Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Karriere

24 Stunden im Krankenhaus: Stress pur bis morgens um sieben

Tumore entfernen, Blut abnehmen, Bäuche abtasten: Mehrmals im Monat ist eine junge Berliner Assistenzärztin für Rund-um-die-Uhr-Schichten eingeteilt. Chirurgin will sie werden und hält im Krankenhaus Charité mitunter auch 36 Stunden am Stück durch - nur selten kann sie ein Viertelstündchen schlummern.
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die www-Version.
    Seite 1/13   10  
#1 - 17.04.2011, 08:42 von jawahnsinn

kein Titel!

Ich bin dafür, auch Kranfahrer, Lokführer, Architekten und Geschäftsführer solche Schichten bekommen.
Was? Das geht nicht? Mh, schade....

scnr

#2 - 17.04.2011, 08:50 von zephyros

Zitat von sysop
Tumore entfernen, Blut abnehmen, Bäuche abtasten: Mehrmals im Monat ist eine junge Berliner Assistenzärztin für Rund-um-die-Uhr-Schichten eingeteilt. Chirurgin will sie werden und hält im Krankenhaus Charité mitunter auch 36 Stunden am Stück durch - nur selten kann sie ein Viertelstündchen schlummern.
und dann soll man als Patient noch ruhigen Gewissens ins Krankenhaus gehen?

#3 - 17.04.2011, 10:28 von sukowsky

Schnelles Geld

Möcht hier ja nicht wissen wie viel Menschen hierbei in der Hektik ungewollt unter die Erde gebracht werden.
Sparen am falschen Platz und auf Kosten des Beitragszahler.
Private Unternehmen und Versicherungskonzerne pumpen sich voll mit den Kranken-Versicherungsbeiträgen.
Ärzte halten oftmals nicht viel von Gründlichkeit und wollen schnelles Geld oder werden gezwungen gegen ihren Willen unkorrekt zu arbeiten.

#4 - 17.04.2011, 10:49 von doc 123

Gesunder Patient!

Zitat von zephyros
und dann soll man als Patient noch ruhigen Gewissens ins Krankenhaus gehen?
Als gesunder Patient könnten Sie sich dies ja noch überlegen, als ernsthaft kranker würde ich mir dies jedoch ernsthaft überlegen.

Nicht umsonst fehlen nach einer kürzlich veröffentlichen Studie im Deutschen Ärzteblatt in jeder deutschen Krankenhausabteilung mindestens 1 Arzt und in 25 % mindestens 3 Ärzte. Das sich dies nicht gerade positiv auf die Arbeitszeiten auswirkt dürfte doch wohl klar sein.

#5 - 17.04.2011, 11:01 von alleskleber

Selbstüberschätzung

Frau N. dürfte gerade am Anfang ihrer Karriere stehen, da ist man motiviert 24 Stunden Schichten und länger zu machen, die Phase macht wahrscheinlich jeder durch, der in Fächern mit mehr "Action" arbeitet.
Aber, dagegen sprechen die wissenschaftlichen Untersuchungen, dass es irgendwann gar nicht mehr fehlerlos geht (Selbstüberschätzung) und das Arbeitszeitgesetz. Ich fraqe mich was die Rechtsabteilung der Charite zu diesem Artikel zu sagen hat. Hier wird nämlich ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz dokumentiert. Das wurde im Übrigen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geschaffen und hat als kleinen Nebeneffekt einen gewissen Benefit für Patienten.

Interessant wäre ein Folgeartikel über Frau N, sagen wir mal in 3 Jahren........

#6 - 17.04.2011, 11:10 von Achim

System

Was ist das für ein System, das Ärzten und Patienten solche mörderischen Schichten zumutet? Vielleicht könnten der Herr Doktor Rösler und die Frau Merkel mal erklären, wie sie das mit ihrem Amtseid vereinbaren wollen.

