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Air Berlin: Dürfen sich Arbeitnehmer kollektiv krankmelden?

DPA Wenn sich plötzlich viele Arbeitnehmer krankmelden, steckt dahinter offensichtlich ein abgesprochener Ausstand - doch ein Unternehmen kann nicht viel dagegen tun. Es sei denn, jemand hat zum wilden Streik aufgerufen.
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#40 - 13.09.2017, 20:07 von harrymaus

Wie lautete die Frage noch?

Dürfen sich Arbeitnehmer kollektiv krank melden?

Klar dürfen sie das, sofern sie wirklich krank sind. Kollektiv kann das natürlich mal passieren, wenn eine Grippe, ein Magen-Darm-Virus oder sowas in einem Betrieb grassiert. Wenn das nicht der Fall ist und es außerdem in einem Unternehmen in Insolvenz und Turbulenzen zu den kollektiven Krankmeldungen kommt, dann liegt man wohl nicht so falsch, zu vermuten, dass die meisten "Kranken" weit von Bettlägerigkeit entfernt sind, sondern ihrem Arzt etwas vorgelogen haben um den gelben Schein zu bekommen.

Das dürfen diese Arbeitnehmer ganz klar nicht! Egal welche Motive sie dazu bewogen haben: sie sind unehrlich und schädigen die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten für eigennützige Zwecke. Piloten scheinen diese Kampftaktik inzwischen für besonders pfiffig zu halten, weil die Flugausfälle und der Ärger der geschädigten Passagiere viel Aufmerksamkeit erregt. Aber auf dem Rücken anderer Menschen Privilegien zu verteidigen ist nicht gerade ein Aushängeschild für guten Charakter.

#41 - 14.09.2017, 12:35 von catcargerry

Nicht nur Arbeitgeber betroffen

Zitat von DieButter
Wenn so etwas, wie im Artikel geschildert, passiert, dann hat das meist faustdicke Gründe, die das Unternehmen zu vertreten hat. Falls sich wirklich alle Mitarbeiter abgesprochen haben, dann kann in der Realität das Unternehmen gar nichts darauf unternehmen, was nicht illegal wäre. In der Sache bin ich da ganz bei den Arbeitnehmern und habe null Verständnis für die andere Seite.
So eine Aktion ist ja auch Betrug am Sozialversicherungsträger. Ist hier auch der Betrogene Schuld? Dagegen sind doch Leute, die von ihrem selbst verdienten Geld weniger abgeben wollen, als sie sollen, die Steuerhinterzieher, reinste Edelmenschen. Wollen wir eine Rechtsordnung, die für alle verbindlich ist, oder darf sich jeder selber eine machen: schwarzer Block, Air-Berlin-Piloten, Steuersünder? Alles Figuren, die in sich ihrer Asozialität im Recht fühlen und ihre Gesetzestreue allenfalls von der Entdeckungswahrscheinlichkeit abhängig machen. Einmal davon abgesehen, dass diese Aktion ziemlich dämlich ist. Wenn die Piloten Air-Berlin auf diese Weise endgültig fertig gemacht haben, bewerben sie sich woanders mit dieser Karrierestation im Lebenslauf. Aber vielleicht hat der eine oder andere ja auch den LKW-Führerschein.

#42 - 14.09.2017, 12:46 von catcargerry

Eigentlich nachvollziehbar

Zitat von mueller1
Zitat: Die Krankmeldungen seien "existenzbedrohend" für die Airline. Der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus erklärte, die Ereignisse vom Dienstag "gefährden das gesamte Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung massiv". Aha, nicht die Insolvenz von Air Berlin ist existenzbedohend, sondern die Krankmeldungen der Piloten. Kaum zu fassen, mit welch hohlen Phrasen hier versucht wird, die Stimmung der Öffentlichkeit zu beeinflussen.
Wenn das Eigenregie-Konzept auf bis dahin realistischen Planungen aufbaute, war auch die Finanzierung daran geknüpft und darauf abgestellt. So etwas kann nie großzügig kalkuliert sein. Mit nicht einmal durchschnittlicher Intelligenz ist erkennbar, dass weitere ungeplante Millionenverluste das Konzept zu kippen drohen. Kaum zu fassen, mit welch hohlen Phrasen hier versucht wird, die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch eine privilegierte Kleingruppe als unerheblich zu verkaufen.

