) während des Trainings. Wenn zu wenig im Körper hiervon für das Training bereitgestellt werden kann, so kann der Blutzuckerspiegel schnell sinken. Die Folge ist Übelkeit, ggf. Unterzuckerung und im worst-case Ohnmacht. Darüber hinaus ist in Frage zu stellen, wie die Atemtechnik von Frau Manuela D. während des Trainings war. War sie vielleicht am hyperventilieren? Ab und an haben Menschen mit dem EMS-Training „Anlaufschwierigkeiten“, da bis zu 500 Muskeln während einer Trainingseinheit arbeiten. Dies überfordert manche.

#94 - 08.04.2015, 18:16 von Siemon Ziskine

Teil 3: Stellungnahme eines EMS-Studiobetreibers

Da Frau D. nach dem dritten Training „starke Kreislaufprobleme“ hatte, hat sie vielleicht grundsätzlich Kreislaufprobleme bereits vorher gehabt? Alles Fragen, auf die bisher nicht eingegangen wurde.
Aus meiner langjährigen Erfahrung kenne ich auch die Berichte über Kopfschmerzen oder Übelkeit nach dem Training. In der Regel hat sich das eingestellt, sobald die Kunden die Trainingsvorbereitungshinweise umgesetzt haben und vor allem ausreichend Kohlenhydrate zu sich genommen haben. Vielleicht kann Frau Habich für die interessierten Leser die oben benannten Fragen beantworten?
Im weiteren Verlauf wird ein zweiter Fall beschrieben. Leider ebenfalls ein negativer Bericht. Schade, dass in dem ganzen Beitrag kein einziges Mal über positive Trainingseffekte des EMS-Trainings berichtet wird. Dabei gibt es tausende Erfolgsgeschichten.
Eine „gesunde Sportlerin“ (was heißt das genau?) musste nach dem EMS-Training ins Krankenhaus, da sie über Schmerzen klagte. Bei ihr wurde ein CK-Wert von über 26.000 U/I festgestellt. An dieser Stelle möchte ich die exakte Wortwahl von Frau Habich hervorheben. „Die Trainerin habe ihr…“ (also der Trainierenden) „aber zum Durchhalten GERATEN,…“. Wie hat sich darauf die „gesunde Sportlerin“ geäußert? Sie wurde ja scheinbar nicht gezwungen durchzuhalten, sondern hat eigenständig entschieden der Empfehlung der Trainerin nachzugehen und das Training mit der Intensität fortzuführen. Warum?
Hiermit soll auf keinen Fall die Trainerin in Schutz genommen werden. Ich halte es durchaus im Rahmen des Möglichen, dass die Intensität für die Trainierende zu hoch gewählt wurde. Da der CK-Wert so deutlich angestiegen ist, wird die Belastung zu hoch gewesen sein. An der Stelle ist aber auch der Trainingszustand der „gesunden Sportlerin“ zu hinterfragen. Wann ist jemand als Sportler zu betiteln? Reicht 1 mal joggen pro Woche oder muss man dafür 3 Trainingseinheiten a 1 Stunde pro Woche absolvieren? Welche Trainingsform muss dafür praktiziert worden sein? Kraft-, Ausdauertraining oder beides? Seit wie viel Wochen, Monaten oder Jahren muss man regelmäßig aktiv gewesen sein?

#95 - 08.04.2015, 18:17 von Siemon Ziskine

Teil 4: Stellungnahme eines EMS-Studiobetreibers

Folgende Fragen sollten beantwortet werden, wenn wir hier über Fachbegriffe wie CK-Werte sprechen: Was ist der CK-Wert und warum steigt der CK-Wert an
Was ist der CK-Wert? CK steht für Creatinkinase und bezeichnet ein Enzym aus der Klasse der Transferasen. Das liegt in hoher Konzentration in den Muskelfasern, im Gehrin und anderen Geweben. Grundsätzlich ist CK-Wert nicht gleich CK-Wert, denn es gibt diverse Isofomren wie CK-BB, CK-MM, CK-MB und CK-MiMi. CK-MM wird bei Muskelerkrankungen und –schäden herangezogen. Als Normwerte sind jedoch nur GESAMT-CK Werte vermerkt. Wie die einzelnen CK-Werte in Normalfall sein sollten, wird nicht angegeben.
Warum steigt der CK-Wert an? Bei Frauen liegen die Gesamt-CK-Werte im Durchschnitt bei 170 U/Liter, bei Männern bei 190 U/Liter. Auf die CK-Werte können übrigens auch weiteren Faktoren wie Probleme mit der Schilddrüse, Tumore, Drogen, Medikamente, schwere Verletzungen, Embolien etc. Einfluss haben. Gleichzeitig ist nach schwerer körperlicher Anstrengung eine erhöhte CK-Aktivität nachweisbar. Übrigens auch nach einer Entbindung. Da in der Regel jedes Krafttraining als „schwere körperliche Anstrengung“ einzustufen sein sollte, denn darum geht es beim Krafttraining – das Erreichen des überschwelligen Trainingsreizes – wird auch nach jedem Krafttraining der CK-Wert erhöht sein, sofern man ihn misst. Creatinkinase gilt als Indikator für trainingsbedingte Muskelschäden. Bei Muskelzellschäden werden die Plasmamembranen durchbrochen, lösliche Proteine können dann aus der Muskelzelle entweichen und in den Blutstrom gelangen. Folge: Anstieg des CK-Wertes im Blut. Der Anstieg ist übrigens zeitverzögert und findet in der Regel erst nach einigen Tagen seine Höchstgrenze. Aus diesem Grund ist es auch wichtig ausreichend Regeneration zwischen den Trainingseinheiten zu lassen. Anfänglich größere Pausen zwischen den Einheiten lassen und dann nach und nach die Erholungsphase reduzieren, so dass zwei Einheiten pro Woche machbar sein können.
Nachgewiesen wurde, dass bei Untrainierten der CK-Wert höher ist als bei Trainierten Menschen. Nach einem gewissen Zeitraum konnte man bei diesen Untrainierten nach regelmäßigem Training eine nicht ganz so hohen Anstieg des CK-Wertes feststellen.

