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Arbeitszeit und Gesundheit: So kommen Sie besser durch die Schichtarbeit

imago/photothek Gesundheit, Logistik, Polizei: In vielen Branchen gehört Schichtarbeit zum Alltag. Welche Rechte haben Arbeitnehmer im Schichtdienst - und was können Sie selbst tun, um sich zu schützen?
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#1 - 18.01.2019, 16:42 von winki

Arbeitszeit und Gesundheit

Von den 45 Jahren meiner Berufstätigkeit habe ich 31 Jahre im
4-Brigade 3-Schichtsystem im Bergbau gearbeitet und das sehr gerne. Man muss sein Leben und das seiner Familie, wer eine hat, komplett darauf einstellen. Nicht nur das, auch das Wohnumfeld muss passen. Immerhin muss man aus der Nachtschicht kommend am Tage schlafen können ohne von ständigem Lärm geweckt zu werden. Bei mir hat das alles gepasst. An den ständigen Wechsel habe ich mich relativ schnell gewöhnt. Gesundheitliche Probleme die durch die Schichtarbeit aufgetreten wären hatte ich keine. Die Firma hat sich um unsere Gesundheit gekümmert. Jährlich fanden durch den Betriebsarzt Untersuchungen statt und bei Bedarf erhielt man eine 3-wöchige Erholungskur. Ansonsten konnte man aller 5 Jahre ein Vorbeugungskur beantragen, ohne besonderen gesundheitlichen Anlass. Das ganze fand nicht im Schlaraffenland statt sondern in der DDR.

#2 - 18.01.2019, 17:31 von sarapo29

Es gibt da leider nur ein Problem

Was die Arbeitsmediziner - sicher mit besten Wissen- empfehlen deckt sich aus meiner Wahrnehmung heraus leider so überhaupt nicht mit den Bedürfnissen meiner Arbeitskollegen die in Schicht arbeiten. Ebensowenig wie mit der betrieblichen Realität. Arbeitnehmer und Vorgesetzte wünschen sich planbare und ja: Vollständige Arbeitswochen mit bis zu sieben Tagen Schicht am Stück. "Fordern" und " für richtig halten" kann man als Schreibtischtäter immer viel. Es in den Betrieben auch umzusetzen und den Kollegen zu vermitteln ist eine ganz andere Frage...

#3 - 18.01.2019, 21:28 von Der Name

Gott sei dank sind die Zeiten vorbei

Ich habe es in meinen jungen Jahren genau 7 Jahre lang gemacht und damit aufzuhören war wohl die beste Entscheidung im Leben. Meine älteren ehemaligen Kollegen sterben fast alle schon Mitte 50. hoffentlich haben mir die 7 Jahre Schicht nicht geschadet.

#4 - 18.01.2019, 22:32 von Nierengulasch

Depression?

Meine älteren Kollegen arbeiten zum Teil schon 40 Jahre im 3 Schicht System und gehen dann in Rente. Ich glaube nicht das fast alle Kollegen mit 50 sterben. Ich würde da eher auf eine negative Sicht auf das Leben tippen.

#5 - 19.01.2019, 00:58 von ichwill_wassagen

7 Tage? Nie wieder!

Ich habe früher die 7 Tagesschichten gemacht
Dann würde vor ca. 25 Jahren, gegen den Willen der Belegschaft, die 2-3 Schichten eingeführt.
Eine Umfrage nach einem Jahr ergab daß nur 1 von 100 die alte Schicht wieder haben wollte.

#6 - 19.01.2019, 05:56 von koech

Arbeitszeitgesetz gilt nicht für alle Arbeitnehmer!

Z.B. fliegendes & zur See fahrendes Personal ist im Gesetz explizit ausgenommen. Da gibt's eigene Regeln: vom gemütlichen 8-Stunden-Arbeitstag steht da i.d.R. nichts...

Selbst im Rahmen des Gesetzes kann es noch viel ungemütlicher werden als oben beschrieben. Wenn der Arbeitgeber den Schichtplan nämlich nach dem Buchstaben des Gesetzes baut, stehst Du nach 19 Stunden wieder auf der Matte. Jeden Tag anderen Arbeitsbeginn: wer so arbeiten muss, sehnt sich nach 'gemütlichem' Schichtplan mit wöchentlichem Rhythmus!

#7 - 19.01.2019, 07:49 von openda

Der Lohnzuschlag

Den Lohnzuschlag bekommt man als Entschädigung. Der wird einem aber teilweise von der Stadt wieder entzogen. Und zwar über den Elternbeitrag für Kita/OGS, VHT und Tagesmutter. Die Stadt berechnet vom Gesamtbruttoentgelt die Beiträge und nicht vom Grundmonatsgehalt. Mich hat das in die höchste Beitragsstufe katapultiert und somit habe ich nicht mehr viel von dem Lohnzuschlag. Ist das noch gerecht?

#8 - 19.01.2019, 08:49 von michaellöffler

Von Nacht auf Früh geht nicht

Ein Wechsel von Nachtschicht auf Frühschicht ist nur dann ok wenn der Block der einzelnen Schicht nicht länger ist als 2 Tage wenn aber wochenweise gewechselt wird ist es nicht zu empfehlen.Mein Arbeitgeber war an einem Pilotprojekt der IGMetall und der Bökler Stiftung letztes Jahr beteiligt und wir haben 6 Monate Nacht-Spät-Früh gearbeitet und die anderen 6 Monate Nacht-Früh-Spät und da wurde das Projekt allerdings schon nach 2 Monaten abgebrochen da die Krankenquote um 80% gestiegen ist wegen Schlafmangel

#9 - 19.01.2019, 12:43 von achterhoeker

Märchenstunde

Fragt doch mal Leiharbeiter, LKW Fahrer, Lokführerund viele Andere, die Wochendienst rund um die Uhr, Überstundenkonten übervoll oder von Unternehmen festgelegt frei haben.

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