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Autisten bei SAP: "Kennt man einen, kennt man... einen"

SAP; Jan Kocovsk Sie können fehlerlos lange Zahlenkolonnen prüfen, sind mit Small-Talk aber oft überfordert: 70 Autisten arbeiten beim Software-Riesen SAP, Hunderte sollen hinzukommen. Inklusions-Chefin Anka Wittenberg erklärt, wie sie ausgewählt werden.
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#1 - 31.08.2015, 14:42 von kampfkeksgeneral

Vorbildlich!

Mein 11Jähriger Cousin weist ebenfalls autistische Züge auf ubd ich bin jedes mal über seine Intelligenz, Talente und logische Denkweise erstaunt. Wenn sich sowas etabliert, können alle nur gewinnen!

#2 - 31.08.2015, 15:09 von EinJemand

Sehr symphatisch.

Zu "Ich lege keinen Wert auf die genaue Diagnose, das geht mich auch nichts an." -- wenn man es auf 1% Autisten absieht, sollte man aber schon sagen können, wer autistisch ist und wer Asperger hat.

#3 - 31.08.2015, 15:09 von horsteddy

Es mag sein, dass Autisten für die Programmierung von Vorteil sind. Aber für das Konzeptionieren, Entwickeln und in bezug auf das Nachdenken über sozialökonomische Auswirkungen von Software beispielsweise sind sie auf Grund fehlender sozialer Kompetenz ein Nachteil. Für die kapitalistischen Großkonzerne hingegen sind unkritische Menschen, die arbeiten wie Maschinen und auf Schwerbehindertenausweise verzichten (=Kündigungsschutz) sind sie ein Gewinn. Traurig, dass das keiner hier durchschaut. An den Autor: gehen Sie dem doch mal kritisch nach und recherchieren Sie mal, was dahinter steckt.

#4 - 31.08.2015, 15:11 von Danares

"Die Kollegen bekommen eine Schulung, damit sie verstehen, was Autismus ist." So könnte die Quintessenz dieses Artikels aussehen.

#5 - 31.08.2015, 15:11 von PeterPe

Interessant!

Ich bin ueberrascht, dass das so funktionier!

In meinem Alltagsgeschaeft fuehren schon kleine Fehltritte von nicht-autistischen Mitarbeitern zu Problemen, weil der Druck einfach keine Puffer zulaesst. Dass die Kollegen fachlich gut sind, wird vorausgesetzt, aber sie muessen auch flexibel mit allen Situationen umgehen koennen. Alle andern fallen durch das Raster, weil sie zuviel Arbeit machen.

#6 - 31.08.2015, 15:33 von monolithos

Zitat von horsteddy
Es mag sein, dass Autisten für die Programmierung von Vorteil sind. Aber für das Konzeptionieren, Entwickeln und in bezug auf das Nachdenken über sozialökonomische Auswirkungen von Software beispielsweise sind sie auf Grund fehlender sozialer Kompetenz ein Nachteil. Für die kapitalistischen Großkonzerne hingegen sind unkritische Menschen, die arbeiten wie Maschinen und auf Schwerbehindertenausweise verzichten (=Kündigungsschutz) sind sie ein Gewinn. Traurig, dass das keiner hier durchschaut. An den Autor: gehen Sie dem doch mal kritisch nach und recherchieren Sie mal, was dahinter steckt.
"Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut" hat Wilhelm Busch einmal gesagt. Ich gehe davon aus, dass SAP sehr genau weiß, wo und wie man diese Menschen, die vom Rest der kapitalistischen Gesellschaft in den Randbereichen der Gaußschen Glockenkurve verortet werden, effizient einsetzen kann, ohne sie im raubtierkapitalistischen Sinne auszubeuten. Ihnen auf diese Weise eine Chance zu geben, in einem sehr speziellen Tätigkeitsfeld ihre sehr speziellen Fähigkeiten ausspielen zu können, finde ich alles andere als traurig, sondern lobenswert, richtig und zukunftsweisend. Außerdem gehe ich davon aus, dass SAP diese Spezialisten nicht allein lässt mit der Entwicklung des Gesamtprodukts, sondern für die "sozialökonomischen Auswirkungen" (was immer Sie damit meinen) auch wieder Leute einsetzt, die dafür gut geeignet sind. Dass Sie Autisten für unkritische Arbeitsmaschinen halten, zeigt nur, dass Sie keinen Autisten kennen.

#7 - 31.08.2015, 15:44 von fredkarsten

@horsteddy Da hat die Wittenberg jedoch recht, es gleicht kein Mensch mit Autismus dem anderen, genauso wie Menschen ohne Autismus. Es besteht nicht ein zwangsläufiger Mangel sozialer Kompetenzen, ebenso wie die Fähigkeit sich in komplexe und verkettete Zusammenhänge hineinzuversetzen genauso auf ökonomische Aspekte ausweitbar ist. Eine Diversität an vielen außergewöhnlichen Persönlichkeiten kann somit eine nicht messbare Bereicherung für ein Unternehmen sein. Genauso wie die soziale Inklusion der Menschen mit Autismus. Der vollständige Eintritt in ein selbständiges Leben bedeutet für viele Betroffene nun mal auch keine Differenzierung durch einen Schwerbehindertenausweis. Auf Vorzüge zu verzichten um sich den Anderen Gleich zu fühlen ist nach vielen Hürden im Leben ein vollkommen nachvollziehbarer Schritt der Selbstbestimmtheit.

#8 - 31.08.2015, 15:44 von oxygenx

Zitat von horsteddy
Es mag sein, dass Autisten für die Programmierung von Vorteil sind. Aber für das Konzeptionieren, Entwickeln und in bezug auf das Nachdenken über sozialökonomische Auswirkungen von Software beispielsweise sind sie auf Grund fehlender sozialer Kompetenz ein Nachteil. Für die kapitalistischen Großkonzerne hingegen sind unkritische Menschen, die arbeiten wie Maschinen und auf Schwerbehindertenausweise verzichten (=Kündigungsschutz) sind sie ein Gewinn. Traurig, dass das keiner hier durchschaut. An den Autor: gehen Sie dem doch mal kritisch nach und recherchieren Sie mal, was dahinter steckt.
Es mag Sie überraschen, aber "kapitalistische Großkonzerne" (alle anderen Unternehmensformen übrigens auch) stellen Menschen zur Umsatz- und Gewinnerzielung ein. Dies erlaubt den Menschen ein Einkommen und ein eigenständiges Leben.
Gehen sie dem doch mal kritisch nach und recherchieren Sie mal, was dahinter steckt.

#9 - 31.08.2015, 15:54 von cuchullain

Vorurteile

@horsteddy:
Ihr Post geht mir - mit Verlaub - schon wieder auf die Nerven.
SAP macht was, und schon wird kritisiert.
Deren Aktion muß man einfach anerkennen. Ob jetzt ein "kapitalistischer Großkonzern" "unkritische Menschen" ausnutzt, wissen wir doch gar nicht.
Ehrlich gesagt neige ich dazu, das zu bezweifeln.
Die ständige Suche nach dem Wurm im Apfel ist doch ebenso unproduktiv wie Nichtstun.
Denken Sie doch einmal positiv!
Denken Sie, das kann eine Win-Win-Situation werden oder sein!
Bis zum Beweis des Gegenteils hat die Firma SAP jedenfalls meine ausdrückliche Hochachtung für ihren unternehmerischen Mut und ihr soziales Verantwortungsbewußtsein.

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