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Personalmangel bei Bademeistern: "Wir brauchen Leute - sonst wird es gefährlich"

Daniel Karmann/ DPA An Deutschlands Beckenrändern fehlen mindestens 2500 ausgebildete Bademeister. Das führe dazu, dass Bäder geschlossen werden, sagt Verbandspräsident Peter Harzheim - die Folgen seien fatal.
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#1 - 15.06.2019, 13:47 von Gluehweintrinker

Symptome eines sozial ausgehöhlten Landes

Die Wirtschaftslokomotive Europas, ein Gigant des Reichtums, kann sich keine öffentlichen Bäder mehr leisten, wie erbärmlich ist das? Analog zur ohnehin verrottenden Infrastuktur, von Verkehrswegen Straße und Schiene bis hin zu Schulen, liegt nun auch das Bäderwesen am Boden. Wir sind wirklich die Größten.

Wer soll es denn tun, wenn es eine Saisonarbeit zwischen Mai und September ist und im Winterhalbjahr das Elend droht? Ein Land, das öbszönen Reichtum beschützt und am unteren Ende der Gesellschaft den Kahlschlag betreibt, darf sich nicht wundern, wenn eine Bevölkerung zu extremen politischen Ansichten neigt. Der Spitzensteuersatz von 1982 muss wieder her, reiche Personen und Unternehmen müssen an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligt werden oder das Gemeinwesen zerbricht.

#2 - 15.06.2019, 14:12 von Mister Stone

Viele öffentliche Schwimmbäder werden geschlossen, weil die meisten Kommunen kein Geld mehr haben (das sie zuschießen müssten, um den Betrieb zu gewährleisten). Der Betrieb kostet viel Geld (dazu gehören ganz besonders auch die Personalkosten für Schwimmeister, Hausmeister und sonstige Kräfte), und wenn man soziale Eintrittspreise gewährleisten will, muss die öffentliche Hand eben viel Geld zuschießen. Es ist das Geld, das den verarmten Kommunen fehlt. Fachkräfte wären genügend vorhanden, wenn der verantwortungsvolle Beruf besser bezahlt würde. Das würde er, wenn die Kommunen mehr Geld hätten. Wenn ich jetzt ausführen würde, warum die Kommunen - nach meiner Beurteilung - immer weniger Geld für öffentliche Schwimmbäder zur Verfügung haben, dann würde der Beitrag wahrscheinlich gelöscht.

#3 - 15.06.2019, 14:43 von Charlie Whiting

Einen Sch(w)immer Hoffnung

Man muss sich halt von der Vorstellung verabschieden, dass bestimmte wichtige öffentliche Einrichtungen kostendeckend arbeiten könnten. Müssen sie auch nicht, wir zahlen schließlich genug Steuern. Und bei etwas mehr Steuergerechtigkeit wäre das erst recht kein Problem. Wird leider drauf gepfiffen.

#4 - 15.06.2019, 15:34 von krautrockfreak

Wir haben doch Millionen von Arbeitslosen und H4ler - immer noch!

Irgendwie passt das alles nicht zusammen, einerseits Millionen von Menschen, die wir alimentieren müssen, andererseits hunderttausende von freien Stellen, und nicht nur für Gelernte, auch viele Aushilfskräfte sind gesucht. Das passt zum Artikel, da läuft einiges schief bei uns...

#5 - 15.06.2019, 16:56 von Duffy73

...die Elter...

... könnten doch auch auf ihre Kinder aufpassen. Oder darf man die nicht in die Pflicht nehmen? Am See gehts...

#6 - 15.06.2019, 17:26 von xenia1978

Bademeister

Kann man vom Gehalt leben oder nur überleben?

#7 - 15.06.2019, 17:43 von grandma_moses

Es mag sein, dass es auch gute, qualifizierte Bademeister gibt..