Jedenfalls wären meine Krankenkassenbeiträge bei der Bezahlung einer Personalaufstockung besser aufgehoben als in den Profitbunkern der Krankenhauseigentümer und der Pharmaindustrie.

#7 - 17.04.2011, 11:11 von doriangray80

wake up, wake up, dead man...

Mit Verlaub (ich bin selbst Arzt): wer sich 2011 noch immer in solche Strukturen einfügt, ist selbst schuld! Und seien Sie doch nicht so naiv zu glauben, dass Sie 36 Stunden voll leistungsfähig und intellektuell auf der Höhe sind, die Ihre Patienten von Ihnen mit Fug und Recht erwarten dürfen. Die Probleme der deutschen Mediziner sind zu einem grossem Teil hausgemacht, und da gehört auch die Hochstilisierung ach so furchtbarer Arbeitsbedingungen dazu - aber mitmachen tun doch alle.

Das frustrierende dabei: im Endeffekt wird alles auf dem Rücken derer ausgebadet, denen wir eigentlich helfen wollen und sollen. Denn die haben entweder einen verpennten Arzt, oder gar keinen, denn die die können, gehen... UK, USA, here we come...vive la france!

#8 - 17.04.2011, 11:11 von melanthios

selbst schuld

Wer tut sich das an? Für die paar Kröten? Die Bezahlung von Nacht- und Wochenendarbeit im Gesundheitswesen ist ein Witz. Da lacht sich jeder Fließbandarbeiter, der Nachtschichten schiebt, kaputt darüber.

Verzicht auf Freizeit, Familie, etc., d.h. Verzicht auf LEBEN. Und mit welcher Perspektive? Burnout mit Ende 30.
Dieses System ist krank, und macht krank, Ärzte so wie Patienten.

Und wer profitiert? Irgendwelche arroganten Chefarztschnösel, die von Fronarbeit ihrer Untergebenen profitieren sowie Klinikbetreiber, die etwas für ihren Shareholder value machen müssen. Welcher Chefarzt mit Anstand lässt seine Mitarbeiter unter solchen Bedingungen schuften? Ach so, "es war ja schon immer so", "da mussten alle durch", seit Sauerbruchs Zeiten...
naja, so lang sich genug Idioten finden...

Wer sich das antut hat einen an der Klatsche und handelt verantwortungslos gegenüber den Patienten, die sich aus Unkentniss der Umstände ihnen anvertrauen.

Würden Sie in ein Flugzeug steigen, dessen Pilot seit 24h im Dienst ist? Aber von so jemand operieren lassen, das ist OK?

#9 - 17.04.2011, 11:11 von melanthios

selbst schuld

Wer tut sich das an? Für die paar Kröten? Die Bezahlung von Nacht- und Wochenendarbeit im Gesundheitswesen ist ein Witz. Da lacht sich jeder Fließbandarbeiter, der Nachtschichten schiebt, kaputt darüber.

Verzicht auf Freizeit, Familie, etc., d.h. Verzicht auf LEBEN. Und mit welcher Perspektive? Burnout mit Ende 30.
Dieses System ist krank, und macht krank, Ärzte so wie Patienten.

Und wer profitiert? Irgendwelche arroganten Chefarztschnösel, die von Fronarbeit ihrer Untergebenen profitieren sowie Klinikbetreiber, die etwas für ihren Shareholder value machen müssen. Welcher Chefarzt mit Anstand lässt seine Mitarbeiter unter solchen Bedingungen schuften? Ach so, "es war ja schon immer so", "da mussten alle durch", seit Sauerbruchs Zeiten...
naja, so lang sich genug Idioten finden...

Wer sich das antut hat einen an der Klatsche und handelt verantwortungslos gegenüber den Patienten, die sich aus Unkentniss der Umstände ihnen anvertrauen.

Würden Sie in ein Flugzeug steigen, dessen Pilot seit 24h im Dienst ist? Aber von so jemand operieren lassen, das ist OK?

    Seite 1/13   10