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Alltag eines Kardiologen: "Wir schleusen immer mehr Patienten durch"

Getty Images In München treffen sich an diesem Wochenende etwa 31.000 Herz-Spezialisten aus 150 Ländern zum Europäischen Kardiologenkongress. Aber wie sieht eigentlich ihr Joballtag aus? Ein Arzt erzählt.
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#1 - 25.08.2018, 10:44 von sok1950

nach dem überflüssigen Gejammere der letzten Wochen

von Ärztinnen die ein (privates) MVZ aufbauen und leiten (und damit offenbar völlig überfordert sind) mal ein angenehm sachlicher Beitrag.

#2 - 25.08.2018, 10:50 von heinrich.busch

So viel Schmalz

Der Beruf an sich steht ausser Frage. Ansonsten freue ich mich für den Kollegen wie toll es an seiner Universität läuft. Im Allgemeinen haben die letzten 10 Jahre vor allem Verwaltung, Verwaltung, viel PC Tätigkeit unterfüttert mit einem schier endlosen Papierkram mit exorbitanten sinnfrreien Datenschutzauflagen gebracht. Anders gesagt Leerlauf zum Verhindern von all dem was er Layout Artikel gesagt haben soll. Vielleicht lebe ich aber auch on einem anderen Land.

#3 - 25.08.2018, 10:56 von Spiegelleserin57

Kliniksalltag und Erfolgsdruck!

ach wie toll ist alles, ja da wissen wir schon. Aber die meisten Kliniken sind privatisiert und der Druck auf die Ärzte wächst zunehmend da Profit eine ganz entscheidende Rolle spielt. Es gibt da die DRGs, genannt Fallpauschalen, was besagt : Pauschalen, also schnelle Heilung und hoher Durchsatz! Technisch ist heute sehr viel machbar aber oben es dem Patienten wirklich nutzt muss sich erst noch beweisen denn die Lebensqualität spielt eine entscheidende Rolle. Was nutzt ein neues Herz wenn der Patient nur noch 20 Meter laufen kann?
Heute wird gerne viel mit invasiven Eingriffen gemacht denn diese bringen einen hohen Profit. Wer mal hinter die Kulissen schaut und die Patienten hinterher sieht, wenn sie denn überleben, wird sich oft fragen warum wurde der Eingriff noch gemacht?
Die dunkle Seite der Entwicklung wird oft zu Gunsten des Profits nicht erwähnt oder auch vernachlässigt.
Auch Mediziner sind Geschäftsleute. Man befrage da mal neutral die Hausärzte die häufig dann später mit den Folgen konfrontiert werden!

#4 - 25.08.2018, 11:09 von eggshen

Nun ja,...

das list sich ja schon fast so, als würde es noch einen gewissen Berufsethos geben.
In der Realität liegt jedoch der Verdacht nahe, daß Akut-Krankenhäuser für alte Menschen mit Herzinsuffizienz oftmals ganz schnell zur Endstation werden.
Ich will einräumen, daß ich das nicht statistisch belegen kann. Aber drei Fälle im Verwandten-, bzw. Bekanntenkreis mit ganz ähnlichen Krankheitsverläufen haben mir zu doch zu Denken gegeben.

#5 - 25.08.2018, 11:10 von skeptikerin007

So geht es..

....jedem anderen Arzt oder Ärztin. Wer in Krankenhaus war, sieht meistens laufende junge Ärzte. Meine Tochter, am Ende ihrer ersten Schwangerschaft wurde von Mitarbeiterinnen gehalten, weil sie sich an langsamen Tempo nicht gewöhnen konnte. 40 Stunden? Davon träumen die meisten Klinikärzte. Ich weiß es nicht, wie in England, Norwegen oder Schweiz, wohin die Kommilitonen meiner Tochter ausgewandert sind, das praktikabel ist.
Am Ende Entschuldigung, dass ich nicht die „innen“ dazuschrieb. Schließlich sind heute über 50 % der Ärzte Ärztinnen.

#6 - 25.08.2018, 11:48 von richard-x

Scheuklappen

Typisch Oberarzt mit 120.000 Brutto im Jahr und ohne Papierkram.
Fragten wir seine vielen Assistenzärzte, die jahrelang nichts machen dürfen (Herzkatheter im ersten oder erst im sechsten Jahr, wenn man schon 32-34 Jahre alt ist?) und stattdessen nur rennen und in den Überstunden den Papierkram machen und in den weiteren Überstunden forschen müssen, um dem Oberarzt zu helfen Professor zu werden (sonst werden sie aus der Uniklinik gegangen), dann sieht das alles nicht mehr so rosig aus!

#7 - 25.08.2018, 12:14 von keine-#-ahnung

"daß Akut-Krankenhäuser für alte Menschen ...

Zitat von eggshen
das list sich ja schon fast so, als würde es noch einen gewissen Berufsethos geben. In der Realität liegt jedoch der Verdacht nahe, daß Akut-Krankenhäuser für alte Menschen mit Herzinsuffizienz oftmals ganz schnell zur Endstation werden. Ich will einräumen, daß ich das nicht statistisch belegen kann. Aber drei Fälle im Verwandten-, bzw. Bekanntenkreis mit ganz ähnlichen Krankheitsverläufen haben mir zu doch zu Denken gegeben.
... mit Herzinsuffizienz oftmals ganz schnell zur Endstation werden."
Es mag den einen oder anderen Soziologiestudenten negativ überraschen, aber menschliches Leben endet in geschätzt 100 Prozent der Fälle mit dem Tode. Das kann ich aus jahrelanger Berufserfahrung so behaupten - und dies ist IMHO auch statistisch belegbar.
Und eine "ausgebrannte" Herzinsuffizienz könnte eine von vielen möglichen Ursachen dafür sein - die "heilt" man halt nur durch eine Transplantation ...

#8 - 25.08.2018, 12:45 von victoria101

Das merken wir...

... leider auch in der Qualität der Versorgung.
Als Hausärztin kommt es immer wieder vor, gefühlt in zunehmender Häufigkeit, dass Patienten in der Klinik eine dahingerotzte Untersuchung bekommen haben und dann ratzfatz wieder vor die Tür gesetzt werden. Keiner hat zugehört, keiner hat sich Gedanken gemacht, dank Spezialistentum ist, da man einen Hammer hat, jedes Problem mit einem Nagel zu lösen, Anamnese und Hirn einschalten dauert zu lang. Wohlgemerkt, das soll keine Kritik an den Kollegen sein, das sind die DRGs. Was nicht mit einem Nagel zu lösen ist, muss ambulant abgeklärt werden, gleichgültig welche Beschwerden der Patient hat und egal, wie lange das ambulant dauert...

#9 - 25.08.2018, 13:31 von helmut.alt

Die kurze Verweilzeit von Patienten in der Klinik

kann nur begrüßt werden, denn da kostet jeder Tag, ohne ärztliche Behandlung, fast 1000 Euro und dann läuft man Gefahr sich einen Krankenhaus resistenten Keim einzuhandeln. Bezahlen müssen dies Alle, auch die Gesunden.

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