#43 - 14.09.2017, 12:55 von catcargerry

Alles in Butter

Zitat von mediman
Wir haben hier den Fall, daß mehrere Arbeitnehmer des gleichen Arbeitgebers zeitgleich - nicht gleichzeitig - ärztlich untersucht und für arbeitsunfähig befunden wurden. Sollte es daran ernste Zweifel geben, dann steht es dem Arbeitgeber frei, die entsprechenden gesetzlichen Kassen zu informieren, welche dann ihrerseits entweder aufgrund der ihnen bekannten Diagnosen lachen oder den MDK zur Zweitbegutachtung schicken. Bei Versicherten in der PKV gibt es diesbezüglich keine Regel. Erfahrungsgemäß kann es in Zweifelsfällen dann dazu kommen, daß der Erkrankte zu einer Untersuchung gebeten wird, diese findet allerdings immer mit mehrtägiger Verzögerung statt, eine Gastroenteritis, migräneartige Kopfschmerzen oder Lumboischialgien sind dann meist nicht beweisbar oder auszuschließen. Es gibt eine Plethora von äußerlich nicht sichtbaren Erkrankungen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen, die auch nicht unbedingt mit paraklinischen Veränderungen einhergehen müssen. Deswegen pauschal diese AU-Meldungen als ungerechtfertigt anzusehen, wie es hier teilweise geschieht, ist billig, fahrlässig, und außerdem Unterstellung gegenüber dem Erkrankten und dem Behandler. ...
Schön, dass das alles seine Richtigkeit hat mit den Krankheitsausfällen, bis anderes im Einzelfall gerichtsfest bewiesen werden kann. Meine Vermutungen lauten nicht aufgrund eigenen Verhaltens, sondern aufgrund Leitungs- und Arbeitgebererfahrung seit 30 Jahren anders. Ihr Vertrauen sei Ihnen unbenommen, ich hätte es Ihnen gegenüber nach dieser Ihrer Beckmesserei nicht.

#44 - 14.09.2017, 13:00 von catcargerry

Sie dürfen sich nicht kollektiv krankmelden

Zitat von harrymaus
Dürfen sich Arbeitnehmer kollektiv krank melden? Klar dürfen sie das, sofern sie wirklich krank sind. Kollektiv kann das natürlich mal passieren, wenn eine Grippe, ein Magen-Darm-Virus oder sowas in einem Betrieb grassiert. Wenn das nicht der Fall ist und es außerdem in einem Unternehmen in Insolvenz und Turbulenzen zu den kollektiven Krankmeldungen kommt, dann liegt man wohl nicht so falsch, zu vermuten, dass die meisten "Kranken" weit von Bettlägerigkeit entfernt sind, sondern ihrem Arzt etwas vorgelogen haben um den gelben Schein zu bekommen. Das dürfen diese Arbeitnehmer ganz klar nicht! Egal welche Motive sie dazu bewogen haben: sie sind unehrlich und schädigen die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten für eigennützige Zwecke. Piloten scheinen diese Kampftaktik inzwischen für besonders pfiffig zu halten, weil die Flugausfälle und der Ärger der geschädigten Passagiere viel Aufmerksamkeit erregt. Aber auf dem Rücken anderer Menschen Privilegien zu verteidigen ist nicht gerade ein Aushängeschild für guten Charakter.
Eine Erkrankung muss individuell festgestellt werden, auch wenn sie "kollektiv erkrankt" sind. Auch bei einer Kantinenvergiftung muss jeder Einzelne krank sein.

#45 - 14.09.2017, 19:42 von karlaschnikow

Frechheit

Dieser Artikel ist ohne Einschränkung eine absolute Frechheit: Sie unterstellen hunderten Menschen "kollektiv" das Blaumachen. Sie unterstellen hunderten Ärzten eine Falschattestierung!
Ist das Ihr Ernst. Die Gewerkschaft und/oder einzelne Betroffene sollten eine "Verleumdungsklage" prüfen.

Können Sie sich nicht vorstellen, dass eine massive Angst um den Arbeitsplatz zur kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit führen kann? Ich jedenfalls möchte nicht mit einem Piloten fliegen, der sich die ganze Nacht schlaflos im Bett gewälzt hat.

Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass viele einfach keinen Bock mehr auf ihren Job bei diesem Arbeitgeber haben. Wer sich deshalb kurzzeitig nicht arbeitsfähig fühlt hat mein vollstes Verständnis. Ich möchte nämlich ebenfalls nicht mit einem "stocksaueren" Piloten fliegen.

#46 - 15.09.2017, 14:17 von V for Vendetta

Zitat von cave68
mit solch einer Verlogenheit stellen sich die Piloten aber allerhöchstens auf eine Stufe mit dem Vorstand wenn nicht sogar darunter!Eine Ungerechtigkeit mit einer ebenso grossen Ungerechtigkeit zu kontern (schliesslich sind die Kunden die Leidtragenden) ist charakterlich ganz mieser Stil.
Willkommen im Kapitalismus: jeder ist sich selbst der Nächste. Works as intended.

Und was die Kunden anbelangt: wem nicht klar ist, daß ein 20 EUR Flug von BER nach FRA (überspitzt formuliert) kein normal tragfähiges Geschäftsmodell ist, hat im Leben noch nie ein Auto vollgetankt. Das geht entweder nur mit ständig rote Zahlen schreiben (Air Berlin) oder auf Kosten von Arbeitnehmern und Steuerzahlern (z.B. Ryanair).

Aber Geiz ist ja geil, gelle?

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