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Management trifft Mensch: Wie Sie schlechte Ergebnisse zu guten Nachrichten machen

Robert Michael/ DPA Umsatz gesunken, Ziele verfehlt? Kopf hoch: Alles eine Frage der Perspektive. Im richtigen Licht betrachtet, sind die Verlierer die wahren Sieger. Wie das geht, zeigen CDU und SPD.
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#1 - 11.09.2019, 14:39 von mantrid

Schönsprech

Klaus Werle bringt es auf den Punkt, wobei nicht nur die Demoskopen, sondern auch die Journalisten-Kollegen die Peinlichkeiten oft klaglos zur Kenntnis nehmen. Da wird selbst die mieseste Performance schöngeredet und artig dazu genickt, anstatt schonunglos mit kalten Fakten zu kontern. Und wir Bürgern sind da leider auch Schuld daran. Wir hinterfragen nichts, lassen uns doch gern belügen und betrügen und verschließen gern die Augen vor der Realität. Ja, ganz so dramatisch wie die Briten und ihren Chaos-Brexit haben wir es noch nicht auf die Spitze getrieben. Ab mit der Energiewende, die jede Familie nur den Gegenwert von zwei Kugeln Eis pro Jahr kosten sollte, über die Elbphilharmonie die nur 77 Mio. Euro kosten sollte, bis demnächst wohl die Atom-Müll-Endlager-Kosten sidn auch wir auf einem unguten weg. Für uns Bürger ist aber nur wichtig, mit wem die Bachlorette anbändelt und welcher E-Promi Dschungelkönig wird, Wir haben es nicht besser verdient.

#2 - 11.09.2019, 14:59 von murksdoc

Lies, Damned Lies and Statistics

In obengenanntem Standardwerk, dessen Titel übrigens auf Benjamin Disraeli, nicht auf Winston Churchill zurückgeführt wird, wird dieser Trick als "Benchmarking" bezeichnet. Wenn zwei, auch völlig unzusammenhängende, sehr unterschiedliche Zahlen, in engem zeitlichen Zusammenhang genannt werden, erscheint die eine nicht so gross, wie sie wirklich ist. Der Trick geht angeblich zurück auf Richard Nixon, der anlässlich des My Lai Massakers sagte: "Es kamen 500 Zivilisten ums Leben, von unseren Jungs starben bisher in diesem Krieg 45 000, dieses Jahr allein 13 000".

#3 - 11.09.2019, 18:40 von shalom-71

Hmm..

Der Artikel liest sich, als hätte Herr Werle ihn bei Gunter Dueck abgeschrieben. Alles nichts neues...

#4 - 11.09.2019, 22:56 von Stäffelesrutscher

»Ihr Quartalsergebnis liegt deutlich unter dem vorhergehenden? Mag sein, es ist aber immer noch besser als das Vergleichsquartal des Vorjahres - und das ist schließlich, was zählt.«

Ja, Herr Werle, genauso ist es. Geschäftsberichte, Etatentwürfe, statistische Jahrbücher sind voll von Grafiken, bei denen die Quartale mehrerer Jahre hintereinandergelegt sind, sodass man beides sieht: dass man zwar im 3. Quartal weniger Autos produziert hat als im 2. Quartal (Werksferien!), aber mehr als im Vorjahr. Muss ich Ihnen erzählen, dass im 1. Quartal weniger Computer verkauft werden als im 4. Quartal (Weihnachten, Black Friday)? Dito bei Weihnachtsmännern? Dass aber umgekehrt im 1. Quartal mehr Kreuzfahrttouristen durch die Karibik schippern als im 3. Quartal (Hurrikane, Hitze)?

Ihr Vergleich ist ein ausgesprochen schlechtes Beispiel für die Kunstfertigkeit, sich willkürlich etwas Passendes herauszusuchen.

#5 - 12.09.2019, 07:21 von stolte-privat

Die neue Kernkompetenz...

... ist schon länger schönreden und schönrechnen. Wer das beherrscht kommt nach oben-jeglicher Inkompetenz zum Trotz. In der Politik genauso wie in der Wirtschaft. Innovativ ist das nicht, eher kontraproduktiv. Echte Leistung, Erfahrung und Talent bleiben da auf der Strecke.

#6 - 12.09.2019, 07:37 von fatherted98

naja...

....halt das übliche "framing". Wer hört da noch hin bzw. muss dabei nicht lachen? Wenn CDU und SPD sich als "Wahlsieger" generieren.....löst das bei den meisten Bürgern doch wohl eher Kopfschütteln aus....so wird Glaubwürdigkeit weiterhin zunichte gemacht. Und die Medien (NTV erklärte die SPD in Brandenburg zum Wahlsieger) mischen kräftig mit.

#7 - 12.09.2019, 09:59 von deka88

Schöne Kolumne! So läuft es doch überall im Leben, vorallem in der Geschäftswelt. Wenn das Ergebnis gut war, gibt´s einen dicken Bonus für die Manager, wegen toller Leistung, wenn es schlecht lief gibt´s auch einen Bonus, zur Motivation natürlich. Als Angestellter gibt´s natürlich nix, denn wenn es gut war, muss gespart und reinvestiert werden und wenn es schlecht war, ist sowieso nichts zum verteilen da. Woanders ist das Gras eben immer grüner!

#8 - 12.09.2019, 09:59 von Braveheart Jr.

Entscheidend ist ...

... was NICHT gesagt wird. Und das gilt für Manager genauso wie für Politiker, Rundfunk- und Fernsehanstalten, und Journalisten. Man treibt die sorgfältig ausgewählte Sau durchs Dorf - was dann aus ihr wird, ob sie im Streichelzoo oder in der Wurtsfabrik landet, wen kratzt es?
Der Knackpunkt ist aber, daß die reißerische Fünf-Sekunden-Meldung mehrere Bedürfnisse bedient: Auf der Nachrichtenkonsumentenseite den Wunsch, informiert zu wirken ohne das eigene Hirn einzuschalten. Auf der Nachrichtenproduzentenseite die Chance, den Konsumenten ein X für ein U vorzumachen. Schon in "Yes, Minister" wird ja gesagt, daß Politiker einen erkannten Mißstand nicht wirklich angehen wollen (das wäre entschieden zu mühselig) sondern nur noch den Eindruck erwecken wollen sie würden sich darum kümmern. In der Hoffnung daß, wenn der Wähler dieses Spiel durchschaut hat, die Journaille längst die nächste Sau parat hält. Honi soit ...

#9 - 12.09.2019, 12:12 von tzoumaz

Super-Werle

lustige Kolumne die es auf den Punkt bringt. Diese Kernkompetenzen gelten übrigens auch im privaten Leben und bei den sozialen Medien. Schönreden und sich glücklich machen auch wenn es mir beschissen geht. Mithalten, dranbleiben, protzen mit Dingen die man nicht hat: Bildung, Aussehen, Kleidung, Autos, Geld.