Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Gesundheit

Positionspapier von Lungenärzten: Zwei Seiten Behauptungen, kein einziger Beleg

Getty Images/Science Photo Library RF Mehr als hundert Fachärzte sind dem Aufruf von Kollegen gefolgt, die Schadstoffgrenzwerte für einen "Witz" halten. In ihrem Namen werden andere Forscher diskreditiert und fundierte Erkenntnisse bestritten - ohne jeden Beweis.
zum Artikel
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!
    Seite 1/46   10  
#1 - 25.01.2019, 14:38 von dhvenus

Kein Beweis...

Eben! Es gibt kein Beweis für gar nichts. Nicht dafür, was in der Luft, was wir einatmen, schädlich ist, und nichts für, was unschädlich ist. Daher ist eine herbeigezogenen Grenzwert Festlegung "auf gut Glück" ist nicht akzeptabel. Die Lungenärzte haben vollkommen Recht, denn es gibt überhaupt keine Zusammenhang aus deren Erfahrung und dem Luft, was die Patienten einatmeten.

#2 - 25.01.2019, 14:39 von giovanniconte4711

Na ja..., wenn dem wirklich so wäre, also die Grenzwerte wirklich so niedrig sein müßen, dann dürfte es keine Tabak-Raucher mehr geben, sie wären innerhalb von Wochen dahingerafft, denn die überschreiten mit einer Zigarette die Grenzwerte millionenfach.

Und warum dürfen die Grenzwerte für geschlossene Büroräume 25fach höher sein und für manche Schweißarbeiten gleich 200fach höher?

Also da reicht schon der Menschenverstand um an den Werten zu zweifeln.

#3 - 25.01.2019, 14:40 von djchrisi

Ich bin weit weg um mich kompetent Äußern zu können. Aber in der Tag finde ich Aussagen wie "etwa 437.000 Krankheitsfälle sind zurückführbar auf Stickstoffdioxid in der Außenluft" (https://www.umweltbundesamt.de/no2-krankheitslasten) sehr merkwürdig.
Über die Moderechnungen sollen sich Fachleute die Köpfe zerbrechen, aber wenn Deutschland das einzige Land auf der Erde ist, das daraus die Schlüsse zieht, Dieselfahrzeuge von der Straße zu holen, finde ich das sehr merkwürdig und dann soll das auch bitte für einen Laien einigermaßen schlüssig erklärt werden. Gerne in einem ausführlichen Artikel von Kai-Michael Beeh.

#4 - 25.01.2019, 14:42 von Peer Pfeffer

"Tatsächlich hat sie die Diskussion an die Wand gefahren." --- leider an die Wand der Renegaten. Deshalb hoffe ich, dass Medien Lungenfachärzten in naher Zukunft ein Forum bieten für eine für die Öffentlichkeit verständliche Aufarbeitung des tatsächlichen Kenntnisstandes. Wie ein Scheuer sowie Medienkampagnen (z.B. der Bild-Zeitung) hier die Öffentlichkeit manipulieren grenzt schon an Brexit-Methoden.

#5 - 25.01.2019, 14:44 von peter_rot

Ich finde das Statement der Lungenärzte gut und sachlich

Endlich haben sich mal Wissenschaftler zur NOx und Feinstaubproblematik geäußert. Die von der EU verordneten Werte basieren eben nicht auf wissenschaftlichen Studien sondern sind sogenannte "Vorsorgewerte". Und es mutet einem Bürger schon sehr seltsam an, dass aufgrund dieser Vorsorgewerte nun hunderttausende PKWs verschrottet werden müssen. Es mutet auch seltsam an, dass Millionen von Bürgern mit Fahrverboten für ihre regelkonformen und neuen Diesel-PKWs belastet werden. Es wäre sinnvoll, weniger Politik dafür mehr Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit in die Diskussion zu bringen. Denn die Hexenjagd auf den Diesel-PKW steht in keiner Relation zur Toleranz von Rauchen in der Gesellschaft und dem Alkoholproblem. Man beruft sich immer gerne auf die WHO. Wenn es nach dieser Organsation ginge, müsste dr Konsum von Schweine- und Rindfleisch wegen der potentiellen Krebsgefahr verboten werden. Es ist prinzipiell richtig für die Reinhaltung der Luft zu sorgen, das sollte aber mit Weitblick geschehen und nicht mit politischer Ignoranz. Die EU- und Politikverdrossenheit wird durch die gegenwärtigen Maßnahmen nur verstärkt.

#6 - 25.01.2019, 14:45 von andere Hobbys

"... Gesellschaft für Pneumologie veröffentlichte Positionspapier

, in dem der Stand der Wissenschaft dargestellt und die aktuellen Grenzwerte im Wesentlichen gestützt werde..."

Es ist ein Positionspapier. Zum Stand der Wissenschaft. Wie ist den der Stand der Wissenschaft ? Das niedrige Grenzwerte natürlich immer toll sind, aber es natürlich auch eine Abwägung zur Verhältnismässigkeit geben muss ?? Wenn so schwerwiegend in das Leben vieler Menschen eingegriffen wird ?

#7 - 25.01.2019, 14:45 von zudummzumzum

Besser zu spät als nie ...

Wie kann man einen behaupteten Zusammenhang belegen, der nicht existiert? Insofern sind die Lungenfachärzte in einer defensiven Position.

Kein Zweifel, dass ein statistischer (!!!) Zusammenhang zwischen möglichen (!!!) Gesundheitsgefahren und Feinstaub besteht. Kein Zweifel auch, dass die medizinischen Wissenschaften recht häufig mit Abweichungen von einer statistischen Norm arbeiten.

Aber hier, im konkreten Zusammenhang mit Fahrverboten, fehlt einfach die wissenschaftliche Korrelation. Die verlängerte Lebensdauer für Menschen mit minimal weniger Feinstaubbelastung gibt es einfach nicht. Die Festlegung der Grenzwerte ist in etwa genauso wissenschaftlich wie das Errechnen einer Durchschnittshöhe der Alpen. Auch wenn das Ergebnis rechnerisch richtig ist, nützt es keinem. Wissenschaft, die kein Wissen schafft.

Insofern stellt sich nur die Frage, warum man nicht früher die Debatte vom Zaun gebrochen hat. Aber besser zu spät als nie. In der demokratischen Politik kommt es nicht nur auf richtig oder falsch, sondern auch auf das Timing an.

#8 - 25.01.2019, 14:46 von cyblord

Belege müssen die liefern die etwas behaupten. Und wer behauptet NOX oder Feinstaub oder sonst was, ist extrem schädlich und tötet jedes Jahr so und soviel Menschen der muss extrem stichhaltige Beweise dafür liefern. Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnlich gute Beweise. Auch die Festlegung eines Grenzwertes muss wissenschaftlich stichhaltig begründet sein. Das ist alles in der aktuellen Thematik nicht geschehen.

#9 - 25.01.2019, 14:46 von th.schuler

Danke!

Sie glauben gar nicht, wie sehr mir dieser Artikel aus dem Herzen spricht. Danke, Danke, Danke!
Es gibt sie doch noch - wissenschaftlich kompetente Ärzte, die gesellschaftlich relevant denken können, und dies auch verständlich ausdrücken können.
Ich hoffe, daß dieser Beitrag unter Pneumologien eine fruchtbare Debatte anstößt.
Und natürlich auch unter uns Foristen - ohne Beschimpfungen, sondern mit begründeten Meinungen.

    Seite 1/46   10