#96 - 08.04.2015, 18:18 von Siemon Ziskine

Teil 5: Stellungnahme eines EMS-Studiobetreibers

Fazit: Gefährliche Stromstöße sind ggf. die, die direkt aus der Steckdose kommen und durch ungesicherte Steckdosen, Leitungen oder sonstiges auf uns wirken können. EMS-Training ist wie das herkömmliche Training am besten unter Anleitung eines qualifizierten Trainers durchzuführen. Ein gemessener CK-Wert ist eine Momentaufnahme und hat noch keine Aussagekraft. Im Folge dessen müssten regelmäßig die CK-Werte gemessen werden, um dann über längere Zeiträume sprechen zu können. Unter Umständen kann es sich um chronische Erhöhungen handeln oder gar eine bisher nicht bekannte Krankheit vorliegen. Nach aktuellem Stand kann EMS-Training nicht als Ursache einer Rhabdomyolyse angesehen werden! Es spielen noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle. Die einmalige Betrachtung des CK-Wertes lässt keinen keinen Schluss auf einen pathologischen Befund zu. Viele wissenschaftliche Studien belegen die positiven Effekte des Trainings. Falls man nicht sicher ist, ob das EMS-Training für einen selbst geeignet ist, so sollte man sein Wahl EMS-Studio nach einem Arzt fragen, der sich mit dem Training auskennt und sein „OK“ nach einer Untersuchung geben könnte.

#97 - 09.04.2015, 23:30 von punisher1981

5 Tage Krankenhaus durch EMS

Ich bin leider auch ein Geschädigter des EMS-Trainings von bodystreet. Nach einem Probetraining im Jahr 2011 wurde auch bei mir zwei Tage danach eine Rhabdamyolyse diagnostiziert, der CK-Wert war bei 62.722 (!!!), lt. Arztbericht "...stellten sich die Nieren bds. regelrecht in Morphologie und Perfusion dar". Ich war fünf Tage im Krankenhaus, mit Infusionen und Blasenkatheter. Meine Klage gegen bodystreet war leider erfolglos, die inkompente und/oder faule Richterin wollte kein Gutachten erstellen lassen, der Streitwert (Schmerzensgeld) war zu gering. Muss erst jemand sterben???

#98 - 09.04.2015, 10:58 von hooverphonic

Erklärung: U/l = Enzymeinheit pro Liter

Da dies im Artikel sträflich vernachlässigt wurde, möchte ich es an dieser Stelle ergänzen: U/l liest sich als "Einheit(en) pro Liter" wobei U die Enzymeinheit ist, heute v. a. in der Biologie durch das Katal abgelöst; jedoch im med. Gebrauch hat sich das U gehalten wie die kcal in nichtfachlichen Kreisen.

#99 - 09.04.2015, 13:00 von schniggo

Training für Bequeme..

Schöner Artikel! Also in der Physiotherapie spricht man von Elektrotherapie, welche auch sinnvoll ist um z.B. nach einer Op Muskulatur zu stimulieren. EMS Training ist eine übertriebene Kopie davon. Es geht einfach nur darum noch mehr Kunden in die Studios zu locken mit kurzem und intensiven Training das Ganze lassen sich die Betreiber dann auch gut bezahlen. Warum übernehmen die Krankenkassen in der Regel nicht viel, wenn es um Fitnessstudios geht? Liegt auf der Hand.. Zum Trainer der daneben steht: schlechte Arbeitszeiten, keine richtigen Schulungen, Freiberufler und sehr schlechte Bezahlung! Woher soll dann die Motivation kommen? Alle die keine Lust auf ein Studio haben: Holt einen Slingtrainer von TRX oder Aerosling gibt's für 80-200€ damit wird man fit!

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