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Azubis als Globetrotter: "Inzwischen bin ich selbst ein bisschen spanisch"

TMN 9000 Kilometer weg von zu Hause macht Moritz seine Ausbildung in Hongkong - mit Kaufmannsbrief und IHK-Abschluss. Johanna ging nach Madrid. Was Azubis oft nicht wissen: Eine Auslands-Lehre ist in vielen Ländern möglich.
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#1 - 06.04.2015, 08:45 von espet3

Ein Bekannter

ist in Frankreich Direktor einer Baufirma und hat mir bestägt, dass es dort keine Azubis, Gesellen und Meister nach dem deutschen System gibt.
Frage: Wie verhält es sich, wenn ein junger Mensch nach seiner dortigen "Ausbildung" wieder nach Deutschland zurück kehrt und will hier die Meisterprüfung angehen?

#2 - 06.04.2015, 08:45 von tomymind

Also über 1/3 bzw die Hälfte studiert danach. Also kann der "einfache" Azubi sich diese Möglichkeit abschminken, da es so aussieht das Azubis mit Abitur bevorzugt werden. Aber sich darüber beschweren, dass Azubis nach der Ausbildung studieren gehen bzw Fachkräftemangel beklagen. Liebe Unternehmen ihr wollt es doch so.

#3 - 06.04.2015, 10:26 von Sibylle1969

Anteil der Azubis, die hinterher studieren

Der Artikel suggeriert, dass ein Großteil der Auslandsazubis nach der Ausbildung noch studieren. Zwar sind diese sicher nicht repräsentativ für die Gesamtheit der Azubis, aber was will ein Unternehmen denn mit Leuten, die sich danach an die Uni verabschieden? Der Abiturienten-Anteil dürfte auch sehr hoch sein, gerade bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen, wo man ohne Abitur oder Fachhochschulreife so gut wie keine Chance auf einen Ausbildungsplatz hat.

#4 - 06.04.2015, 10:28 von Micael54

Ohne Uni gilt jeder Bewerbe als dumm. Egal, wo

Hier wird verschwiegen, dass eine deutsche kaufmännische Ausbildung in europäischen Ländern wie Spanien keinerlei Bedeutung hat. Wer sich zum Beispiel hier als Werbekaufmann IHK bei einer Werbeagentur bewirbt, hat ohne abgeschlossenem Hochschulstudium keinerlei Chance. Seine Bewerbung landet sofort im Rücksende-Korb. Hier brauchen sogar Verkäufer für einen Job bei großen Auto- oder Computerhändlern einen Hochschulabschluss. Egal in welchem Fach. Bei Apple in Marbella arbeiten zum Beispiel viele Verkäufer mit Masterabschlüssen in Marketing oder Economía von so renommierten Universitäten wie der Madrider Complutense. Für meine externe IHK-Prüfung musste ich in Deutschland Praktikumszeiten nachweisen. Die IHK teilte mir strickt mit, dass ein Praktikum in Spanien nicht anerkannt werde. Und als ich dann mein IHK-Zeugnis hatte, konnte mir die deutsch-spanische IHK in Madrid nicht sagen, wie dieses Zeugnis in Spanien einzustufen sei. Auf Ebene „Formación profesional II”? Oder auf „Formación profesional I”? Schlaue Auskunft: „Das hängt davon ab, wie Sie sich verkaufen.” Dabei ist es in Wahrheit sowohl in Europa als auch in Amerika sehr klar: Wer keinen Hochschulabschluss hat, gilt wenigstens bei einer Bewerbung als sehr, sehr dumm.

#5 - 06.04.2015, 11:31 von el-gato-lopez

@Micael54

Kommt darauf an, wie man sich verkauft - und das gilt mit oder ohne Studium. Ich kenne beruflich viele Leute, die "nur" eine Lehre gemacht haben und trotzdem in den USA beruflich recht erfolgreich tätig sind. Wobei man den Amis anrechnen muss, dass sich bei vielen Unternehmen - gerade im technischen Bereich - die Qualität der Berufsausbildung in deutschsprachigen Ländern (DE, AUT, CH) in den letzten 3-5 J. rumgesprochen hat.

Im Umkehrschluss muss man allerdings festhalten, dass gerade die südeuropäischen Abschlüsse bei hiesigen Unternehmen (kenne HRler aus DE und Schweiz) einen überschaubaren Wert haben, gerade wenn es sich nicht um MINT- oder ICT-Fächer handelt. Hier muss man ganz klar sehen - die Qualität ist schlecht. Egal ob wir nun über den Inhalt der Lehre oder die didaktischen Methoden sprechen.