... ( verzeihen Sie, Herr Harzheim, nur weil Sie der Meinung sind, der Begriff 'Bademeister' würde Ihren Beruf abwerten, werden die Menschen keinen anderen benutzen - seien Sie lieber froh, dass sie ein unverdientes '-meister' im Namen tragen dürfen! In Wahrheit wäre wohl eher 'Schwimmaufsicht' oder 'Schwimmbadordnungskraft' das richtige Wort für Ihren Beruf - aber das gefällt Ihnen sicher noch weniger, oder? ), aber was ich aus meiner, zugegebenermassen auf meinen Lebensumkreis begrenzten, Erfahrung berichten kann, ist, dass diesen Menschen nicht soviel Macht gegeben werden sollte, wie es aktuell getan wird; denn zum verantwortungsbewussten Umgang mit selbiger fehlt den Bademeistern, die ich kennenlernen durfte, der geistige Unterbau oder die nötige didaktische Ausbildung - oder beides. Wie und wo wird einem Bademeister in der Ausbildung beigebracht, wie er sich in verschiedensten sozialen Situationen im Schwimmbad zu verhalten hat? Ein Lehrer beschäftigt sich hiermit mehrere Jahre - länger, als die gesamte Bademeisterausbildung dauern dürfte - und lernt dann noch drei Jahre im Referendariat von Kollegen, die didaktisch bereits fit sind. Trotzdem hat sie/er nur ihre/seine Klasse mit bis zu 30 Schülern zu bändigen, ein Bademeister gut und gerne mal 500, viele von ihnen dem Bademeister unbekannt. Nicht ohne Grund ist der Bademeister im Schwimmbad oft unbeliebt, oder denken Sie, dass dieser schlechte Ruf aus dem Nichts erschaffen wurde und keine Basis hat? Bitte verschliessen Sie die Augen nicht vor der Realität. Auch ein Gewichtslimit von 25 BMI ( wegen mir gerne niedriger; wenn es hier wirklich um 'Leben' geht, wie Sie postulieren, hätte ich gerne einen sportlichen Schwimmer auf dieser Position, und Sie wollen das ja sicherlich auch! ) wäre nicht die schlechteste aller Ideen, denn es gibt Bademeister, die sicherlich niemanden mehr aus irgendeiner Notsituation retten ( können ) und somit nur zum weiteren Niedergang des Ihnen so wichtigen beruflichen Ansehens beitragen. Und als letzte Anmerkung: In Ihrer Traumwelt mag ja der Bademeister statustechnisch mit dem Bürgermeister oder Pastor gleichgesetzt worden sein, aber mit solchen Aussagen machen Sie sich ausserhalb der Bademeisterbruderschaft doch eher lächerlich. Ich bitte, meinen zornigen Ton zu entschuldigen, aber hier schliesst jemand die Augen und fragt sich dann, warum er nicht mehr sehen kann. Die im Interview getätigten Aussagen liessen mich zwischen Fassungslosigkeit und Wut zurück.

#8 - 15.06.2019, 18:59 von hexenbesen.65

Zitat von krautrockfreak
Irgendwie passt das alles nicht zusammen, einerseits Millionen von Menschen, die wir alimentieren müssen, andererseits hunderttausende von freien Stellen, und nicht nur für Gelernte, auch viele Aushilfskräfte sind gesucht. Das passt zum Artikel, da läuft einiges schief bei uns...
Ein Bademeister muss einige Kriterien erfüllen... Ist nicht nur "Baywatch"- mäsig.....gelangweilt auf dem "Turm" zu sitzen und dann Blödinen vorm ersaufen zu retten..
Er braucht den Rettungsschwimmer (lach---wer von den zugeisten "Fachkräften" hat das ? ) und noch eine Ausbildung in der Wasseraufbereitung (Chlor usw..)
Oder wollen Sie von einem "betreut" werden, der beim Wort "Chlor" nur mit den Schultern zuckt, und es von der Wasseraufbereitungsanlage stinkt ??? (Bei uns im Ort passiert--allerdings war der Bademeister vom Fach und hat sofort alles evakuiert, weil ein Ventil undicht wurde, und zuviel Chlor ins Wasser lief) Die Feuerwehr musste mit anrücken, und das Becken war 2 Tage gesperrt...

#9 - 15.06.2019, 19:09 von hexenbesen.65

Ich werde lieber von einem "fetten" RICHTIGEN Bademeister gerettet, als von einem "BMI-iO-"-mäßiger Luftnummer, die sich mit ach und krach selber über Wasser halten kann.
Sorry...diese Mär zieht nicht...
Ein Bademeister hat keinen Iron-Man zu überstehen...WENN überhapt, hat er ne Strecke von 200 m zu schwimmen (was ich als ungeübte auch kann) ..ansonsten hat er ein BOOT !!!
Irgendwie hab ich das Gefühl, Sie würden gerne "Baywatch"-Rettungs-Schwimmer haben.
Hm....überleg....gerade vor ein paar Wochen SELBER im Hallenbad erlebt: Ein sehr egoistischer Schwimmer (rempelte jeden Schwimmer "auf seiner Bahn" an und gab sich sehr unsozial ) wurde von einem "fetten alten, ausländischen Bademeister" in die Schranken gewiesen.... Und oh Wunder: Es half !!!! Ob der Bademeister jetzt Italiener, Spanier, Albanier oder was war, ist mir egal. Er hat gesagt: "Junge, es reicht !".... und zwei Minuten später hat er mit der "Seepferchen-Gruppe" herumgealbert..Ob das jetzt ein "richtiger" Bademeister oder nur "Gehilfe" ist...sieht man nicht..

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