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Autodesign: Der Tontechniker

Manuel Hauptmannl Schöner, eleganter, sportlicher: Das Design eines Autos ist für viele Käufer genauso wichtig wie die Leistung. Neue Modelle werden erst einmal mit Ton geformt - dafür gibt es sogar einen eigenen Beruf.
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#1 - 30.05.2019, 13:16 von jenzer

Der Beruf wird leider auch langsam von der Digitalisierung gefressen, speziell VR wird diesem Handwerk leider über kurz oder lang der Sargnagel sein - insofern schön, dass SPON ihn mal beleuchtet! Es gibt übrigens eine Schule in Selb, an der man das Handwerk erlernen kann.

#2 - 30.05.2019, 13:48 von oscar111

Schöner? Eleganter? Sportlicher?

Der ein oder andere Bürger ist ja leider gezwungen, mal vor die Tür zu gehen. Da bleibt es nicht aus, dass man mitten im Autoverkehr steht und sofort einen guten Eindruck bekommt, wie ekelerregend agessiv das internationale Design eigentlich sämtlicher Fahrzeugtypen heute ist. Allen voran die Nissan- Modelle und natürlich sämtliche SUV, hier besonders BMW und Mercedes.
Gestern entdeckte ich den Schriftzug "Jaguar" auf einem Fahrzeug und dachte, ähm, Jaguar? Der sieht doch aus wie ein ganz normaler großer Mercedes oder BMW. Nichts, aber auch garnichts mehr übrig von der stilprägenden Eleganz die ich mit Jaguar verbinde.
Ich bin einigermaßen ratlos, wie das Autodesign allgemein so verkommen konnte.

#3 - 30.05.2019, 14:07 von wdiwdi

Und das soll Zukunft haben?

Ich bin mir sicher, andernorts werden diese Modelle schon 100% maßstabsgetreu ohne Beteiligung eines Clay-Modellers 3D-gedruckt oder aus einem Ton-Block gefräst, wenn man sie schon nicht am Bildschirm oder mit der VR-Brille beurteilen mag.

#4 - 30.05.2019, 14:19 von tuscreen

Angesichts der Tatsache, dass es heute faktisch keine klassisch schönen neuen Autos mehr gibt, scheint dieses schöne Handwerk tatsächlich etwas vergebene Liebesmüh zu sein.

Fairerweise muss man dazu sagen, dass Mazdas noch zu den ansehnlicheren Autos gehören.

Ins Auge springt auch das sehr elegante silberne Coupe im Hintergrund des obigen Fotos. Könnte ohne weiteres als Bentley, Aston Martin, neuer Bristol durchgehen.

Genau deshalb wird es wahrscheinlich auch von Mazda nie produziert.........

#5 - 30.05.2019, 14:30 von Muttersprachler

Produktionsmodellbauer

Als ich 1995 die Ausbildung zum Produktionsmodellbauer machte, war das Erstellen von Ziehmodellen Bestandteil der Lehre.
Der eher seltene Ausbildungsberuf hatte drei Bereiche: Gießereimodellbau, Architekturmodellbau, Designmodellbau
In der Ausbildung lernte man, auf ein Zehntel Millimeter genau zu arbeiten.

Als ich ausgelernt hatte, wurden leider viele Handarbeiten von CAD, Rapid Prototyping etc. abgelöst.

#6 - 30.05.2019, 14:52 von upalatus

....und am Schluss bügelt doch noch der Strak die letzten menschlichen Ungenauigkeiten aus den Flächen...

Modelleure sind heute ein originelles Schmuckblatt für die Behauptung, man sei eine Automobilmanufactur. Und ein/e jede/r, den/der es aus innerem Antrieb nach händischer Formgebungsbetätigung verlangt, sollte sich intensiv fragen, ob die Automobilindustrie dafür der richtige Ort ist. Zum schlichten Gelderwerb natürlich allemal die richtige Wahl.

Modelleure, Formgestalter, Clay Modeler... ehemals mal auch aus Sculpturer benannt, die ausser Auto auch noch ein weiteres Portfolio an händischer Formgebung beherrschen. Schon lange reisst immer mehr die Anforderungsqualität 'stille menschliche Fräsmaschinen' ein, wo kaum einer noch eine einfache gute Bleistiftskizze selber hinbringt. VR ist in stetig zunehmender Leistungsfähigkeit ungemein schneller und der generative Part setzt zusammen mit Hochleistungsfräsen 1:1 schneller, reaktiver und genauer um. 'Modellieren' mit Flächenbeurteilung am Rechner ist seit langem Alltag, ohne dass es bisher einem Kunden aufgefallen wäre. Fixe Designer, die immer mächtigere Formgebungsprogramme virtuous beherrschen, können Aussenhautdatensätze erstellen, die, an den Maschinenbediener gegeben und visualisiert, jeden Kunden überzeugen.

Will man dieses Handwerk wirklich noch erlernen, böten sich geschickterweise einige Schulen im englischsprachigen Raum an. Nebenbei erwirbt sich der Lernende dort auch persönlichkeitsbildende ausserprovinzielle Erfahrungen und Fähigkeiten.

#7 - 30.05.2019, 15:03 von CK74

Der Tonmodelleur!!!

Dieser Beruf ist in Deutschland immer noch zu erlernen, z.B.: im bayrischen Selb. Geschichtlich basiert dieser Beruf auf dem Wissen aus der Porzellanherstellung.

#8 - 30.05.2019, 21:50 von Newspeak

...

Zitat von oscar111
[...] Ich bin einigermaßen ratlos, wie das Autodesign allgemein so verkommen konnte.
Rein technisch ist es der cw-Wert, der Autodesign eintoenig macht, aber fuer die Designentscheidungen, dass Autoscheinwerfer heute wie aggressive Augen einer Comicfigur aussehen, braucht es zusaetzlich den schlechten Geschmack der Entscheidungstraeger.

#9 - 31.05.2019, 11:45 von kindacool

Nicht unbedingt

Zitat von Newspeak
Rein technisch ist es der cw-Wert, der Autodesign eintoenig macht, aber fuer die Designentscheidungen, dass Autoscheinwerfer heute wie aggressive Augen einer Comicfigur aussehen, braucht es zusaetzlich den schlechten Geschmack der Entscheidungstraeger.
...oder schlicht den Publikumsgeschmack der relevanten Märkte, zu denen Europa überhaupt nicht mehr und die USA nur noch sehr bedingt gehören. Den asiatischen Designgeschmack treffen diese Autos aber wie die Faust aufs Auge !

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