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Karriere

Rat vom Jobcoach: Mann oder Frau - wessen Karriere ist wichtiger?

Getty Images Ein Paar, ein Kleinkind, ein Problem: Sie will nach der Elternzeit wieder einsteigen, er hat inzwischen ein lukratives Jobangebot in einer anderen Stadt erhalten. Und nun?
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#1 - 04.10.2018, 10:33 von dr.eldontyrell

Pfft,

wenn ich so etwas schon lesen muss "Diese Entscheidung könnte den Anfang vom Ende der partnerschaftlichen Augenhöhe markieren. Schon bald wird Daniels nächste Gehaltsrunde Tanjas nächsten Karriereschritt noch schwieriger machen. So entsteht ein Teufelskreis, in dem die Frau immer weiter ins Hintertreffen gerät."
Wer meint, in einer Beziehung im Konkurrenzkampf zu stehen, der sollte seine Gründe eine Beziehung zu führen nochmal überdenken und sich evtl besser trennen.
Bei uns kommt es darauf an, was unterm Strich rauskommt. Wer da wie welchen Anteil dran hat ist völlig Schnuppe. Ich war lange Zeit der mit mehr Gehalt, seit 2 Jahren verdient meine Frau mehr, so what? Unterm Strich können wir prima leben und haben genug Zeit für Kinder und Freizeit.

#2 - 04.10.2018, 10:44 von MartinHa

Einfache Lösung

Die Lösung ist doch klar: wenn der Mann so gut ist, dass er eine Geschäftsführerposition in Bayern angeboten bekommt, wird er wohl auch in oder um Düsseldorf herum ein gutes Angebot bekommen. Der Arbeitsmarkt für gute und erfahrene Leute ist zur Zeit leergefegt. Daher einfach weitersuchen.

#3 - 04.10.2018, 10:58 von silberstern

Falsche Fragestellungen

Ich denke, die Frage nach der Karriere ist viel zu eng gedacht - liegt vielleicht auch daran, dass der Fall nur konstruiert wurde.
Viel spannender ist doch, ob man die örtliche Veränderung überhaupt möchte. Familie, Freunde etc. Eine bayrische Kleinstadt liegt in der Regel nicht weiter als eine Autostunde von einer Großstadt weg. Und so klein kann sie auch nicht sein, wenn es dort nennenswerte Firmenansiedelungen gibt.

Ansonsten haben ja beide anscheinend ohnehin Möglichkeiten am Arbeitsmarkt.
Wenn man aber nur nach Geld & Karriere geht, dann ist es ganz sicher ein No-Brainer zu sagen, der Geschäftsführerposten geht vor. Die Frau dann in ihrer 08/15 wald- und Wiesen-Vertriebstätigkeit unterzubringen, dürfte in Bayern gar kein Problem sein.

Das ganze mit dem Genderblödsinn zu koppeln ist auch sehr bemüht. Bei uns ist die Situation derzeit genau andersherum. Sie hat die Qualifikation für den herausgehobenen Posten, ich komme mit meinen Studienabschlüssen überall unter. Und würde deswegen auch hinter herziehen. Nur geht es in den Diskussionen am wenigsten darum, sondern eher um Lebensqualität und -umfeld, Familienplanung usw. Das Geld ist ohnehin schon ausreichend da...

#4 - 04.10.2018, 10:58 von 01099

Tja, die alte, dumme Biologie zieht die Strippen. Warum nimmt sich die Frau denn wohl ein Exemplar Mann, das alle materiellen Voraussetzungen bietet, um dem Nachwuchs und ihr selbst ein sicheres Dasein zu ermöglichen? Dies ist sein "Wert" auf dem Markt der Partnerschaften, der nach der kalten Logik der Wirtschaft funktioniert und übrigens auch immer schon so funktioniert hat. Ihr "Wert" ist ihre Jugendlichkeit und ihre Fruchtbarkeit. Diesem Mechanismus kann mal leider nicht entgehen, egal wie sehr man sich in romantische Idealvorstellungen flüchtet.
Die Frau sollte noch ein paar Jahre durchhalten, damit der Nachwuchs aus dem Gröbsten heraus ist, und sich dann einen Mann suchen, der materiell unter ihr steht und viel Zeit für die Versorgung der Kinder sowie bessere "social skills" mitbringt; dann könnte es funktionieren, muss aber nicht.

#5 - 04.10.2018, 11:02 von erzengel1987

Es ist doch egal oder nicht?

Selbst wenn einer mehr Verdient aber unbedingt die Elternzeit beanspruchen und nutzen möchte, so darf er sie es tun. Solange man sich als gesetzliches Ehepaar darauf einigen kann.
Vor allem die meisten Menschen arbeiten doch eher in Bereichen, in denen die großen Karrieresprünge wohl nicht stattfinden. Wohin soll eine Bäckerreiverkäuferin befördert werden? Ein Bauarbeiter oder Lokomotivführer. Es gibt soviele Jobs in denen es vielleicht mal eine Gehaltserhöhung gibt aber sonst nichts weiter passiert. Das ist somit wirklich mehr eine Luxusdiskussion und ein Erste Welt Problem.