Ich kenne genügend FHler, die während ihres ERASMUS-Semesters in Spanien in Uni-Master-Vorlesungen sassen und sich über das tiefe Niveau wunderten.

Ein Uni-Bachelor aus Spanien oder Italien (in BWL) wird heute bei den meisten Grossunternehmen in der Schweiz beim Recruiting auf Niveau kaufmännische Lehre eingestuft. Das sieht man mal, was die hübschen Diplome bringen. Fremdsprachenkenntnisse sind übgrigens noch so eine Geschichte. Das Englisch-Niveau spanischer Hochschulabgänger ist praktisch durchs Band miserabel. Da lacht sich jeder deutsche Realschüler schlapp.

#6 - 06.04.2015, 11:56 von zechpreller

Ohne Uni....

Prinzipiell stimmt das. - Ich habe aber mit meinem Berufsabschluss als Reedereikaufmann problemlos in Südafrika, Iran und Indien gearbeitet. - Meine Deutschen Kollegen ebenfalls. Aber es war doch schon ein wenig komisch, ohne Master-Abschluss in leitenden Funktionen tätig gewesen zu sein.

#7 - 06.04.2015, 12:56 von ClausWunderlich

Zumal die Ausbildung im Ausland oft sehr viel besser ist als das was einem noch in Deutschland geboten wird.

#8 - 06.04.2015, 16:19 von maxroos

Weg mit dem

Wenn endlich mal der deutscher "Meister"-Unfug auf dem Schrotthaufen der Geschichte gelandet ist, wird es weltweit für ALLE besser aussehen.
Als wir hier gebaut haben, hatte der Heizungs-/Installateur- "Meister" (er war ständig selbst auf dem Bau) gleich zwei "Meister"-Briefe vorzuweisen (das hat sich inzwischen geändert). Was er sich hier alles an Mist geleistet hat, geht nicht auf die berühmte Kuhhaut!

Der Fliesenleger-"Meister" brachte es fertig, die Fliesen mit 1 cm Gefälle pro laufendem Meter zu verlegen. Hat wahrscheinlich die "Meisterschule" geschwänzt, als die Wasserwaage behandelt wurde! Ich habe dem Herrn "Meister" ca 40 bis 50 Meter Silikonfugen rausgerissen und verlangt, dass er das KORREKT neu macht. Das Silikon hatte nämlich nicht gehalten - was JEDER des LESENS Kundige vorher gemerkt hätte: "Nicht für den Sanitärbereich geeignet" - stand GROSS und deutlich auf jeder Kartusche! Antwort des "Meisters" in schönstem Süd-Hessisch: "Mir wolle schaffe; mir hawwe kei Zeit zum Lese."
Der (fast nur) deutsche Meister-Zwang, den leider sogar der EuGH bestätigt hat, ist ein Fossil aus dem Mittelalter. Wer etwas kann, soll das auch anwenden dürfen; den Rest regelt der Markt: Wer pfuscht, kriegt keine Aufträge! So einfach ist das!

#9 - 06.04.2015, 23:00 von leser008

Cool und relevant

Zitat von Sibylle1969
Der Artikel suggeriert, dass ein Großteil der Auslandsazubis nach der Ausbildung noch studieren. Zwar sind diese sicher nicht repräsentativ für die Gesamtheit der Azubis, aber was will ein Unternehmen denn mit Leuten, die sich danach an die Uni verabschieden? Der Abiturienten-Anteil dürfte auch sehr hoch sein, gerade bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen, wo man ohne Abitur oder Fachhochschulreife so gut wie keine Chance auf einen Ausbildungsplatz hat.
Sie müssen nicht glauben, dass sich auf diesen Auslandsausbildungsplätzen, die natürlich cool und lebenslaufrelevant sind, Hinz u. Kunz tummeln. Hab einige im Ausland getroffen. Eher müssen die Eltern da 1000 Euro drauflegen. Vitamin B ist eigentlich auch erforderlich. Dannach kommt man -ggf. nach Studium- in so ein feines "fast lane" Programm. Prima aber, dass SPON darüber berichtet. So drängeln sich vielleicht auch mal mehr normale Lehrlinge rein.

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