Wer die Karriere über die Bedürfnisse eine Familie stellt, darf nicht die AFD wählen und meckern wir werden von Ausländern überrannt^^. Nein Kinder waren schon immer und sind es immer noch die einzig wahre Zukunft. Der Job dient einfach dazu das Geld für seine Familie zu verdienen. Und wenn es als Schuhverkäufer ist wie bei Al Bundy. Der seine Familie ebenfalls auf eine seine Art und Weise liebt.

#6 - 04.10.2018, 11:11 von m_s@me.com

Die Ortswahl ist strategisch wichtig

Wir haben das hingekriegt: Ort definiert, in dem die Aussichten für uns beide gut sind, dorthin gezogen, und schließlich sehr gute Jobs gefunden. Eine "Kleinstadt in Bayern" halte ich zunächst mal für grundsätzlich schlecht, langfristig auch für beide. Alles, was in Bayern nicht Erlangen (2. Wahl) oder München ist, ist kein Premium-Standort mit hervorragenden Zukunftsaussichten mit viel Arbeit. Das muss die Priorität sein - der kleinste gemeinsame Nenner braucht ordentlich Potenzial.

#7 - 04.10.2018, 11:17 von CobCom

Man kann die Frage nicht in der eigentlich angemessenen Qualität beantworten, weil viel Ausgangsinformation fehlt: Wo und wie hat das Paar bisher gelebt? Steht mit dem Kind sowieso ein Umzug an?
Die Beraterin setzt selbstverständlich "Großstadt" voraus, das steht aber mit keinem Satz an irgendeiner Stelle. Auch ist erwähnt, dass beide Partner ein neues Angebot erhalten haben. Nicht erwähnt ist, ob bei Annahme des zweiten Angebots der Partner den alten Job realistisch betrachtet behalten kann.
Für mich kommt da viel auf den Hintergrund an:
So wie der Großstädter keinen Bock auf ein "Provinzkaff" hat, genauso kann dem Landbewohner der "stinkende Slum" oft gestohlen bleiben.
In Mittelzentren und kleineren Großstädten bekommt man oft auch etwas von beidem und zusätzlich läuft oft der Verkehr meist erheblich besser (nicht ganz unwichtig, wenn man Familie managen muss).
Das sind für mich Faktoren, die man u.a. durchgehen und reflektieren muss, wenn man eine saubere Entscheidung treffen möchte. Auch ob ein zweites, drittes, usw. Kind geplant ist, soziale Faktoren, Infrastruktur (z.B. Qualität und Kosten der Kinderbetreuung) usw.
Und da kann dann auch irgendwann das Familieneinkommen eine Rolle spielen, je nach Bedeutung für die Partner. Im Großstadtbereich würde das Paar in dieser Situation wahrscheinlich nicht nur in Summe weniger verdienen, für eine anständige Unterkunft geht da auch locker 50% mehr drauf als außerhalb der Ballungszentren.

#8 - 04.10.2018, 11:24 von dr._seltsam

Hätte, könnte, wollen, sollen...

Was mir in der Anleitung zur Entscheidungsfindung definitiv als expliziter Hinweis fehlt ist die Frage, was für das gemeinsame Kind am Besten ist? Viele schön geschwurbelte Worte um das Wollen der zwei Partner. Die haben sicher einiges an Klärungsbedarf. Nur das -aus meiner Sicht- Wichtigste bleibt in dem verschriftlichten Ratschlag unerwähnt - das Kind. Ihm gehört ein expliziter Platz in diesem Coaching. Und der hat aus meiner Sicht da zu sein, auch wenn es um die Karrieren der beiden beteiligten Eltern geht. Ob und wer von den 2en da wann welche Vor- o. Nachteile hin nimmt, steht sicher nicht an erster Stelle.

#9 - 04.10.2018, 11:24 von Sentimenta

Falsche Fragestellung

Ich denke auch, die Fragestellung sollte eine andere sein: "Wollen wir eigentlich von Düsseldorf in eine bayerische Kleinstadt ziehen?" Wenn ja, wer will das? Beide? Will es der Mann wirklich oder würde er nur aufgrund des Angebots dorhin ziehen? Ob das dann sinnvoll wäre? Alles aufzugeben für eine neue Stelle, bei der man noch nicht weiß, ob das dann wirklich das Wahre ist? Es dürfte in Düsseldorf sicher auch andere Angebote für ihn geben. Oder wollen es vielleicht sogar beide? Schön! Aber dann wäre es eventuell sinnvoll, nicht in die Kleinstadt selbst sondern in die nächstgelegene größere Stadt zu ziehen, sofern die Verkehrsanbindung akzeptabel ist. Und die Frau mehr Möglichkeiten hat, eine für sie adäquate Stelle zu finden.
Wir sind fast 20 Jahre verheiratet, bei uns gab es nie die Frage: "Wer darf sich verwirklichen?" Sondern "Was ist für alle am Besten?"

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